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Mit der Präsentation der ersten Routen der Yacht Amangati zeigt die Luxusmarke erstmals konkret, wohin die Reise auf dem Wasser geht. Hotels entdecken das Meer ja gerade reihenweise für sich. Jetzt legt auch Aman nach und schürt ganz nebenbei eine ordentliche Portion Fernweh.

Luxushotels auf dem Wasser liegen im Trend. Einige Marken schicken ihre Handschrift inzwischen lieber über Wellen statt über Kontinente. Unsere Chefredakteurin Jenny durfte beispielsweise die Vorzüge der schönen Ritz-Carlton-Yacht Ilma testen. Und jetzt sind wir ganz gespannt auf das Aman-Projekt.

Wer die Hotelmarke kennt, weiß, Aman macht keine halben Sachen. Mit der Amangati überträgt die Marke ihren berühmten Rückzugsmodus konsequent aufs offene Meer. Keine schwimmende Großstadt, kein Daueranimationsprogramm, kein enges Innenkabinengefühl. Eher das, was ein Aman-Hotel an Land auszeichnet: Ruhe, Raum und dieses leise Gefühl, sehr weit weg vom Alltag zu sein.

Pool auf der Amangati

Credit: Sinot

Weniger Gäste, mehr Platz, sehr viel Meer

94 Gäste auf 180 Metern Länge. Das klingt nicht nach Kreuzfahrt, sondern nach bewusstem Understatement. 47 Suiten, alle mit privater Terrasse, teils größer als so manches City-Apartment. Die Gestaltung orientiert sich an der reduzierten Eleganz eines japanischen Ryokan. Viel Licht, klare Linien, kein überflüssiger Schnickschnack. Wer hier an Bord geht, bekommt eher das Gefühl eines privaten Rückzugsortes als das eines Schiffes.

Mittelmeer mit Zeit und Haltung

Die erste Saison führt durch das Mittelmeer, Überraschung! Fünf bis acht Tage, ikonische Küsten, kleinere Häfen, längere Aufenthalte. Statt straffem Fahrplan gibt es späte Abfahrten und Übernachtstopps. Cannes während der Filmfestspiele, Monaco zum Grand Prix, Venedig inklusive Fahrt durch den Canal Grande. Alles wirkt so, als hätte jemand sehr bewusst entschieden, wo sich Ankommen und Bleiben lohnt und wann Weiterfahren eine gute Idee ist.

Spa auf der Amangati

Spa auf der Amangati, einem Aman at Sea, I Credit: Sinot

Spa auf See, bitte ohne Hektik

Wellness gehört bei Aman immer dazu. Auf der Amangati erstreckt sich das Spa gleich über zwei Decks. Behandlungsräume mit Meerblick, Hammam, Banya, offene Whirlpools, Yoga, Meditation, Medical Spa. Dazu direkter Zugang zum Wasser über die Selora Marina. Das Meer bleibt nicht Kulisse, sondern wird Teil des Erlebnisses. Sehr überzeugend, schon auf dem Papier.

Essen, Jazz, Kino. Kein Magier in Sicht

Kulinarisch setzt Aman auf vier Restaurants. Mediterran, japanisch, Grill, dazu In-Suite-Dining rund um die Uhr. Abends Jazz Club, Kino oder Lounge statt Musical und Poolanimation. Auch das passt ins Bild. Begleitet wird jede Reise von einem persönlichen Suite Host und einem Concierge, der sich um Landgänge, Transfers und Details kümmert.

Aman at Sea setzt hohe Standards.

Credit: Sinot

Ein bisschen Vorfreude darf sein

Noch ist die Amangati im Bau. Start ist für Frühjahr 2027 geplant. Trotzdem kribbelt es bereits. Die ersten Routen lesen sich vielversprechend, das Konzept wirkt durchdacht, die Bilder lassen erahnen, wohin die Reise geht. Wenn Hotelyachting tatsächlich eine eigene Disziplin wird, dann dürfte Aman ziemlich weit vorne mitfahren. Oder besser gesagt: gleiten.