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Du hast dir für diesen Sommer eine sportliche Herausforderung vorgenommen oder willst einfach so deine Heimat kennenlernen? So oder so, einige dieser Fahrradtouren in Deutschland sind für jede Motivation die richtige Wahl. Nur ob du lieber entlang der Berge oder des Meers entlang radelst, das musst du selbst wissen.

Mit knapp 100.000 Kilometern Radweg hat Deutschland eines der am besten ausgebauten Radnetze Europas. Landschaftlich bieten Flüsse, Seen, die Nord- und Ostsee sowie Berge ein tolles Panorama für lange Touren mit dem Fahrrad. Hier stellen wir Fahrradtouren in Deutschland vor, mit denen der Urlaub zu einem tollen Erlebnis wird.

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Churfranken: Immer entlang des Maintals

Die Region Churfranken ist von schönen Fahrradrouten geradezu durchzogen. Diese reichen von flachen Routen bis hin zu hügeligen Wegen in Mittelgebirgsqualität. Auf insgesamt sieben verschiedenen Mountainbike-Trails lässt sich Churfranken mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Dabei geht es entlang des Mains mit Ausblicken von den Hängen hinab ins Maintal – einfach traumhaft.

Zwei Menschen sitzen in der Sonne am Ufer des Mains, im Hintergrund eine Brücke. Neben ihnen steht ein Fahrrad.

Foto: Churfranken e.V./News-Verlag

Einer der sieben Trails ist der sogenannte »BÜ 1«. Der Trail wird aufgrund seiner mittelschweren Einstufung auch gerne als entspannte Feierabendrunde bezeichnet. Auf 26 Kilometern Tourenlänge und mit 620 Metern Höhenunterschied führt er vom Burgstädter Rathaus zur Centgrafenkapelle hinauf. Von dort aus geht es in weiten Schleifen bis in den Stadter Wald oberhalb Eichenbühls und oberhalb der Erf nach Bürgstadt zurück. Anders dagegen geht es auf der Rundstrecke Collenberg zu. Hierfür braucht es Kondition! Die 34 Kilometer lange Route lässt sich in zwei Etappen aufteilen. Schotterwege, Serpentinen, schnelle Passagen und vieles mehr ringen auch erfahrenen Radlern die ein oder andere Steuerkunst ab.

Rheinradweg: Auf den Spuren der Loreley

Der etwa 1.450 Kilometer lange Rheinradweg führt entlang des Flusses vom Quellgebiet in den Schweizer Alpen bis zur Nordsee-Mündung durch sechs europäische Staaten. Zweifelsohne gehört diese Strecke zu den Fahrradtouren in Deutschland, für die etwas mehr Zeit mitgebracht werden muss. Wer es eine Nummer kleiner mag, kann sich auf die Etappe von Bingen/Rüdesheim und Remagen/Unkel konzentrieren. Sie gehört sicherlich zu den schönsten Abschnitten und ist wie geschaffen, um auf beiden Uferseiten in die Pedale zu treten konzentrieren. Die Fahrradtour führt entlang der Rheinschleifen zur sagenumwobenen Loreley.

Der fast 200 Meter hohe Kalkschieferfels lockt jedes Jahr zahlreiche Busse und Ausflugsdampfer mit Besuchern aus aller Welt an. Wer keine Lust auf Touristenmassen ohne Ende, sollte eher im Frühling oder Herbst herkommen.

Der Loreley-Felsen am Mittelrhein in der Sommersonne, vom gegenüberliegenden Ufer aus gesehen.

Foto: Thorsten Schier/Shutterstock.com

Wem das zu lang ist: Die 53,5 Kilometer lange Strecke von Oberwesel bis nach Koblenz ist in vier bis fünf Stunden reiner Fahrzeit gut machbar. Mehr Zeit sollte einplanen, wer einige der zahlreichen Burgen und Denkmäler besichtigen möchte. Entspannter ist die Strecke natürlich auch mit einem E-Bike.

Brenz-Radweg: Biber, Jurafelsen und das Donaumoos

Eine Region gilt unter Fahrradliebhabern noch als Geheimtipp. Die Rede ist von der Heidenheimer Brenzregion auf der Schwäbischen Alb. Vor allem der 56 Kilometer lange Brenz-Radweg erfreut sich bei Bikern großer Beliebtheit.

Ein Radweg führt entlang einer grünen Anhöhe, links ein kleiner See und rechts ein zerklüfteter Felsen.

Foto: Schwäbische Alb Tourismus/Thomas Rathay

Hier radeln Naturfreunde bequem durch die Karstlandschaft der Schwäbischen Alb und am Fluss Brenz entlang. Von ihrer Quelle in Königsbronn bis zur Mündung in die Donau ist die Brenz in den warmen Monaten ein steter Quell der Abkühlung – ein nasses Bad ist zwischendurch immer drin.

Das Besondere: An den Ufern sind zahlreiche Erlebnisplätze und Informationsstellen entstanden, die zum Entspannen und Entdecken einladen. Diese Brenz-Lernorte vermitteln Wissenswertes über die ökologisch wertvolle Flusslandschaft. Wie beispielsweise die Biberbau-Ausstellung im mit Jurafelsen bestückten Eselsburger Tal, die Interessierten die Lebensweise des Nagers näherbringt. Interessant auch: der Wasserspielplatz in Bergenweiler, der Brenzturm und die Vogelbeobachtungstürme im Donaumoos.

Rundfahrt im Spreewald: Zwischen Wäldern, Kanälen – und Gurken

Für Einsteiger eignet sich eine Fahrradtour durch den Spreewald besonders gut. Mit einer Tagestour können Erkundungsfreudige da nichts falsch machen. Ausgangspunkt einer solchen Tagestour ist Lübbenau im Herzen des Spreewalds. Der Radweg Richtung Lehde führt zwischen vielen kleinen Wasserstraßen und Wäldern hindurch. Von den Spreewaldbrücken eröffnen sich tolle Fotomotive. Unterwegs gibt es im Ort Leipe die Möglichkeit, eine Mittagspause direkt am Wasser einzulegen.

Alle, die unterwegs mehr über die berühmten Spreewälder Gurken erfahren möchten, bietet sich die »Lübbenauer Gurkentour« an. Auf dieser ganz besonderen Fahrradtour haben Radler nicht nur die Möglichkeit zum Probieren der typisch Spreewälder Spezialität, sondern lüftet auch so manches Geheimnis ihres guten Geschmacks.

Zwei Frauen in sommerlicher Sportkleidung fahren über eine Wiese, im Hintergrund Wald.

Foto: Lena Tschukow/www.spreewald.de

Wer dann noch Lust und Energie hat, fährt über Raddusch und Böblitz bis nach Lübbenau weiter. Mit kleinen Kindern empfiehlt es sich, ab Leipe auf dem gleichen Weg zurückzufahren, da sich die Strecke dann auf 14 Kilometer (statt 22) verkürzt.

Was im sommerlichen Spreewald außerdem an Aktivitäten wartet, wissen die Kollegen bei unserem Schwestermagazin funky GERMANY.

Romantische Straße: Malerisches Panorama und historische Schlösser

Eine der schönsten Fahrradtouren in Deutschland verläuft entlang der Romantischen Straße. Hier finden Radler eine Kombination aus Landschaft und Kultur entlang von Main, Tauber, Wörnitz und Lech. Geübte Radfahrer kommen ganz besonders auf der Tagesetappe von Würzburg bis Rothenburg auf ihre Kosten. In der Residenzstadt Würzburg startet die 115 Kilometer lange Tagestour, die vom Maintal in das Taubertal führt. Hinter Würzburg geht es zunächst über häufig bewaldete Hügel raus aus dem Maintal. Anschließend folgt die Gemeinde Werbach – und somit das schöne Taubertal. Weitere sehenswerte Stationen der Radtour sind Tauberbischofsheim, Bad Mergentheim, Weikersheim und Creglingen.

Zwei junge Menschen in Sommerkleidung fahren mit Fahrrädern über eine steinerne Brücke. Auf einer Anhöhe im Hintergrund liegt die Stadt Rothenburg an der Tauber.

Foto: erleben.bayern/Angelika Jakob

Entlang dieser Strecke warten einige besuchenswerte Schlösser und hügelige Landschaften. Nach etwa sieben bis neun Stunden im Fahrradsattel endet die Tour in der ebenfalls ziemlich malerischen Stadt Rothenburg ob der Tauber.

Panorama-Radweg im Bergischen: hohe Viadukte und Industriegeschichte

Radfahren im hügeligen Bergischen? Kein Problem! Zahlreiche stillgelegte Bahntrassen in Wuppertal, Solingen und Remscheid sind mittlerweile komfortabel für Radfahrer ausgebaut. Damit stehen steigungsarme Radwege mitten durch die Städte aber auch quer durch die Natur zur Verfügung. Als Panorama-Radwege eröffnen sie besondere Blick auf Städte und Landschaft. Es wollen glitzerndes Wupperwasser, tiefe Wälder, Aussichten von hohen Viadukten, Wege mitten durch historische Städtchen mit ihren schwarzen Schieferhäusern und viele Spuren der Industriegeschichte entdeckt werden.

Zwei Menschen fahren auf einem Pflasterweg in Richtung des Betrachters; im Hintergrund ist unscharf der Altenberger Dom im Bergischen Land zu sehen.

Foto: Dominik Ketz

Das Bergische Städtedreieck liegt 30 Kilometer südlich des Ruhrgebiets und 30 Kilometer östlich der Städte Düsseldorf und Köln. Zwischen Essen und Wermelskirchen sowie zwischen Leverkusen und Olpe verlaufen die drei Panorama-Radwege. Dazu gehören: der Bergische Panorama-Radweg (132 km), der Panorama Radweg Niederbergbahn (40 km) und der Panorama-Radweg Balkantrasse (51 km).

Emsland-Radweg: Von Rheine bis Papenburg

Falls noch jemand kurz überlegen muss, wo das Emsland überhaupt liegt: Es erstreckt sich über 2.880 Quadratkilometer von der NRW-Landesgrenze bei Rheine bis zur Grenze Ostfrieslands bei Papenburg. Die Region bietet auf einer Gesamtlänge von 3.500 Kilometern ein ausgeschildertes Radwegenetz entlang der Flussläufe von Ems und Hase sowie durch Moore und Wälder.

Radfahren in Bargerveen im Emsland

Foto: Emsland Touristik

Für viele leidenschaftliche Radfahrer aus dem Ruhrgebiet gehören die Strecken im Emsland zu den bevorzugten Fahrradtouren in Deutschland. Kein Wunder, von Gelsenkirchen oder Bochum ist man in weniger als 30 bis 45 Minuten da.

Zu sehen gibt es eine Menge: Meppens mittelalterliche Altstadt im Westen und die Kornbrenner-Stadt Haselünne im Osten bis zur Meyer-Werft- und Hafenstadt Papenburg im Norden. Die Tour lässt sich in fünf Etappen aufteilen. Dann bleibt zwischendurch genug Zeit für Besichtigungen bei Emsflower, Europas größter Gärtnerei, im Emsland Moormuseum in Geeste, im Brennereimuseum Haselünne oder im im Emslandmuseum Lingen. Zwischendurch eine Pause nicht vergessen, um die schöne Natur zu genießen.

Radfahrer pausieren an der Ohe

Foto: Emsland Touristik

Radtour durch Bremens grünes Umland

»Stadt, Land, Kunst« – die noch ziemlich junge Radtour lädt mit 62,4 Kilometern zu einem Ausflug in Bremens grünes Umland ein. Entlang von Kanälen und Flussläufen führt die Route bei einzigartiger Lichtkulisse durch eine flache Wiesenlandschaft, die weitläufig unter nationalem Schutz steht. Unterwegs verschnaufen Radler bei selbstgebackenem Kuchen auf den idyllischen Terrassen traditioneller Höfe und Gaststätten, zum Beispiel in Melchers Hütte – eine von sieben Hütten entlang der Hamme, die einst den Torfschiffern als Rastplatz dienten. Höhepunkt der Radroute ist das Künstlerdorf Worpswede – mitgegründet von Otto Modersohn und Heinrich Vogeler gibt es hier mehr als ein ganzes Jahrhundert Kunst zu entdecken.

Steinhuder Meer: Maritime Atmosphäre im Landesinneren

Eine Tagestour entlang des Naherholungsgebietes Steinhuder Meer können begeisterte Radfahrer bequem binnen zwei Stunden machen. Als bietet er einen weiten Blick über die 32 Quadratkilometer große Wasserfläche, damit ist das Steinhuder Meer der größte Flachwassersee Deutschlands. Umrahmt wird das Steinhuder Meer von Moor, Erlenwald, Feuchtwiesen und Dünen.

Über dem Steinhuder Meer geht die Sonne unter; im Vordergrund einige Grashalme.

Foto: Seifert-Fotografie/Shutterstock.com

Die Strecke führt rund um den mit 30 Quadratkilometern größten See in Niedersachsen. Die Größe des Sees und die kleinen Yachthäfen am Ufer vermitteln den Eindruck, wirklich am Meer zu sein. Im Sommer laden zahlreiche Bademöglichkeiten oder angrenzende Naturschutzgebiete dazu ein, fünfe mal gerade sein zu lassen, sprich, die 33 Kilometer der Radtour zu unterbrechen und die Landschaft zu genießen.

Wer mehr über das Steinhuder Meer während der Fahrradtour erfahren möchte, kann einer der konzipierten Themenrouten wie die Moor-, die Kirchen- und Klöster- oder die Dinoroute machen. Familien mit Kindern können auch eine Tour in den nahe gelegenen Wald machen, um Kastanien zu sammeln. Interessant ist auch, vom Ufer des Steinhuder Meer das Treiben der vielen Zugvögel zu beobachten, die hier Rast machen oder sogar überwintern.

Weserradweg: Den Damm entlang zur Nordsee

Dem Sprichwort nach entsteht dort, wo sich Werra und Fulda küssen, die Weser und somit hat der 451 Kilometer lange Fluss auch keinen klassischen Quellursprung. Bis zur Mündung in die Nordsee können Hobby-Radfahrer entlang der Weser schöne Backsteinhäuser mit typisch friesischen Reetdächern entdecken. Auf der Etappe von Bremen nach Bremerhaven warten so gut wie keine Steigungen, jedoch kann hin und wieder der Gegenwind der Nordsee für etwas Anstrengung beim Radeln sorgen. Teilweise direkt auf dem Damm fahren Radfahrer an fischverarbeitender Industrie entlang bis zur Küste.

Vom Betrachter weg führt ein breiter Fluss Richtung Horizont, bevor er um eine Linksbiegung verschwindet. Links des Flusses führt ein Radweg entlang, auf dem drei Menschen entlang radeln.

Foto: hydebrink/Shutterstock.com

Die Themenrouten unter dem Motto »Bike & Learn« kombinieren den Spaß auf zwei Rädern mit Wissenswertem rund um die Region. So werden Groß und Klein etwa auf der Wolfstour anhand von Infotafeln sowie passenden Stopps wie dem Wolfcenter Dörverden interessante Details über die Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen erläutert. Bei der Dino-Tour laden Relikte aus der Zeit der Dinosaurier zur Spurensuche ein. Aber auch Kulturfans kommen auf ihre Kosten: Auf dem Grafen-Ring erfahren sie zauberhafte Märchen zu der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.

Wer lieber an der Küste radelt, darf sich über unsere Tipps zur Radtouren an Nord- und Ostsee freuen.