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Manchmal ist einfach alles zuviel. Das kann sogar der gestandenen Reisejournalistin im Flugzeug passieren. Was in so einer Situation hilft, das weiß unsere Chefredakteurin Jenny.

In dieser Kolumne von Chefredakteurin Jennifer Latuperisa-Andresen wird nichts beschönigt, dafür viel beobachtet, ausprobiert und eingeordnet. Persönlich, pointiert und mit einem Augenzwinkern. Hier kommst du zu ihrem Instagram-Account.

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»Können wir irgendwas für Sie tun?« Ich sitze zitternd und weinend auf meinem mir zugewiesenen Platz im Flugzeug und bin mit den Nerven am Ende. Warum, kann ich gar nicht sagen. Eins kann ich ausschließen: Flugangst ist es nicht. Wahrscheinlich ist es der Druck, der Stress, der sich schon viel zu lange angestaut hat. Ich bin schon am Abend vor dem Abflug mit Panikattacken ins Bett gegangen und mit der gleichen seelischen Verfassung aufgewacht. Schweißgebadet habe ich mich mitten im Winter in den ICE Richtung Flughafen geschleppt. Atemnot, Schwindel und Herzrasen inklusive. Ich wusste genau, dass, sobald mich jemand anspricht, ich es nicht schaffen werde, meine Tränen zu unterdrücken.

Doch irgendwie habe ich es ohne viel Worte bis in den Flugzeugsitz geschafft. Und die nette Dame, die für meine Reihe zuständig war, hat sofort gespürt, dass mit mir etwas nicht stimmt. Und hat sich so liebevoll gekümmert. Mir eine Decke gebracht, ein Glas Wasser, eine Schlafmaske und Ohrstöpsel. Ich solle mich auf mich konzentrieren. Und auf meine Atmung. Wie selbstverständlich wurde mein Wasser immer wieder aufgefüllt, mir liebevoll über den Arm gestreichelt. Gerade das richtige Maß an Aufmerksamkeit in einer Situation, in der sich viele auch noch in Scham verlieren.

Unterwegs mit Freunden

Ich habe mich wie bei Freunden gefühlt. Die Aufmerksamkeit und Fürsorglichkeit fühlte sich für mich authentisch an. Das war eines meiner schönsten – obwohl es offensichtlich eher unschön war – Flugerlebnisse. Die Crew von Singapore Airlines war so herzlich, offen und verständnisvoll – wie ich es noch nie erlebt habe. Und ich bin doch schon bei diesem Job das ein oder andere Mal geflogen. Ja, es gibt Auszeichnungen für Sitze, Pünktlichkeit, Komfort und Service. Und auch da ist die Airline immer ganz vorne.

Aber das Zwischenmenschliche ist viel wichtiger. In einer derartigen Situation sind einem die Beinfreiheit, die Filmauswahl oder das Label auf der Weinflasche egal. Da zählt nur Herz und Seele. Hiermit kann ich bestätigen, dass diese an Bord von Singapore Airlines mehr als vorhanden sind.