In dreißig Minuten von der Altstadt auf 2.256 Meter. Was klingt wie ein Versprechen aus dem Tourismusprospekt, ist in Innsbruck schlicht Alltag. Und auch sonst sind die Wege hier kurz. Wir nehmen dich mit auf einen Drei-Tage-Trip in die Region.
Es gibt Städte, die sich entschieden haben. Für Kultur oder Natur, für Altstadt oder Abenteuer oder für Familien oder Alpinisten. Innsbruck hat diese Entscheidung nie getroffen. Und das ist keine Schwäche, sondern das eigentliche Konzept.
Drei Tage hier bedeuten: morgens Bergstation, nachmittags mittelalterlichen Gassen, abends Haubenrestaurant. Nicht weil das ein ausgeklügeltes Reiseprogramm erfordert, sondern weil die Wege einfach kurz sind. Die Nordkettenbahnen starten aus der Altstadt. Das Kaisergrab liegt um die Ecke vom besten Kaffee der Stadt. Und das Mieminger Plateau mit zwei Michelin-Sternen ist innerhalb einer halben Stunde zu erreichen. So gehen kurze Wege.
Die Region selbst umfasst sechs Erlebnisregionen: Innsbruck, Inntal-Telfs, Kühtai-Sellraintal, Mieminger Plateau, Region Patscherkofel und Westliches Mittelgebirge, also damit über 40 Orte. Drei Tage sind eigentlich das Minimum, um zu verstehen, warum das alles für einen Besuch so gut funktioniert. Ob sie ausreichen, muss jeder und jede selbst entscheiden.
Tag 1: Wie weit ist es vom Goldenen Dachl auf 2.256 Meter?
Die kurze Antwort: dreißig Minuten. Die Längere: Die Nordkettenbahnen starten praktisch aus der Altstadt. Talstation, Gondel, Blick über das Karwendel, fertig. Oben anbekommen beginnen der Geotrail und der Goetheweg, zwei völlig unterschiedliche Routen für völlig unterschiedliche Stimmungen. Wer nach dem Ausblick genießen keine Lust auf Wandern hat, fährt einfach wieder zurück in die Gassen.
Für alle, die den weiteren Tag unten verbringen: Das Goldene Dachl (ein spätgotischer Prunkerker am Neuen Hof) kennen wohl fast alle. Weniger bekannt sind die Themenwege der »Walks to Explore« (auf dieser Website findest du mehr Infos), die in Ecken führen, die Reiseführer manchmal aus Platzgründen weglassen. Die Walks führen vorbei an opulenten Habsburger Residenzen und durch Viertel, die ihre eigene Geschichte erzählen.
Tag 2: Was hat ein leeres Kaisergrab mit Kristall zu tun?
In der Hofkirche steht ein aufwendiges Kaisergrab. Nur der Kaiser selbst liegt nicht drin. Maximilian I. wurde nämlich in Wiener Neustadt beigesetzt, das Innsbrucker Grabmonument blieb nur symbolisch dort. Bewacht wird es von 28 überlebensgrossen Bronzefiguren, die zusammen genommen zu den eindrucksvollsten Plastiken der Renaissance zählen.
Direkt nebenan liegt die Kaiserliche Hofburg mit ihren barocken Prunkräumen, darunter dem Riesensaal. Schloss Ambras liegt etwas außerhalb und war das Renaissanceprojekt von Erzherzog Ferdinand II. Seine Kunst- und Rüstkammern sowie die Porträtgalerien sind bis heute ziemlich eindrucksvoll. Und der weitläufige Schlosspark lädt zum Flanieren ein.
Den Nachmittag holt sich der Ort Wattens: Die Swarovski Kristallwelten (hier geht’s zur Website) sind zwanzig Minuten von Innsbruck entfernt. Ein wenig kitschiger als erwartet und trotzdem sehenswert – oder gerade deswegen.
Tag 3: Wo endet ein Radweg und wo beginnt ein Michelin-Stern?
Der Genuss-Radweg im Inntal (hier geht es zur Website) führt an 24 Hofläden vorbei. Milchprodukte, Honig, Gebäck und alles direkt vom Erzeuger. Das ist kein kuratorisches Konzept, sondern schlicht die Verkaufsstruktur der Region. Und zu Fuß? Trailstrecken gibt es für alle Erfahrungsstufen. Und das ohne dass die Wege überlaufen wären.
Den Tagesabschluss macht das Mieminger Plateau, eine halbe Stunde von Innsbruck entfernt. Im Alpenresort Schwarz wartet das Restaurant »141 by Joachim Jaud« (hier geht es zur Website) und mit ihm zwei Michelin-Sterne und vier Gault-&-Millau-Hauben. Direkt daneben liegt auch ein 27-Loch-Golfplatz, falls der Abend noch nicht ausgefüllt genug ist.
Innsbruck ist eine Stadt, die sich erst beim zweiten Besuch vollständig erklärt. Der erste ist dafür da, zu verstehen, warum es einen zweiten geben wird. Drei Tage reichen, um anzukommen — wer abreist und das Gefühl hat, alles gesehen zu haben, hat irgendetwas falsch gemacht.
Tipp: Mit der Innsbruck Card — erhältlich für 24, 48 oder 72 Stunden — sind Bergfahrten, Sehenswürdigkeiten und der öffentliche Nahverkehr abgedeckt. Zwei Nächte in einem Partnerbetrieb, und die Welcome Card gibt es kostenlos dazu: Busse und Bahnen in der gesamten Region, plus Rabatte auf Attraktionen. Innsbruck ist per Zug aus München, Wien und Zürich direkt erreichbar.
Mehr Infos über Innsbruck und die Region findest du auf der Website der Stadt.
Häufige Fragen
Was sind die interessantesten Sehenswürdigkeiten in Innsbruck?
Zu den bekanntesten zählen das Goldene Dachl in der Altstadt, die Nordkettenbahn mit Panoramablick auf die Alpen, die Hofkirche mit den »Schwarzmandern«, Schloss Ambras sowie die Maria-Theresien-Straße mit der Triumphpforte. Diese Mischung aus Kaiserzeit, Bergkulisse und lebendiger Innenstadt macht den besonderen Reiz der Stadt aus.
Wie ist das Klima in Innsbruck?
Innsbruck hat ein gemäßigtes, alpines Klima mit warmen, oft sonnigen Sommern und kalten, schneereichen Wintern. Die Lage im Inntal und die umgebenden Berge sorgen dafür, dass Temperatur und Wetter rasch wechseln können, besonders in Frühling und Herbst.
Wie kommt man nach Innsbruck?
Per Zug ist Innsbruck gut an Österreich, Deutschland, Italien und die Schweiz angebunden. Direktverbindungen gibt es etwa aus München oder Zürich. Darüber hinaus verfügt die Stadt über einen eigenen Flughafen mit Verbindungen zu europäischen Drehkreuzen sowie eine direkte Autobahnanbindung über die Inntalautobahn.



