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Wenn ein Meteorit auf die Erde trifft, hinterlässt er selten nur eine kleine Delle. Meist entstehen gigantische Landschaftsformen, die noch Millionen oder sogar Milliarden Jahre später sichtbar sind. Einige dieser Orte zählen nach Meteoriten-Einschlag heute zu den spektakulärsten Naturphänomenen der Welt. Andere wirken überraschend idyllisch. Wir haben für euch sechs Orte, an denen ein kosmischer Einschlag nicht nur Geologen begeistert, sondern auch Reisende.

Meteor Crater, Arizona: Die perfekte Schüssel in der Wüste

Mitten im staubigen Hochland Arizonas klafft ein Loch, das fast zu perfekt wirkt, um natürlich zu sein. Der Meteor Crater, auch Barringer-Krater genannt, misst etwa 1,2 Kilometer im Durchmesser und fällt rund 170 Meter tief in die Landschaft.

Der Einschlag ereignete sich vor etwa 50.000 Jahren. Für geologische Maßstäbe aber praktisch gestern.

nach Meteoriten-Einschlag: Meteor Crater in Arizona

Foto: Jayne-Lipkovich/Shutterstock.com

Der Krater liegt nur eine gute Stunde von Flagstaff entfernt, nicht weit von der Route 66. Ein Besucherzentrum erklärt die Geschichte des Einschlags, zeigt Meteoritenfunde und erinnert daran, dass NASA-Astronauten hier einst für die Mondmissionen trainierten.

Besonders eindrucksvoll: der Blick von den Aussichtsterrassen direkt am Rand. Das Auge folgt dem nahezu perfekten Kreis im ockerfarbenen Plateau. Wer dort steht, erkennt sofort, welche gewaltige Energie ein kosmischer Treffer freisetzen kann.

Vredefort Dome, Südafrika: Der größte Einschlag der Erde

Der Vredefort Dome wirkt auf den ersten Blick gar nicht wie ein Krater. Statt eines dramatischen Lochs breitet sich eine sanfte Hügellandschaft aus, durchzogen vom Vaal River.

Doch genau hier traf vor etwa zwei Milliarden Jahren ein Meteorit ein, der mehr als zehn Kilometer groß gewesen sein soll. Der ursprüngliche Krater erreichte vermutlich 250 bis 300 Kilometer Durchmesser. Damit gilt Vredefort als größte bekannte Einschlagstruktur der Erde.

Meteoriten-Einschlag: Vredefort Dome in Südafrika

Foto: Anke Nevermann/Shutterstock.com

Heute gehört die Region zum Unesco-Welterbe. Rund um die kleine Stadt Parys locken Wanderungen, Kanutouren, Kletterfelsen und kleine Gästehäuser. Geologische Führungen erklären, warum die Hügel, Felsen und Flusstäler hier eine so ungewöhnliche Struktur besitzen.

Kosmische Katastrophe von einst, entspannte Landschaft von heute.

Nördlinger Ries, Bayern: Eine Stadt im Meteoritenkrater

In Bayern entstand vor rund 15 Millionen Jahren ein Einschlag, der eine Landschaft von etwa 25 Kilometern Durchmesser formte. Genau in dieser riesigen Mulde liegt heute die Stadt Nördlingen.

Die mittelalterliche Altstadt mit ihrer vollständig erhaltenen Stadtmauer steht also buchstäblich im Zentrum eines Meteoritenkraters. Ein Spaziergang über die Mauer liefert eine besondere Perspektive: Historische Türme im Vordergrund, uralte Einschlagstruktur im Hintergrund.

Die Nördlinger Ries Altstadt nach einem Meteoriten-Einschlag

Foto: oliverfoerschner/Shutterstock.com

Das »RiesKraterMuseum« erklärt die Entstehung des Kraters mit Modellen, Gesteinsproben und überraschenden Details. Einige Gebäude der Stadt enthalten sogar Suevit, ein Gestein, das nur bei extremen Einschlägen entsteht.

Rund um Nördlingen liegt der Unesco Global Geopark Ries mit Wanderwegen, Aussichtspunkten und geologischen Lehrpfaden. Eine Landschaft, die erst bei genauerem Hinsehen ihre dramatische Vergangenheit preisgibt.

Auf unserem Schwester-Magazin »funky GERMANY« stellen wir euch eine tolle Radtour in Nördlinger Ries rund um den Krater vor.

Kaali-Krater, Estland: Der geheimnisvolle See im Wald

Auf der estnischen Insel Saaremaa versteckt sich einer der jüngsten Einschläge Europas. Vor rund 7.500 Jahren traf hier ein Meteorit auf die Erde und hinterließ mehrere Krater.

Der größte davon ist heute ein kleiner, runder See, umgeben von dichtem Wald. Das Wasser schimmert dunkelgrün, der Kraterrand wirkt wie ein natürlicher Amphitheaterwall.

Kaali-Krater in Estland nach einem Meteoriten-Einschlag

Foto: M-Production-scaled/Shutterstock.com

Ein Rundweg führt um den See, Informationstafeln erzählen die Geschichte des Einschlags. Archäologen vermuten sogar, dass das Ereignis einst Eingang in lokale Mythen fand.

Saaremaa selbst gilt als entspannte Ostseeinsel mit Windmühlen, kleinen Dörfern und viel Natur. Der Krater fügt dieser Landschaft eine leicht mystische Note hinzu.

Manicouagan, Kanada: Das »Auge von Québec«

Aus dem All wirkt diese Landschaft wie ein gigantischer Ring. Der Manicouagan-Krater im Norden Québecs formt einen kreisförmigen See, der oft als »Eye of Québec« bezeichnet wird.

der Manicougan Impact Crater von oben

Foto: Elena11/Shutterstock.com

Der Einschlag ereignete sich vor rund 214 Millionen Jahren. Erosion, Eiszeiten und menschliche Eingriffe veränderten die Struktur im Laufe der Zeit. Der ringförmige See entstand später durch ein großes Wasserkraftprojekt.

Von Satellitenbildern oder Flugzeugen aus zeigt sich die beeindruckendste Perspektive. Am Boden hingegen dominiert eine wilde Landschaft aus Wäldern, Seen und endlosen Straßen.

Outdoor-Fans entdecken hier ein Paradies für Roadtrips, Camping und sternenklare Nächte. Das Gefühl, sich mitten in einer uralten Einschlagstruktur zu bewegen, gibt der Gegend eine fast surreal wirkende Dimension.

Manicouagan Krater in Quebec

Foto: Thomas Martin Creuzot/Shutterstock.com

Roter Kamm, Namibia: Kosmische Spur in roter Wüste

Im Süden Namibias liegt ein kleiner Krater mit spektakulärer Kulisse. Der Roter-Kamm-Krater misst nur wenige Kilometer im Durchmesser, wirkt jedoch durch seine Lage in der roten Wüstenlandschaft besonders dramatisch.

Der Einschlag erfolgte vor etwa fünf Millionen Jahren. Heute bildet der Krater eine kreisförmige Senke aus rötlichem Gestein, umgeben von hellen Sandflächen.

Roter Kamm Krater in Namibia

Foto: Hp.Baumeler/Shutterstock.com

Die Region zählt zu den abgelegenen Gegenden Namibias. Der Zugang erfolgt meist im Rahmen geführter Offroad- oder Wüstentouren. Wer dort ankommt, steht in einer nahezu menschenleeren Landschaft, die sich ideal für spektakuläre Fotos eignet.

Ein Ort, an dem sich kosmische Geschichte und Wüstenromantik treffen.

Kosmisches Know-how: Asteroid, Meteor oder Meteorit?

Im Alltag werden diese Begriffe häufig durcheinandergeworfen. Tatsächlich beschreiben sie unterschiedliche Stadien desselben Materials.

Asteroid
Ein Asteroid ist ein Gesteins- oder Metallkörper im Weltall, der um die Sonne kreist. Die meisten befinden sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Ihre Größe reicht von wenigen Metern bis zu hunderten Kilometern.

Meteor
Wenn ein kleines Bruchstück eines Asteroiden oder Kometen in die Erdatmosphäre eintritt, entsteht durch die Reibung eine leuchtende Spur am Himmel. Diese Erscheinung heißt Meteor. Bekannt ist sie als Sternschnuppe.

Meteorit
Erreicht ein Rest dieses Materials tatsächlich die Erdoberfläche, trägt er den Namen Meteorit.

Kurz zusammengefasst: Im All heißt der Brocken Asteroid oder Meteoroid. Beim Eintritt in die Atmosphäre entsteht der Meteor. Das Stück, das schließlich auf der Erde landet, heißt Meteorit.

Kaali-Krater in Estland

Foto: Kapsi Onu/Shutterstock.com