Mitten im Outback von Südaustralien ist derzeit ein besonderes Naturschauspiel zu beobachten: Starke Regenfälle lassen mitten in der Wüste einen See entstehen – den Lake Eyre, einen der größten Salzseen der Welt!
Ein See mitten in der Wüste
Einmal im Leben den Lake Eyre sehen. Das ist ein Privileg. Denn er gibt sich nur alle acht bis zehn Jahre die Ehre und zieht so Naturfans in seinen Bann. Den Rest der Zeit ist das riesige Becken (viermal so groß wie das Saarland) völlig ausgetrocknet.
Setzen die Regenfälle ein, fließt das Wasser über ein weitläufiges Einzugsgebiet in das tiefste natürliche Becken Australiens, 15 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Wüste wird zum Meer und das trockene Nichts verwandelt sich in eine glitzernde, lebendige Wasserfläche. Nicht nur Fotografen, Touristen und Hobby-Ornithologen lieben die einzigartige Landschaft, auch Wissenschaftler sind fasziniert von dem größten Entwässerungssystem der Welt. Manchmal bedeckt das Wasser nämlich eine Fläche von bis zu 9.500 Quadratkilometer!

Foto: Peter Rowe
Wenn das Leben zurückkehrt
Wo man auch hinschaut, erwacht durch die Regenfälle das Leben. Gerade noch eine trockene, verlassene Fläche, sorgt nun erfrischendes Wasser für Erholung und schafft ein vorübergehendes Zuhause für allerlei Tiere. Pelikane, Schwäne, Ibisse und Möwen fliegen aus allen Ecken des Kontinents herbei und legen teilweise Tausende Kilometer zurück, um sich an dem Naturschauspiel zu erfreuen.

Foto: Grant Hunt Photography
Während die gefiederten Seebewohner ihre Brutstätten einrichten, dürfen Urlauber sich auf ein wahres Fest für die Augen freuen. Wo man auch hinschaut, lassen Salzkristalle und Sedimente das Wasser in den buntesten Farben schillern. Je nach Lichteinfall erscheint es mal rosa, mal violett oder sogar türkis. Dazu spiegelt sich der Himmel auf der glatten Oberfläche und sorgt für einen fast surrealen Anblick, wie im Film. Kein Wunder, dass Fotografen aus aller Welt anreisen, um Zeugen dieses magischen Moments zu werden. Wie im Traum!
Der beste Blick? Von oben!
Egal, wie schön die Landschaft vom Boden aus ist, für den größten Wow-Moment sorgt der Blick von oben. Kleine Flugzeuge starten von Orten wie William Creek, Marree oder Coober Pedy und entführen Urlauber auf eine Reise der besonderen Art. Durch die Luft gleiten sie hinweg über geometrische Muster, Wasseradern und Farben, die aussehen wie mit dem Pinsel auf die Erde getupft. Fast wirkt die Landschaft wie ein riesiges abstraktes Gemälde.

Foto: Wrightsair Scenic Flight/South Australian Tourism Commission
Höhenangst? Dann kann man sich dem Lake Eyre auf legendären Outback-Routen wie den Birdsville- oder Oodnadatta-Track annähern. Durch die wilde australische Landschaft geht es vorbei an alten Telegraphenstationen, rostigen Wassertanks und Siedlungen, in denen die Zeit stillzustehen scheint.
Mehr als nur ein Postkartenmotiv
Der Lake Eyre ist nicht nur ein Naturwunder, sondern auch ein spiritueller Ort. Seit 2012 trägt der See offiziell den Doppelnamen Kati Thanda-Lake Eyre, ein Zeichen der Anerkennung für die indigene Kultur, die hier tief verwurzelt ist. Denn für die Arabana People, die hier seit Jahrtausenden leben, ist er ein heiliger Platz.
Besucher können an geführten Touren teilnehmen und mehr über die Bedeutung des Sees aus Sicht der Aboriginal People erfahren. Auch Umweltorganisationen arbeiten eng mit der Community zusammen, um diesen besonderen Ort zu bewahren und das uralte Wissen der Arabana weiterzugeben.

Foto: Wrightsair Scenic Flight/South Australian Tourism Commission
Auf der Webseite des Nationalparks erhälst du weitere Infos zum Lake Eyre in Südaustralien!
In diesem Artikel auf unserer Webseite zeigen wir die fünf schönsten Strände in Südaustralien.
