Wer einen Flug sucht, durchstöbert oft die Websiten der Online Travel Agencies, die die Preise der Airlines miteinander vergleichen. Keine gute Idee, so die Stiftung Warentest. Denn die Flüge dort kosten oft deutlich mehr als direkt bei der Airline. Wie kann das sein?

Lust, in vier Wochen spontan nach Oslo zu fliegen? Oder doch lieber nach Lissabon? Wer einfach nur weg möchte und die Urlaubsreise nicht im Gesamtpaket beim Reiseveranstalter buchen will, muss sich um Flug und Hotel selbst kümmern. Bei den Flügen geht das Problem allerdings schon los. Welche Airline fliegt nochmal von Düsseldorf nach Paris? Und welche von Frankfurt nach Lissabon? Vermutlich die Lufthansa. Aber sonst? Eurowings, Ryanair, Easyjet?

Wer da nicht mehr durchblickt, steuert oft die Websiten diverser Online Travel Agencies an. Das sind zum Beispiel die Portale Bravofly, Opodo, Fluege.de, Flug24.de, Airline-direct.de und Billigfluege.de. Diese Portale listen einem die möglichen Flugverbindungen auf und – nicht ganz unwichtig – die besten Preise. Glaubt man zumindest.

Ergebnis: Bei den Portalen zahlt man im Schnitt ein Drittel mehr

Die Stiftung Wartentest hat sich die Online Travel Agencies in einem Test vorgeknöpft. Die Profitester verglichen 22 Flüge mit vier Airlines von Berlin nach München und Palma de Mallorca, von Hamburg nach Oslo und von Düsseldorf nach Paris. Erschreckendes Ergebnis: Fast immer war der Preis inklusive aller Leistungen bei den Portalen höher als direkt bei der Airline: »Wir zahlten im Schnitt gut ein Drittel mehr, in einem Fall bei Opodo fast das Doppelte«, so die Stiftung Warentest.

Mann sitzt im Flugzeug und durchsucht seinen Rucksack

Bambi Corro

Aber wie kann das sein? Klar ist: Die Portale müssen irgendwie Geld verdienen. Von den Fluggesellschaften bekommen sie keine Provision. Also muss das Geld anders hereinkommen. Und was machen sie? Sie bieten Serviceleistungen der Fluggesellschaften mit einem saftigen Aufschlag an. Kostet das Aufgabegepäck von Düsseldorf nach Paris bei Air France 25 Euro, nimmt fluege.de 35,10 Euro – ein Plus von happigen 40 Prozent. Gern zugelangt wird auch bei Steuern, Gebühren und der Sitzplatzbuchung, so die Stiftung Warentest. Und auch bei der Kreditkartenzahlung wird kassiert. Bei den Portalen Billigfluege.de, Airline-direct.de, Fluege.de und Flug24.de koste der Flug von Berlin nach München rund ein Viertel mehr, falls Kunden nicht mit einer firmeneigenen Mastercard zahlten.

Die Konsequenz, die die Stiftung Wartentest Verbrauchern ans Herz legt: »Vergleichen Sie die Preise bei Flugportalen. Buchen Sie Flüge aber direkt bei der Fluggesellschaft.« Die untersuchten Online Travel Agencies sind übrigens nicht zu verwechseln mit Flugvergleichsportalen wie zum Beispiel Momondo oder Kayak.

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