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Thailand, USA, Malediven oder Dominikanische Republik – sie alle klingen nach Sehnsuchtsorten. Doch wer in der Ferne unterwegs ist, sollte sich nicht nur Gedanken über Hotel und Ausflüge machen, sondern auch über die medizinische Realität vor Ort. Die ERGO Reiseversicherung gilt als Expertin für Reiseschutz und weist darauf hin, wie sehr die Qualität und die Kosten ärztlicher Behandlungen weltweit variieren. Und hilft bei der Frage: Krank im Urlaub – was tun?

Thailand: Moderne Kliniken im Stadtzentrum, ländliche Versorgung mit Abstrichen

Bangkok, Chiang Mai und Phuket verfügen über ein dichtes Netz an Privatkliniken, die auf internationale Standards setzen und meist sogar englischsprachiges Personal haben. Medikamente sind in den thailändischen Städten leicht erhältlich. Die Apothekendichte ist enorm, häufig gibt es sogar 24-Stunden-Shops. Auf dem Land zeigt sich in Thailand ein anderes Bild: kleine Gesundheitszentren übernehmen Basisleistungen, komplexere Fälle werden fast immer in Großstädte verlegt. Thailand gilt zwar als Land mit einem guten Gesundheitssystem im regionalen Vergleich, aber die Kosten für Ausländer liegen deutlich höher als für Einheimische. Ein Routineeingriff kann schnell mehrere tausend Euro kosten.

Eine Frau steht auf einer Aussichtsplattform auf Koh Hong Island in Island. Selbst hier kommt die Frage auf: Krank im Urlaub – was tun?

Foto: fokke baarssen/Shutterstock.com

Auch das ist interessant: Thailand investiert stark in den Ausbau des Medizintourismus und zieht Menschen aus aller Welt an, die sich dort operieren oder behandeln lassen.

Indonesien: Trauminseln mit begrenzter Infrastruktur

Ob Bali, Lombok oder Java: Indonesien ist beliebt, doch die medizinischen Standards sind nicht flächendeckend hoch. Öffentliche Krankenhäuser gelten als überlastet und technisch veraltet. Wer ernsthafte Behandlung braucht, sucht besser ein privates Krankenhaus auf. Dort ist die Versorgung meist besser, aber die Kosten steigen schnell. Gerade bei schweren Erkrankungen ist oft ein Weitertransport nach Singapur oder Malaysia nötig. Deshalb gilt Indonesien aus medizinischer Sicht als Land mit eingeschränkter Grundversorgung.

In Touristenzentren wie Bali lassen sich im Notfall schnell internationale Ärzte finden und auch hier gibt es Apotheken mit 24-Stunden-Service. Reisende sollten aber wissen: Impfungen gegen Dengue, Malaria-Prophylaxe oder Mückenschutz sind wichtiger Bestandteil der Vorsorge, da tropische Krankheiten verbreitet sind.

Dominikanische Republik: Zwischen Klinik im Resort und dünner Versorgung im Landesinneren

In Touristenzentren wie Punta Cana oder Santo Domingo gibt es moderne Privatkliniken und internationale Krankenhäuser. Sie arbeiten auf hohem Standard und verfügen oft über englischsprachiges Personal. Allerdings verlangen diese Kliniken in der Regel Vorkasse oder den Nachweis einer Auslandskrankenversicherung, bevor überhaupt eine Untersuchung beginnt.

Wer das Landesinnere bereist, trifft auf eine schwächere Infrastruktur. Medikamente sind in abgelegenen Regionen nicht immer verfügbar, weshalb eine gut ausgestattete Reiseapotheke sehr empfohlen ist. Im Vergleich zu anderen Karibikstaaten ist die Dominikanische Republik zwar verhältnismäßig gut aufgestellt, aber die Versorgung bleibt ungleich verteilt. Vorsorge bedeutet hier: Schutzimpfungen rechtzeitig prüfen, Reiseapotheke (insbesondere für Durchfallerkrankungen) anlegen und die Versicherungsunterlagen griffbereit haben.

Playa Bavaro in der Dominikanischen Republik

Foto: Valentin Valkov/Shutterstock.com

USA: Weltspitze in der Medizin, Spitzenpreise inklusive

Die USA verfügen über eine der besten medizinischen Infrastrukturen weltweit: von hochspezialisierten Fachärzten über modernste Kliniken bis hin zu innovativen Behandlungsmethoden. Walk-in-Clinics in Drogerieketten wie CVS oder Walgreens erleichtern die Versorgung bei kleineren Beschwerden. Doch die Kosten sind enorm: Schon ein einfacher Arztbesuch kann mehrere hundert Dollar kosten, Operationen und Krankenhausaufenthalte liegen schnell im fünfstelligen Bereich. Viele Kliniken akzeptieren Patienten erst, wenn eine Versicherung oder Kreditkarte vorgelegt wird.

Für Reisende gilt: Ohne Auslandskrankenversicherung ist selbst eine kleine Verletzung ein finanzielles Risiko. Zur Vorsorge zählt in den USA nicht nur die Versicherung, sondern auch die Überprüfung des eigenen Impfstatus: Tetanus, Masern, Mumps, Röteln und Hepatitis A gelten als Basis. Zudem sind Reiseversicherungen mit hoher Deckungssumme unabdingbar.

Malediven: Luxusurlaub mit medizinischen Lücken

Die Resorts im Indischen Ozean sorgen für Bilderbuchferien. Medizinisch sieht es weniger glänzend aus. Auf den Hotelinseln gibt es nur Basisversorgung: Hotelärzte behandeln kleinere Verletzungen oder klassische Reisebeschwerden. Für schwerere Erkrankungen geht es in die Hauptstadt Malé, wo ein zentrales Krankenhaus und einige private Kliniken existieren. Doch selbst dort ist das Angebot begrenzt.

Im Ernstfall wird ein Transport nach Sri Lanka oder Indien nötig, vor allem für Operationen oder spezialisierte Eingriffe. Medikamente sind in Malé erhältlich, auf den Resortinseln jedoch nicht immer. Deshalb sollte die Reiseapotheke gut bestückt sein. Auch Impfungen, zum Beispiel gegen Hepatitis A und Typhus, gehören zur Vorbereitung. Besonders wichtig: eine Versicherung mit Rücktransportoption.

Vorsorge ist die beste Reisebegleitung

Ein Impfbuch.

Foto: Wirestock Creators/Shutterstock.com

Egal ob Hightech-Klinik in den USA, Privatklinik in Thailand oder Hotelarzt auf den Malediven – die Unterschiede in der medizinischen Versorgung könnten größer kaum sein. Ohne Auslandskrankenversicherung wird aus einem Notfall schnell eine finanzielle Katastrophe. Vorbereitung ist also alles. Neben dem Versicherungsschutz sollten Reisende rechtzeitig prüfen, welche Impfungen im Zielgebiet erforderlich sind und welche Medikamente in der Reiseapotheke nicht fehlen dürfen. Moderne Services wie „Air Doctor“ helfen zudem, weltweit digitale Arzttermine zu vereinbaren – per Video oder direkt vor Ort. So bleibt die Fernreise das, was sie sein soll: ein Traum, nicht ein Albtraum.