Die Liebe hat Autorin Simone nach Sieseby in Schleswig-Holstein an der Schlei gebracht. Das kleine Örtchen ist eine Oase der Ruhe direkt am Wasser! Warum Sieseby für Simone der schönste Ort der Welt ist, erzählt sie uns im letzten Beitrag unserer »Im hohen Norden in Deutschland« Serie.
Eine Dorfstraße mit Kirche und Friedhof, mit bildhübschen weißen reetgedeckten Häusern, mit zwei Restaurants, einem Hotel, einem Segeljugendclub und einem Briefkasten: Willkommen im Herzen Siesebys, Schleswig-Holsteins bewohntem Flächendenkmal.
Wäre man sachlich, würde man Sieseby als einen Ortsteil der Gemeinde Thumby im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein und die Schlei als »glaziale Rinne, eine durch Gletscher geformte geografische Struktur« erklären. Doch sachlich ist in diesem Fall überbewertet. Denn: Sieseby sollte man besser mit allen Sinnen und zu jeder Jahreszeit spüren.

Foto: Simone Sever
Warum Sieseby? Weil…
… im Sommer das Entkorken der Sekt- und das Ploppen der Bierflaschen am Steg eine so schöne Melodie spielen.
… die Bank bei den drei Weiden ein so beschauliches Plätzchen ist.
… die Stare – bevor sie ihre Schlafplätze im Uferschilf einnehmen – die imposantesten Formationen fliegen. Und weil sich die Sonnenuntergänge am Wasser in wahnwitzig kitschigen Farbpaletten präsentieren.
… das Schilf im Wind wie eine Gruppe Tänzer anmutet, die die Choreografie des Herbststurms darbietet. Und der Winter alles in schönstes Schneeweiß hüllt.
… im Frühjahr auf dem Friedhof der Kirche aus dem 12. Jahrhundert die Krokusse so farbgewaltig aus der Erde herausplatzen, die 105 Meter lange Lindenbaumallee Spalier für die Verstorbenen steht und die Stille am frühen Morgen geradezu greifbar ist.
… das Geläut der Kirchenglocken zur Mittagszeit eine so beruhigende und wiederkehrende Komponente ist.
… an wolkenverhangenen Tagen das Gelb der Narzissen das Sonnenlicht zu ersetzen scheint. Und die Blüten der Kirschen, der Magnolien und der Rhododendren so bezaubernd die Nasen kitzeln.
… bei Höchsttemperaturen das Lachen und das Platschen der Arschbomben unten an der Schlei beinahe bis hoch zum Gasthof Alt Sieseby schallen.
Das Rätsel um die Abkürzung »G.A.S.«
Wer wissen möchte, was das »G.A.S.« mit Jahreszahl an den Fassaden der reetgedeckten Häuser zu bedeuten hat, der findet beim Gasthof Alt Sieseby eine Tafel mit Informationen oder fragt einfach einen »Einheimischen«. Die erklären das gern mit frechem Grinsen: »G.A.S.«, so schmunzeln sie, steht für »Ganz armer Schlucker«. Wer’s glaubt!
Bei unserem Schwester-Magazin funky GERMANY findest du weitere Tipps für Sieseby an der Schlei.

Foto: Simone Sever
