Es ist eines der meistfotografierten Gebäude der Welt: das Burj Al Arab in Dubai, dessen segelförmige Silhouette seit 1999 die Küstenlinie der Emiratmetropole prägt. Nun steht das Luxushotel vor seiner ersten umfassenden Innenrestaurierung.
27 Jahre ist es her, dass das opulente Luxushotel Burj Al Arab in Dubai eröffnet wurde. Personalisierte Butler, Swarovski-Glanzelemente, Marmor, Blattgold und 198 Suiten über mehrere Etagen, das war damals eine Sensation – und prägte, was Reisende fortan von einem Haus der Superlative erwarten durften.

Foto: Tyler Nowak
Doch selbst das beste Material kommt irgendwann in die Jahre. Nach einem Vierteljahrhundert Hochbetrieb ist eine Frischzellenkur längst überfällig. Die Jumeirah Group spricht dabei bewusst von einer Restaurierung statt von einer Modernisierung, einem Begriff, der die Bewahrung über die Neuerfindung stellt und das Flair des Hauses schützen soll.
Burj Al Arab bei Drohnenangriff in Brand gesetzt
Dass das Hotel gerade jetzt stark im Rampenlicht steht, hat noch einen weiteren Anlass. Ende Februar wurde die Fassade des Burj Al Arab bei einem iranischen Drohnenangriff auf Dubai durch Trümmerteile beschädigt und kurzzeitig in Brand gesetzt.
Das Feuer war schnell gelöscht, weder Gäste noch Personal kamen zu Schaden. Jumeirah betont, dass das bevorstehende Restaurierungsprogramm ausschließlich die Innenräume betrifft und seit Langem vorbereitet wurde. Also nichts mit dem Angriff zu tun habe.
Tristan Auer – der Architekt mit dem Gespür für Ikonen
Die Wahl des Designers ist fast spannender als das Projekt selbst. Tristan Auer gründete sein Studio 2002 in Paris und gehört heute zu den prägenden Köpfen des internationalen Hospitality-Designs. Seine Handschrift findet sich in einigen der elegantesten Häuser Europas, darunter das Hôtel de Crillon am Place de la Concorde und Les Bains Douches. Beide Projekte zeigen, wie Auer Geschichte in die Gegenwart überführt, ohne ihren Charakter zu verlieren.

Foto: Jumeirah
Auer lernte von zwei stilprägenden Persönlichkeiten, Philippe Starck und Christian Liaigre. Aus dieser Schule entstand eine Designsprache, die Handwerkskunst mit zeitgenössischer Sensibilität verbindet. Sie passt perfekt zu einem Haus, das sich weniger als Designobjekt denn als kulturelles Erbe versteht. Kein Zufall, dass Auer bereits als »Designer des Jahres« ausgezeichnet wurde.
Für ihn ist das Burj-Al-Arab-Projekt weit mehr als Routine. Er nennt es ein großes Privileg, die erste Restaurierung eines Wahrzeichens dieser Größenordnung in Dubai zu gestalten, und beschreibt die Aufgabe als Ehre und Verpflichtung zugleich.
So wirkt sich die Restaurierung des Burj Al Arab auf den Betrieb aus
Jumeirah teilt mit, dass es bei der Restaurierung um Feinarbeit geht, nicht um ein Makeover. Die Innenausstattung soll mit derselben Sorgfalt behandelt werden wie ein Kunstwerk – detailverliebt, respektvoll und ohne den charakteristischen arabischen Glanz zu verlieren.
Wie sich die Arbeiten auf den Hotelbetrieb auswirken, bleibt indes offen. Welche Suiten, Restaurants oder Lounges vorübergehend geschlossen sein werden, ist bisher nicht bekannt. Die Renovierungsarbeiten verlaufen laut Jumeirah abgestuft. Medien aus Dubai, wie etwa Time Out Dubai, berichten auf ihren Websiten allerdings, dass das Hotel mehrere Monate lang geschlossen bleiben wird. Wer in den kommenden anderthalb Jahren einen Aufenthalt plant, sollte direkt beim Hotel nachfragen, welche Bereiche betroffen sind.



