Abseits der Touristenscharen laden im Senegal und dem vom Senegal umschlossenen Gambia Atlantikstrände, Savanne, Flussoasen und Galeriewälder an Afrikas Westküste zu Erkundungstouren mit Aha-Momenten ein. Das Wetter ist dabei fast immer gut und die Entfernungen sind überschaubar. Mit etwas Abenteuergeist im Gepäck lässt sich hier ein Outdoor-Urlaub der Extraklasse erleben – und das nur sechs Flugstunden entfernt.
Text: Martin Wein
Ille de Gorée
Leuchtend bunt gestrichene Villen aus der Kolonialzeit empfangen schon am Hafen: Die winzige Insel Gorée in der Hafeneinfahrt vor Dakar ist das beliebteste Touristen-Ziel im Senegal. Hier schlendern Besucher auf altem Kopfsteinpflaster durch blühende Gassen zum alten Banyan-Baum, hoch zur katholischen Kirche und zur alten Festung. Früher galt die Insel als Zentrum des brutalen Sklavenhandels und ein sehenswertes Museum berichtet über dieses düstere Kapitel europäisch-afrikanischer Kolonialgeschichte. Neuere Forschungen haben die Bedeutung Gorées in dieser Hinsicht relativiert. Das angebliche Sklavenhaus gehörte vielmehr einst einer gewieften afrikanischen Gummi-Händlerin.

Foto: Martin Wein
River Gambia Nationalpark
Auf vier für Menschen gesperrten Inseln im Gambia-Fluss haben die Schimpansen das Sagen. Seit vier Jahrzehnten leben hier die letzten Menschenaffen des Landes in den natürlichen Galeriewäldern fernab unserer Zivilisation. Mit kleinen Booten kann man sie besuchen und aus respektvoller Entfernung beobachten.
Hier findest du mehr Infos zu der Begegnung mit den Berggorillas in Ruanda.

Foto: Martin Wein
Afrikas Wiedergeburt
Senegals Hauptstadt Dakar ist ein wachsender Moloch ohne herausstechenden Reiz. Auf einem Hügel über der Millionen-Stadt beschwört seit 2010 indessen die höchste Plastik Afrikas die Wiedergeburt des Kontinents im 21. Jahrhundert. Architekt Pierre Goudiaby Atepa entwarf dazu ein Paar mit einem Kind auf den Schultern, das in die Ferne weist. Nach dem Besuch einer Ausstellung, die auch das Elend Bootsflüchtlinge an den europäischen Küsten zum Thema macht, bringt ein Fahrstuhl Besucher hoch in die Aussichtskanzel im Kopf des Mannes mit Panoramablick über die ganze Stadt.

Foto: Martin Wein
Nationalpark Djoudj
Wenn Europas Zugvögel sich im Herbst auf die Socken machen, landen viele von ihnen für den Winter im grünen Mündungsdelta des Senegal-Flusses. Kleine Boote bringen Besucher mitten hinein in eine aquatische Welt mit vielen Wasservögeln, Adlern und Krokodilen. Durch eine Schaar Hunderter Pelikane zu gleiten, ist wahrhaft beflügelnd!

Foto: Martin Wein
Saint Louis
Die alte Handelsstadt in der Mündung des Senegal-Flusses zählt heute zum Weltkulturerbe der Unesco. Verblichener Kolonial-Chic, freche afrikanische Kunst und die quirlige Hafenatmosphäre mit vielen Fischerbooten aus Holz verleihen der Stadt einen ganz eigenen Charakter. Am besten schlafen Besucher in einem der Boutique-Hotels in der Altstadt.

Foto: Martin Wein
Große Moschee in Touba
Rund 150 km landeinwärts von Dakar steht in Touba eine der größten Moscheen Afrikas. Ihre sieben Minarette ragen bis zu 86 Meter in den blauen Himmel. Ein Besuch der eindrucksvollen Anlage ist auch allen Nicht-Muslimen erlaubt. Der Komplex ist das Zentrum der von Ahmadou Bamba im 19. Jahrhundert gegründeten islamischen Gruppe der Mouriden. Im Senegal haben sie auch politisch großen Einfluss und verwalten sich weitgehend selbst.

Foto: Martin Wein
Strände in Saly Portudal
Badeurlaub unter Palmen – klar geht es auch im Senegal. Die Strände von Saly liegen gerade mal 25 Kilometer südlich des internationalen Flughafens von Dakar. Hier gibt es große Hotelresorts mit internationalem Standard ebenso wie kleinere Anlagen mit tropischen Gärten und gepflegten Pools, in denen auch die senegalesische Mittelschicht Urlaub macht. Treffen Sie die Locals beim Fußball am Strand oder abends bei einem Jazzkonzert in einer der Beachbars.

Foto: Martin Wein
Lion Walk in Fathala
Mit einem Löwen spazieren gehen? Im privaten Wildschutzgebiet Fathala geht das. Hier wollen Wildhüter aus Südafrika die einstige Großfauna Westafrikas wieder ansiedeln. Neben Giraffen, Antilopen, Warzenschweinen und Straußen können Gäste in einem abgegrenzten Bereich auch mit den 14 Löwen auf Tuchfühlung gehen. Beim »Lion Walk« folgt man mit einem Löwenpärchen majestätisch durch den Busch. Die Tiere wurden mit der Flasche aufgezogen und sind an Menschen gewöhnt.
Auf der Website des »Fathala Wildlife Reserve« erhälst du mehr Infos.

Foto: Martin Wein
Lac Rose
Pink ist Trumpf! Lac Rose nennen die Senegalesen den Retba-See unweit von Dakar. Salzliebende Algen färben sein Wasser in der Trockenzeit von November bis Juni mit Beta-Carotin in leuchtendem Pink ein. Derselbe Stoff lässt auch die Federn von Flamingos rot werden. Auf dem stark salzhaltigen Wasser kann man ähnlich unbeschwert treiben wie auf dem Toten Meer.

Foto: Martin Wein
Wassu Stone Circles
Am Gambia-Fluss entlang finden sich rund 1000 geheimnisvolle Steinkreise aus der Zeit vor der Ankunft der Europäer. Die schönsten stehen in Wassu und zählen heute zum Weltkulturerbe der Unesco. Bis zu zehn Tonnen schwere Brocken aus rotem Laterit-Gestein haben die unbekannten Erbauer hier einst in Kreisen um frühere Grabstellen aufgestellt. Wer es machen will wie die Einheimischen, hinterlässt selbst einen kleinen Stein auf den Megalithen.

Foto: Martin Wein
