7.107 Inseln gibt es auf den Philippinen. Keine gleicht der anderen, jede hat ihr eigenes Flair. Viele davon sind tropische Urlaubsparadiese. Das gilt vor allem für den zentralen Visayas-Archipel, zu dem auch die Insel Bohol gehört. Besonders Taucher verdrehen verzückt die Augen, wenn sie an die dortigen Tauchplätze denken. Text: Sibylle Gerlinger

Im Osten was Neues

Warum die Insel Bohol auch die Garteninsel genannt wird, verstehen wir bei unserer Fahrt über die Insel sofort. Hübsche kleine Häuschen mit sorgsam gepflegten Vorgärten und ausladenden Mangobäumen säumen die Straßen nach Anda. Die Halbinsel im Osten von Bohol entwickelt sich gerade vom Geheimtipp zum Makromekka der Unterwasserfotografen.

Bislang gibt es zum Glück nur wenige Boutique-Hotels, so wie das neue Magic Oceans Resort. Unterhalb eines dichten tropischen Waldgürtels schmiegen sich auf einem kleinen Plateau sechzehn Bungalows um einen Pool.

Magic Oceans Resort auf Insel Bohol

Gerald Nowak

Von der Sonnenterrasse über dem Meer blicken wir schon einmal auf das satt changierende Blaugrün des artenreichen Hausriffs. Wir sind vor allem hier, weil die siebzehn Kilometer lange Küste vor allem für ihre kleinen Meeresbewohner gerühmt wird. Und die wollen wir suchen. Eine Taschenlupe gehört hier zu unserer Grundausstattung und ist im Tauchjacket verstaut.

Size matters auf der Insel Bohol

Manchmal zählt die Größe eben doch. Oder deren Mangel. In diesem Fall also je kleiner, desto besser. Manche Lebewesen sind so winzig, dass man mit bloßem Auge schon Schwierigkeiten hat, sie zu sehen. Vor allem, wenn man nicht weiß, wo man suchen soll. Dafür bekommen wir einen Diveguide zur Seite.

Katamaran vor der Insel Bohol

Gerald Nowak

Auf den Philippinen werden diese Tauchassistenten »Spotter« genannt. Deren Aufgabe ist es weniger darauf zu achten, dass wir nicht ertrinken. Vielmehr sind sie dafür zuständig, den Fotografen beim Suchen der gewünschten Tiere zu helfen.

Uns wird Lee-Ann zugeteilt, Spitzname: Pygmy-Guide. Der bezieht sich zwar eher auf ihre zierliche Statur, aber Lee-Ann entpuppt sich als Adlerauge. Ihr entgeht nichts.

Tauchlehrerin Lee-Ann auf der Insel Bohol

Gerald Nowak

Sie kennt die Habitate der verschiedenen Spezies genau und weiß, wo sie schauen muss. Es sind vor allem Krebstierchen und Nacktschnecken, auf die wir es abgesehen haben. Nacktschnecken, igitt? Nicht im Meer! Da sind die kleinen Biester ungeheuer attraktiv.

Tausende verschiedene Arten gibt es und jede hat ein anderes Erscheinungsbild und Fressverhalten. Fast alle sind psychedelisch bunt und zart. Manche haben sich selbst zum Fressen gern. Die meisten ernähren sich aber nicht kannibalisch, sondern von Algen, Schwämmen oder Korallenteilchen. Passend zu ihrem Äußeren tragen sie oft betörend exotische Namen. Glossodoris, Flabellina, Cuthona, Ceratosoma oder Nembrotha. Unser Liebling Costasiella kommt in verschiedenen Farbvarianten vor und hat die Größe eines Reiskorns. Taucher nennen sie »Shaun the sheep« und wer sie sieht, weiß warum.

Fisch im Wasser vor Insel Bohol

Gerald Nowak

Am besten flach

Man muss nicht tief tauchen, um hier die besten Entdeckungen zu machen. Das Kleinvieh liebt die Flachwasserzonen. In Federsternen, auf Schwämmen oder in Korallenästen verstecken sich unzählige Krebstierchen. Meist sind sie bestens getarnt und ihrem Lebensraum angepasst. Die kleine Korallenkrabbe etwa ist in der pinkfarbenen Weichkoralle kaum zu erkennen. Ebenso täuscht die weiß-schwarze Federsterngarnele geschickt den Betrachter in ihrem gleichfarbigen Zuhause.

Lemon gobies (Lubricogobius exiguus) beim Tauchen vor der Insel Bohol

Gerald Nowak

Und Achtung, jetzt kommt Biologie, das nennt man Mimese. Einige Krebse sind dagegen Meister der Dekoration. Sie tragen zur Tarnung Korallenbüschel oder Seeigel auf dem Kopf, die sie mit zwei Hinterbeinen an Ort und Stelle halten. Manche haben dabei scheinbar Sinn für Farbe und Stil, andere sehen urkomisch aus. Magisch ist die Unterwasserwelt in Anda allemal!

Eine Reise auf Insel Bohol könnt ihr zum Beispiel beim Veranstalter sun+fun Tauchreisen buchen.

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