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Die Streiks an zahlreichen spanischen Flughäfen dauern an. Zusätzlich zum Bodenpersonal legen nun auch die Fluglotsen die Arbeit nieder. Unter anderem sind Madrid, Barcelona, Mallorca und mehrere Kanaren-Airports betroffen. Verspätungen und längere Wartezeiten sind wegen des Streiks in Spanien realistisch, vereinzelt fallen Flüge ganz aus. Wer vorbereitet reist, kommt deutlich entspannter durch.

Kurz erklärt: Wer streikt hier eigentlich?

Wichtig vorab: Die Airline selbst streikt nicht. Es ist das Bodenpersonal, also die Menschen hinter den Kulissen, die dafür sorgen, dass ein Flug überhaupt stattfinden kann. Genauer gesagt, die Beschäftigten der Handling-Firma Groundforce. Konkret von dem Streik in Spanien betroffen sind die Gepäckabfertigung (Koffer einladen, ausladen, sortieren), die Abfertigung am Gate (Boarding, Pushback, Koordination auf dem Vorfeld) sowie teilweise Reinigung, Betankung und technische Abfertigung der Maschinen.
Für Reisende bedeutet das: Flüge verspäten sich, weil die Maschinen in Spanien nicht rechtzeitig abgefertigt werden. Gepäck kann länger auf sich warten lassen oder verspätet ankommen. Und weil der Flugplan ins Rutschen gerät, gilt das nicht nur für Spanien: Wenn ein Flug aus Madrid oder Palma zu spät startet, kommt dieselbe Maschine auch auf der nächsten Strecke, etwa zurück nach Deutschland, zu spät an.
Ab Freitag, 17. April, wollen nun auch die Fluglotsen unbefristet streiken. Zu den Arbeitsniederlegungen haben die Gewerkschaften USCA und CC.OO. aufgerufen. Von dem Streik betroffen ist die Firma Saerco, deren Fluglotsen den Verkehr an den Airports Fuerteventura, La Palma, Lanzarote, Vigo, La Coruña, Sevilla, Jerez de la Frontera und Madrid-Cuatro Vientos regeln.
Sicherheitskontrolle im Flughafenterminal: Verschiedene Personen gehen durch den Röntgen-Metalldetektor, Sicherheitsbeamte kontrollieren die Passagiere. Menschenmenge während der TSA-Kontrollen. Blick von oben.

Foto: Framestock Footage/Shutterstock.com

Noch nicht gebucht? Dann jetzt flexibel bleiben

Wer seinen Spanien-Trip noch plant, sollte auf umbuchbare oder stornierbare Tickets setzen und flexible Hotelraten wählen. Umsteigeverbindungen über die großen Drehkreuze Madrid, Barcelona oder Palma de Mallorca können im Streikfall besonders schnell zur Geduldsprobe werden – wer kann, weicht auf kleinere Regionalflughäfen aus oder plant großzügige Umsteigezeiten ein. Bei Pauschalreisen ist der Veranstalter der erste Ansprechpartner: Er ist verpflichtet, Alternativen zu organisieren.

Vor dem Abflug: Diese Dinge helfen bei Streik in Spanien

Den Flugstatus regelmäßig checken, am besten über die App oder Website der Airline, mit aktivierten Push- oder SMS-Benachrichtigungen. Online einchecken und die Bordkarte aufs Handy laden, bevor man überhaupt am Flughafen ist. Und: deutlich früher als sonst losfahren, vor allem an den Hauptreisetagen rund um Ferienbeginn und -ende.

Ins Handgepäck gehören wichtige Medikamente, Reisedokumente, etwas Wechselkleidung, ein Ladekabel und Hygieneartikel – für den Fall, dass der aufgegebene Koffer verspätet ankommt. Wer mit Kindern reist, packt am besten noch Snacks, Getränke und etwas Beschäftigung ein.

Wer aus Spanien zurückfliegt, sollte besonders früh da sein

An spanischen Flughäfen sind lange Schlangen an Check-in, Gepäckabgabe und Security wahrscheinlich. Wer zu spät ankommt oder unvorbereitet ist, riskiert, dass Boarding oder Flug ohne ihn stattfindet, obwohl die Airline selbst gar nicht streikt.

Deshalb: so früh wie möglich am Flughafen sein und die Sicherheitskontrolle nicht unterschätzen. Flüssigkeiten vorher in den Beutel packen, Laptop griffbereit haben, Jacke und Gürtel schon vor dem Kontrollband ausziehen. Wer koordiniert durch die Security geht, spart nicht nur sich selbst Zeit, sondern auch allen anderen in der Schlange.

Eine Touristin, die an überfüllten Flughafenschaltern in langen Schlangen wartet, um ihr Gepäck aufzugeben.

Foto: Shutterstock.com

Streik in Spanien: Diese Rechte haben Passagiere

Bei Verspätung oder Ausfall gilt: Immer direkt an die Airline wenden, nicht an den Flughafenbetreiber, der ist nicht Ihr Vertragspartner. Wenn die Schalter überfüllt sind, lohnt sich ein Blick auf digitale Kanäle: Hotline, Chat oder Social Media der Airline sind oft schneller. Alle Unterlagen aufbewahren, also Boardingpässe, Buchungsbestätigung und Belege für zusätzliche Ausgaben wie Essen oder eine Übernachtung. Die brauchst du für mögliche Erstattungen.

Zur Orientierung: Bei größeren Verspätungen muss die Airline Betreuungsleistungen wie Mahlzeiten und Getränke anbieten, bei langen Wartezeiten gegebenenfalls auch Hotel und Transfer. Bei einem Flugausfall haben Passagiere grundsätzlich Anspruch auf eine Ersatzbeförderung oder die Rückerstattung des Ticketpreises. Ob und in welchem Umfang das im Einzelfall gilt, klärt im Zweifel die Verbraucherzentrale.

Noch ein praktischer Hinweis zum Sparen

Keine teuren Ersatzflüge auf eigene Faust buchen, bevor die Airline nicht informiert wurde – sonst können die Kosten am Ende beim Reisenden hängenbleiben. Wer längere Wartezeiten einplant, isst besser außerhalb der teuersten Gastrobereiche am Flughafen. Und wer früh genug anreist, kann oft auf günstigere Verkehrsmittel statt Taxi oder Langzeitparkplatz zurückgreifen.