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El Gouna zählt zu den beliebtesten Tauchrevieren im Roten Meer – und das aus gutem Grund: Über 55  Tauchspots liegen nur eine kurze Bootsfahrt von der Lagunenstadt entfernt. Taucher erwartet eine faszinierende Unterwasserwelt mit farbenfrohen Korallengärten, Steilwänden und legendären Wracks wie dem berühmten Wrackfriedhof Abu Nahas. Hier stellen wir die schönsten Spots vor. 

Zunächst ein paar Informationen für alle, die noch nie von El Gouna gehört haben: El Gouna ist kein gewachsenes ägyptisches Küstenstädtchen, sondern eine Retortenstadt, die in den 1990er-Jahren speziell für den Tourismus aus dem Wüstensand gestampft wurde. Der Ort ist durchdesignt, sauber, sicher und perfekt auf internationale Gäste zugeschnitten, vom Yachthafen über Golfplätze bis hin zu durchgetakteten Freizeitangeboten. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Authentisches Alltagsleben wie in traditionellen Städten sucht man hier eher vergeblich. Dafür profitieren Reisende von kurzen Wegen, hoher Servicequalität und einer sehr gut ausgebauten Infrastruktur. Wer ursprüngliches Ägypten erleben will, sollte Ausflüge in kleinere Orte unternehmen. Wer dagegen Komfort, Organisation und ein rundum unkompliziertes Urlaubspaket schätzt, ist in El Gouna genau richtig.

Luftaufnahme von El Gouna am Roten Meer

Foto: Oleksandr Berezko/Shutterstock.com

Warum El Gouna ein Top-Ziel für Taucher ist

Darüber hinaus ist El Gouna ein Paradies für Taucher. Dabei spielt es keine Rolle, ob man gerade erst den ersten Atemzug unter Wasser nimmt oder schon hunderte Tauchgänge im Logbuch stehen hat. Über 55 spektakuläre Spots im Roten Meer liegen nur ein bis zwei Bootsstunden von der Lagunenstadt entfernt. Dich erwarten bunte Korallengärten, spannende Drop-offs und legendäre Wracks. Die Hauptsaison startet im April, wenn das Meer besonders ruhig ist. Dank des milden Klimas kannst du hier aber das ganze Jahr über abtauchen. Die Wassertemperaturen liegen je nach Jahreszeit zwischen etwa 22 und 28 Grad, ein 3–5 mm Neopren reicht also meist völlig aus.

Die Tauchbasen in El Gouna setzen auf hohe Standards: Alle Kurse und Guides sind PADI-zertifiziert, trainiert wird in kleinen Gruppen. Maximal drei Schüler pro Einweiser sorgen für intensive Betreuung und ein sicheres Lernumfeld. Auch zertifizierte Taucher sind in kleinen Gruppen unterwegs (höchstens fünf Personen pro Guide); perfekt, um die Unterwasserwelt entspannt zu genießen. Und auch Nachhaltigkeit wird hier ernst genommen: Dank fester Bojenplätze bleiben Anker am Boot, die Korallenriffe bleiben heil, ein Plus für Umweltbewusste. Praktisch für Reisende: Viele Tauchschulen bieten Hotelabholung, Leihausrüstung in Top-Zustand und auch Schnuppertauchgänge für Neugierige an.

Die schönsten Tauchspots rund um El Gouna

Shaab El Erg (Dolphin House)

Der Spot besteht aus mehreren langgezogenen Riffzungen in Hufeisenform, die eine geschützte Lagune bilden. Delfine tummeln sich hier gern. Die Tauchgänge starten meist als Drift entlang der Außenkante, während im Inneren ruhige Bedingungen herrschen; das ist ideal für Anfänger, Check-Dives oder entspannte Fototauchgänge. In 5 bis 12 Metern Tiefe leuchten Tischkorallen, Gorgonien und Anemonenfelder, während sich in den tieferen Bereichen (bis ca. 30 Meter) Barrakudaschwärme, Makrelen und gelegentlich Adlerrochen zeigen. Besonders schön: die Lichtstimmung am späten Vormittag, wenn Sonnenstrahlen durch das klare Wasser brechen.

Delfine im Roten Meer bei El Gouna

Foto: Orascom Hotel Management

El Fanadir (Nord & Süd)

El Fanadir gilt als echtes Makro- und Nachttauch-Paradies und ist in zwei klar getrennte Bereiche unterteilt, die jeweils ihren eigenen Charakter haben.

El-Fanadir-Nord begeistert mit einer stellenweise senkrecht abfallenden Steilwand. Kleine Höhlen, Spalten und Überhänge bieten perfekte Tarnplätze für Skorpionfische, Steinfische und Krokodilfische. Auf dem sandigen Plateau lassen sich mit etwas Geduld Seenadeln, Geisterpfeifenfische und zahlreiche Nacktschnecken entdecken – ein Traumspot für Unterwasserfotografen und ruhige, detailverliebte Tauchgänge.

El-Fanadir-Süd ist vor allem für spektakuläre Nachttauchgänge bekannt. Sobald die Sonne untergeht, werden Oktopusse aktiv, Spanische Tänzerinnen gleiten durchs Wasser und Muränen gehen auf Jagd. Tagsüber punktet der Spot mit flacheren Bereichen und entspannter Topografie. Die meist schwache Strömung macht El-Fanadir- Süd auch für weniger erfahrene Taucher sehr angenehm.

spanischer Tänzer (Hexabranchus sanguineus) im Roten Meer

Foto: Jan Leya/Shutterstock.com

Careless Riff

Hier wird’s dramatisch: Das isolierte Offshore-Riff ragt wie eine Unterwasser-Festung aus der Tiefe empor. Massive Korallenblöcke und Felstürme bieten Verstecke für Großfische, während entlang der Kanten häufig Strömung herrscht, die Nährstoffe locken pelagische Arten an. Neben Napoleon-Lippfischen und Riesenmuränen tauchen hier mit Glück auch Grauhaie, Thunfische oder große Barrakudas auf. Der Spot eignet sich hervorragend für Drift-Tauchgänge entlang der Riffkante.

Schwarm von Sea Goldies (Pseudanthias squamipinnis) bei El Gouna im Roten Meer

Foto: Orascom Hotel Management

Abu Nahas (Wrackfriedhof)

Vier Wracks auf engem Raum – das ist im Roten Meer ziemlich einzigartig. Die »SS Carnatic« liegt relativ flach, ist teilweise eingestürzt und perfekt für vorsichtige Tauchgänge mit entsprechender Ausbildung. Die »Chrisoula K« transportierte einst Fliesen, die heute noch im Wrack liegen, während die »Kimon M« schräg am Riff hängt und mit Schwämmen, Weichkorallen und Fischschwärmen bewachsen ist. Die »Giannis D« bietet spektakuläre Fotomotive mit ihren aufragenden Aufbauten. Strömung kann hier kräftig sein, deshalb ist gutes Tarieren wichtig. Neben Muränen und Zackenbarschen trifft man häufig auf Fledermausfische, Glasfischwolken und jagende Makrelen.

Taucher beim Schiffswrack Crisoula K bei El Gouna

Foto: Rob Atherton/Shutterstock.com

Gota El Dier

Ein kompakter, fast kreisrunder Riffkopf mitten im Blauwasser; das ist ideal, um entspannt um das Riff zu tauchen. Die flachen Bereiche (5 bis 10 Meter) sind perfekt für Anfänger, Tarierübungen und Unterwasserfotografie. In den tieferen Zonen lauern Drachenköpfe, Skorpionfische und gut getarnte Steinfische, während an der Außenseite gelegentlich Adlerrochen und Schildkröten vorbeiziehen. Durch die ruhigen Bedingungen ist der Spot auch bei schlechterem Wetter oft gut betauchbar und somit ein beliebter »Plan B«, wenn Offshore-Spots wegen Wind nicht angefahren werden können.

Tauchen in El Gouna: Adlerroche schwimmt durchs Rote Meer

Foto: P. Heitmann/Shutterstock.com

Weitere Informationen über Urlaub in El Gouna gibt es auf der offiziellen Website des örtlichen Tourismusverbandes.