Die Lage im Nahen Osten verändert sich derzeit im Abstand von wenigen Tagen. Fluggesellschaften passen ihre Flugpläne laufend an, Lufträume werden kurzfristig gesperrt oder wieder freigegeben. Die Informationen in diesem Artikel geben dir eine Orientierung, ersetzen aber nicht den tagesaktuellen Blick in die App oder auf die Website deiner Airline. Prüfe deinen Flug daher regelmäßig direkt bei der Airline und informiere dich zusätzlich über die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Die Lage im Nahen Osten ist einmal mehr eskaliert. Nach den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran und dessen Gegenschlägen haben zahlreiche Länder im Nahen und Mittleren Osten ihren Luftraum komplett gesperrt. Auch die bei deutschen Urlaubern beliebten Vereinigten Arabischen Emirate – inklusive der Drehkreuze Dubai und Abu Dhabi – hatten ihren Luftraum »teilweise und temporär« geschlossen. Katar, Bahrain und weitere Golfstaaten folgten mit ähnlichen Maßnahmen. Die Folge: ein beispielloses Flugchaos.
Für Urlauber, Geschäftsreisende und alle, die in den kommenden Tagen und Wochen in den Nahen Osten, nach Israel oder in die Golfstaaten fliegen wollten, bedeutet das: Der Flugverkehr ist stark eingeschränkt. Die großen europäischen und internationalen Airlines haben in Rekordtempo auf die Situation reagiert und reihenweise Verbindungen gestrichen.
Bin ich betroffen?
Ob du konkret betroffen bist, hängt vor allem von deinem Reisedatum, deinem Ziel und deiner Airline ab. Die folgenden Szenarien helfen dir bei der Einordnung:
Dein Abflug ist in den nächsten 72 Stunden:
Prüfe den Status deines Fluges in der App oder auf der Website der Airline und aktiviere Push-Nachrichten. Halte deine Buchungsnummer bereit und kontaktiere bei Änderungen zuerst die Airline oder – bei Pauschalreisen – deinen Reiseveranstalter.
Deine Reise liegt noch einige Wochen in der Zukunft:
Beobachte die Lage regelmäßig, aber warte mit eigenmächtigen Umbuchungen. Viele Airlines passen ihre Flugpläne schrittweise an; häufig entstehen erst kurzfristig Ansprüche auf Umbuchung oder Erstattung.
Du bist gerade vor Ort und dein Rückflug fällt aus:
Wende dich sofort an Airline oder Veranstalter. Sie müssen dir eine alternative Beförderung anbieten, bei Pauschalreisen besteht zudem eine Pflicht zur Betreuung vor Ort (z.B. Unterkunft, Transfers).
Du hast nur einen Umstieg in der Region:
Auch Transitpassagiere sind von Luftraumsperrungen betroffen. Prüfe, ob deine Airline dich auf eine alternative Route umbucht, und plane mehr Zeit für Umsteigen und Einreiseformalitäten ein.
Mehr Infos dazu weiter unten.
Update zu Flügen mit Emirates
Emirates führt nach der teilweisen Wiedereröffnung des regionalen Luftraums aktuell einen reduzierten Flugplan durch. Am Donnerstag, 5. März, konnten 30.000 Passagiere aus Dubai ausgeflogen werden.
Und es gibt weitere gute Neuigkeiten: Die Airline geht davon aus, ihr Streckennetz in den kommenden Tagen wieder zu 100 Prozent bedienen zu können. Das teilte die Fluggesellschaft am Freitag, 6. März, mit. Vorausgesetzt, der Luftraum bleibe geöffnet und alle »operativen Voraussetzungen« seien erfüllt. Die Sicherheit habe weiterhin oberste Priorität, ebenso wie die Verantwortung von Emirates gegenüber seinen Kunden.
Bis Samstag, 7. März, wird die Airline täglich 106 Hin- und Rückflüge zu 83 Destinationen durchführen – was etwa 60 Prozent des Streckennetzes entspreche. Emirates fliegt auch wieder mehrfach täglich nach Deutschland und wird diesen Samstag sieben Flüge durchführen – verteilt auf seine vier Zielflughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg.
Derzeit sollten Kunden nur dann zum Flughafen kommen, wenn sie eine bestätigte Buchung haben. Die Airline bittet zudem alle Kundinnen und Kunden, die aktuellen Entwicklungen auf der Website von Emirates (hier der Link zur Seite) sowie in den offiziellen Social-Media-Kanäle zu verfolgen, Dort werden alle Updates veröffentlicht, sobald sie verfügbar sind.
Diese Airlines haben Flüge gestrichen oder umgeleitet
Die Liste der betroffenen Fluggesellschaften ist lang. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Lufthansa Group: Sämtliche Flüge von und nach Tel Aviv, Beirut sowie in die Emirate und den Oman sind ausgesetzt. Allerdings hat die Lufthansa im Auftrag der Bundesregierung in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag von Maskat aus einen Sonderflug nach Frankfurt durchgeführt.
Flüge von und nach Dubai sowie Abu Dhabi sind bis einschließlich 10. März ausgesetzt, Tel-Aviv-Flüge bis zum 22. März, von und nach Beirut geht bis zum 28. März kein Flieger. Alle Infos findest du auf der Website der Lufthansa. - Air France/KLM: Nach aktuellen Angaben der Airline-Gruppe wurden Air-France-Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Dubai und Riyadh bis mindestens 10. März ausgesetzt. Die niederländische Schwesterairline KLM hat Verbindungen nach Dubai, Riyadh und Dammam ebenfalls gestrichen, aktuell bis zum 8. März.
- Wizz Air: Stoppte sämtliche Flüge von und nach Israel, Dubai, Abu Dhabi sowie Amman (Jordanien) mit sofortiger Wirkung – mindestens bis zum 7. März.
- Turkish Airlines: Stellte zunächst alle Flüge nach Iran, Irak, Syrien, Jordanien und Libanon bis zum 2. März ein. Inzwischen wurden darüber hinaus zahlreiche weitere Verbindungen in der Region gestrichen oder angepasst – unter anderem nach Katar, Kuwait, Bahrain, in die Vereinigten Arabischen Emirate und in den Oman.
- Iberia: Die spanische Airline-Gruppe hat ihre Flüge nach Israel ebenfalls ausgesetzt. Konkret hat die IAG-Tochter Iberia Express alle Flüge von und nach Tel Aviv bis mindestens 10. März gestrichen.
- Qatar Airways: Die Fluggesellschaft hat ihre gesamten regulären Flüge vorübergehend ausgesetzt, weil der Luftraum über Katar geschlossen wurde. Nach Angaben der Airline bleiben die Flugoperationen gestoppt, bis die katarische Luftfahrtbehörde den Luftraum wieder freigibt.
- US-Carrier (United, Delta u. a.): Die großen US-Airlines haben ihre wenigen Direktverbindungen in die Region größtenteils ausgesetzt oder stark eingeschränkt und bieten stattdessen Umbuchungen, Reiseguthaben oder Erstattungen an, bis sich die Sicherheitslage im Nahen Osten stabilisiert.
- Oman Air: Oman Air kündigte an, den Flugplan laufend an die Sicherheitslage und die verfügbaren Flugrouten anzupassen. Der Flughafen Maskat spielt derzeit eine wichtige Rolle, weil er von vielen Airlines als Ausweich- und Transitflughafen genutzt wird, u.a. für Rückholflüge.

Foto: Chris Brignola
Was die Lage für die beliebtesten Reiseziele bedeutet
Israel (Tel Aviv)
Der israelische Luftraum bleibt geschlossen. Air France, KLM, Iberia, Wizz Air, russische Airlines und zahlreiche weitere Carrier haben ihre Tel-Aviv-Verbindungen vollständig eingestellt – mindestens bis Anfang oder Mitte März. Faktisch fliegt derzeit keine große internationale Airline den Flughafen Ben Gurion an. Wer eine Reise nach Israel gebucht hat, sollte sich umgehend bei seiner Airline über Umbuchungs- oder Stornierungsmöglichkeiten informieren.
Jordanien (Amman)
Auch Jordanien hat seinen Luftraum gesperrt. Wizz Air streicht Flüge nach Amman komplett bis mindestens zum 7. März, Turkish Airlines stoppte vorläufig seine Jordanien-Verbindungen. Für Reisende, die Jordanien als Destination oder Transitland eingeplant hatten, gibt es derzeit keine verlässlichen Flugverbindungen.
VAE (Dubai und Abu Dhabi)
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Luftraum teilweise wieder geöffnet. Die Fluggesellschaft Emirates fliegt wieder mehrfach täglich nach Deutschland und hat angekündigt, am 7. März sieben Flüge, verteilt auf seine vier Zielflughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg, durchzuführen.
Wie haben Urlaubsregionen wie Dubai und Katar reagiert?
Nach der Schließung der Lufträume und Flughäfen saßen zehntausende Passagiere in Dubai, Abu Dhabi und Doha fest. Daraufhin kündigten die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate an, dass der Staat die Unterbringung und Verpflegungskosten für betroffene Passagiere übernimmt. Hotels wurden offiziell gebeten, Aufenthalte zu verlängern, auch wenn der ursprüngliche Checkout-Termin bereits erreicht war.

Foto: Visit Dubai
Auch Katar folgte diesem Schritt: Die Tourismusbehörde bat Hotels ebenfalls, Gäste, die wegen der Luftraumsperren nicht abreisen konnten, weiter unterzubringen – und erklärte, dass die zusätzlichen Hotelkosten übernommen werden.
In den Emiraten waren laut Behörden mehr als 20.000 Passagiere von gestrichenen oder verschobenen Flügen betroffen. Für viele von ihnen wurden vorübergehende Unterkünfte, Mahlzeiten und Unterstützung bei Umbuchungen organisiert.
Das sagt und tut die Bundesregierung in der aktuellen Situation
Die Bundesregierung bereitet derzeit Rückholflüge für Deutsche vor, die wegen der eingeschränkten Flugverbindungen im Nahen Osten festsitzen. Die Flüge sollen teilweise über alternative Flughäfen in der Region, etwa im Oman, organisiert werden. Vorrang haben besonders schutzbedürftige Personen wie Familien mit Kindern, ältere Menschen oder Kranke.
Reiseveranstalter wie TUI oder DERTOUR versuchen parallel, ihre Kunden mit Sonderflügen oder wieder anlaufenden Linienverbindungen nach Europa zurückzubringen. Außerdem verlängern sie bei Bedarf Hotelaufenthalte, kümmern sich um Umbuchungen und informieren Reisende über neue Rückreisemöglichkeiten. Erste Maschinen, darunter ein Flug von Emirates aus Dubai nach Frankfurt, haben bereits wieder Urlauber nach Deutschland gebracht, doch viele Reisende warten weiterhin auf freie Plätze. Es sei nun wichtig, sich an die Vorgaben der lokalen Behörden und der Reiseveranstalter zu halten, sagte Kerstin Heinen vom Deutschen Reiseverband in einem Interview mit dem Radiosender WDR5.
Praktische Tipps: So verhältst du dich jetzt richtig
Die Situation ändert sich stündlich. Damit du bestmöglich vorbereitet bist, haben wir die wichtigsten Handlungsempfehlungen für dich zusammengestellt:
- Airline-Status prüfen: Gib deine Buchungsnummer (PNR) auf der Website oder in der App deiner Airline ein. Viele Fluggesellschaften haben bereits Sonder-Hinweise geschaltet und bieten kostenlose Umbuchungs- oder Stornierungsoptionen an.
- Live-Tracking nutzen: Dienste wie Flightradar24 zeigen dir in Echtzeit, ob Flüge in die Region überhaupt noch durchgeführt werden – oder ob Maschinen regelmäßig umkehren und umgeleitet werden.
- Mit Verzögerungen rechnen: Selbst wenn dein Flug (noch) nicht offiziell gestrichen ist, musst du in den kommenden Tagen mit kurzfristigen Stornierungen, erheblichen Verspätungen und Umleitungen über südliche Routen (etwa via Ägypten oder Saudi-Arabien) rechnen. Auch Zwangsübernachtungen an Drehkreuzen sind möglich.
- Reiseversicherung checken: Prüfe, ob deine Reiseversicherung Kriegsereignisse oder Luftraumsperrungen abdeckt. Viele Standardpolicen schließen solche Szenarien aus.
- Auswärtiges Amt beachten: Die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes werden laufend aktualisiert und sollten vor jeder Reiseentscheidung konsultiert werden.
Fazit: Abwarten und informiert bleiben
Die aktuelle Lage im Nahen Osten sorgt für massive Einschränkungen im internationalen Flugverkehr. Zahlreiche Lufträume sind gesperrt, dutzende Airlines haben ihre Verbindungen in die Region gestrichen oder stark eingeschränkt. Wer in den kommenden Tagen oder Wochen eine Reise nach Israel, Jordanien oder in die Golfstaaten geplant hat, sollte die Entwicklungen aufmerksam verfolgen, den direkten Kontakt zur Airline suchen und sich auf Umbuchungen einstellen. Wir halten dich auf dem Laufenden, sobald sich die Lage ändert.
