Da Südeuropa und mitunter auch Deutschland immer häufiger unter Hitzewellen leiden, zieht es viele Urlauber im Sommer in den hohen Norden. Zum Beispiel nach Spitzbergen, wo frische Temperaturen locken, spektakuläre Landschaften und Erlebnissen, die es in Europa kaum ein zweites Mal gibt. Darum lohnt sich Sommerurlaub auf Spitzbergen.
Wenn in vielen Orten in Europa die 40-Grad-Marke fällt und selbst nachts kaum Abkühlung einsetzt, wächst bei einigen Reisenden die Sehnsucht nach Urlaub ohne Hitzestress. Und dazu muss man Europa nicht einmal verlassen. Die norwegische Inselgruppe Spitzbergen liegt rund 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt und gehört zu den nördlichsten dauerhaft bewohnten Regionen der Erde. Wer hier Urlaub macht, tauscht Strandliegen gegen Gletscher, Palmen gegen schneebedeckte Berge und Sonnenbrand gegen eine Fleecejacke.

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Wo liegt Spitzbergen überhaupt?
Viele kennen den Namen, können ihn aber kaum auf der Landkarte einordnen. Spitzbergen ist die größte Insel des Svalbard-Archipels und liegt mitten im Arktischen Ozean. Politisch gehört die Inselgruppe zu Norwegen, besitzt aber aufgrund des Spitzbergenvertrags einen besonderen Status. Bürger zahlreicher Staaten dürfen sich dort niederlassen und arbeiten.

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Die meisten Besucher landen in Longyearbyen, der größten Siedlung mit rund 2.500 Einwohnern. Von Oslo aus dauert der Direktflug knapp drei Stunden. Schon beim Anflug wird klar: Straßen, Wälder oder Felder sucht man fast vergeblich. Stattdessen prägen schroffe Berge, Gletscher und Fjorde die Landschaft.
Coolaction auf Spitzbergen: Sommer mit acht Grad statt vierzig
Wer zum ersten Mal im Juli aus dem Flugzeug steigt, erlebt oft eine Überraschung. Während Mitteleuropa schwitzt, liegen die Temperaturen auf Spitzbergen im Sommer meist nur zwischen fünf und zehn Grad.
Gerade das macht den Reiz einer Coolcation aus. Wandern, Kajakfahren oder Bootsausflüge sind auch tagsüber angenehm möglich. Klimaanlagen oder schattige Plätze spielen dagegen kaum eine Rolle.

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Die Sonne geht wochenlang nicht unter
Ein weiteres Naturphänomen sorgt für ein besonderes Urlaubserlebnis: die Mitternachtssonne. Zwischen Ende April und Ende August bleibt es auf Spitzbergen rund um die Uhr hell. Selbst um Mitternacht taucht die tief stehende Sonne Berge und Gletscher in ein warmes, goldenes Licht. Wanderungen, Bootstouren oder Tierbeobachtungen sind dadurch zu jeder Tageszeit möglich.
Viele Reisende berichten, dass sie völlig das Zeitgefühl verlieren. Wer um zwei Uhr morgens fotografiert oder spazieren geht, erlebt dieselbe Helligkeit wie anderswo am frühen Abend.
Eisbären weit verbreitet
Spitzbergen gehört zu den wenigen Regionen der Welt, in denen Menschen den Lebensraum der Eisbären teilen. Schätzungen zufolge leben auf der Inselgruppe mehrere hundert Tiere.

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Deshalb gelten außerhalb von Longyearbyen besondere Regeln. Wer die Ortschaft verlässt, sollte nur mit einem erfahrenen Guide unterwegs sein. Viele Einheimische führen zudem ein Gewehr mit sich – allerdings nicht, um Eisbären zu jagen, sondern ausschließlich zur Selbstverteidigung im äußersten Notfall. Ziel ist es immer, Begegnungen zu vermeiden.
Für Urlauber bedeutet das: Geführte Wanderungen und Expeditionen bieten nicht nur spannende Einblicke in die Natur, sondern auch ein Plus an Sicherheit.
Walrosse, Rentiere und Polarfüchse
Nicht nur Eisbären machen Spitzbergen zu einem außergewöhnlichen Reiseziel. Die Inselgruppe beherbergt eine faszinierende Tierwelt. Mit etwas Glück lassen sich Walrosse beobachten, die an den Stränden in der Sonne liegen. Spitzbergen-Rentiere grasen häufig sogar in der Nähe von Longyearbyen, während Polarfüchse durch die Tundra streifen. Im Sommer kehren außerdem Millionen Seevögel an die steilen Klippen zurück und verwandeln sie in riesige Brutkolonien.

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Auch Wale werden in den Sommermonaten regelmäßig in den Fjorden gesichtet.
Svalbard Global Seed Vault: Der Tresor der Menschheit
Zu den bekanntesten Bauwerken Spitzbergens zählt der Svalbard Global Seed Vault. Tief im Permafrost eines Berges lagern dort mehr als eine Million Saatgutproben aus aller Welt.

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Der Tresor dient als Sicherheitskopie für Nutzpflanzen und soll helfen, die weltweite Artenvielfalt auch nach Naturkatastrophen oder Krisen zu bewahren. Besucher können das Gebäude zwar nicht betreten, doch schon der Eingang in den Fels zählt zu den bekanntesten Fotomotiven Spitzbergens.
Häufige Fragen
Was kostet ein Urlaub auf Spitzbergen?
Direktflüge über Oslo sind je nach Saison bereits für wenige Hundert Euro erhältlich, Hotels in Longyearbyen beginnen außerhalb der Hochsaison oft bei rund 150 Euro pro Nacht. Deutlich teurer werden geführte Aktivitäten wie Gletscherwanderungen oder Bootsexpeditionen, wofür mehrere Hundert Euro zusätzlich einkalkuliert werden sollten.
Wie kalt ist es im Sommer auf Spitzbergen?
Zwischen Juni und August liegen die Temperaturen meist bei 5 bis 10 Grad, an warmen Tagen auch um 15 Grad. Selbst im Hochsommer sind warme, winddichte Kleidung und festes Schuhwerk daher unverzichtbar.
Kann man auf Spitzbergen Polarlichter sehen?
Ja, allerdings nicht im Sommer, da der Himmel wegen der Mitternachtssonne zu hell ist. Die besten Chancen bestehen zwischen Ende September und März, wenn die Nächte wieder dunkel sind.
Gibt es auf Spitzbergen Bäume?
Nein. Spitzbergen liegt nördlich der Baumgrenze, die Landschaft besteht aus Tundra, Felsen, Gletschern und Permafrost. Gerade diese karge Natur macht den besonderen Reiz der Inselgruppe aus.
Gibt es auf Spitzbergen Mücken?
Ja, überraschenderweise sogar viele. Während der kurzen Sommermonate können Mücken vor allem in der Nähe von Feuchtgebieten lästig werden, weshalb ein Mückenschutz trotz der kühlen Temperaturen ins Gepäck gehört.

