Die Koffer sind gepackt, die Reise geplant, die Vorfreude groß. Doch Moment mal! Darfst du in den USA oder in Kanada überhaupt mit deinem deutschen Führerschein fahren? Die Autovermietung Sunny Cars hat alle Fakten zum Thema »Internationaler Führerschein« zusammengetragen.
Was ist der Internationale Führerschein?
Das Wichtigste zuerst: Der Internationale Führerschein ist keine universale Fahrerlaubnis. Im Grunde genommen ist er gar kein Führerschein, sondern eine Ergänzung zum bereits vorhandenen, nationalen Führerschein. Wer damit im Ausland fährt, sollte immer beide Dokumente bei sich führen. Alleine ist der Internationale Führerschein ungültig. Das heißt auch: Wer ohnehin keinen Lappen besitzt oder einem vorübergehenden Fahrverbot unterliegt, dem hilft auch ein Internationaler Führerschein nicht.
Warum aber ist das Dokument überhaupt nötig? Vor allem im Nicht-EU-Ausland gelten oft andere Fahrzeugklassen und dementsprechend andere Fahrerlaubnisse. Der Internationale Führerschein weist aus, welche Klassen der Inhaber im jeweiligen Zielland fahren darf. Er dient somit als »Übersetzung«.
Aufpassen im Nicht-EU-Ausland
Als Faustregel gilt: Im Nicht-EU-Ausland sollte ein Internationaler Führerschein mitgeführt werden. Das Dokument ist unter anderem in beliebten Urlaubsländern wie Kanada, den USA (nicht in allen Bundesländern), Australien, Neuseeland, Mexiko, Indien oder Ägypten notwendig oder zumindest empfehlenswert. Andernfalls können Urlauber schon beim Automieten scheitern: Unternehmen verlangen häufig, dass das Dokument vorgelegt wird. Deshalb gilt, wie immer beim Reisen: vorab informieren.
Wichtiger Hinweis für Japan-Urlauber: Hier hilft der Internationale Führerschein nicht weiter, stattdessen sollten Reisende eine zertifizierte Übersetzung des nationalen Führerscheins mit sich führen, beispielsweise vom ADAC. Alle nötigen Informationen gibt’s in unseren Japan-Reisetipps.
Wie beantrage ich einen Internationalen Führerschein?
Der Weg zum Internationalen Führerschein ist denkbar einfach. Voraussetzung sind die Volljährigkeit und eine vorhandene Fahrerlaubnis in Form des EU-Kartenführerscheins. Wer noch einen grauen oder rosafarbenen Lappen mit sich trägt, sollte diesen also rechtzeitig ins Scheckkartenformat umtauschen.
Wer einen Termin vereinbart und den Weg zum lokalen Straßenverkehrsamt persönlich auf sich nimmt, kann das Dokument dafür oft direkt mitnehmen. Alternativ gibt es bei immer mehr Ämtern die Möglichkeit, den Führerschein auch online zu beantragen. Dann kann die Lieferzeit per Post aber gerne mal bis zu vier Wochen betragen. Lieber zu früh als zu spät dran sein, also. Je nach Region liegen die Gebühren für das Dokument zwischen etwa 15 und 20 Euro.
Wie lange ist das Dokument gültig?
Je nachdem, welchem Straßenverkehrsabkommen das Zielland zugestimmt hat, gilt der Internationale Führerschein ein oder drei Jahre. Es kommt also auf das Reiseland an. Aber: Die Gültigkeit darf nie die Gültigkeit des nationalen Führerscheins überdauern.
Eine gute Übersicht gibt es auf www.adac.de.
Internationaler Führerschein nach Reiseland
Reiseland
Status
Hinweis
Thailand
erforderlich
USA
empfohlen
In mehreren Bundesstaaten vorgeschrieben, bundesweit sehr sinnvoll.
Australien
erforderlich
Alternativ kann eine beglaubigte englische Übersetzung genügen.
Neuseeland
empfohlen
Beglaubigte Übersetzung kann ebenfalls reichen.
Japan
keine klassische Pflicht, aber Übersetzung nötig
Deutsche und österreichische Reisende brauchen eine zertifizierte japanische Übersetzung des nationalen Führerscheins.
Kanada
empfohlen
Je nach Region sinnvoll, teils von Vermietern verlangt.
Mexiko
erforderlich bzw. empfohlen
Südafrika
häufig erforderlich
Indien
erforderlich
Ägypten
erforderlich


