Städtetrip nach Wien? Ja, gern. Und das mit der Extraportion Ruhe und Erholung? Auf jeden Fall! Die Kombination ist bestens möglich im Anantara Palais Hansen Vienna direkt im 1. Bezirk. Hier erfährst du, ob Redakteur Konrad es je über das erste Nickerchen im Hotelzimmer hinaus geschafft hat.

Eine Liste von Dingen, die ich mit der österreichischen Hauptstadt Wien verbinde: Kaffeehäuser, Schnitzel, Habsburger, Falco, Schmäh, Sachertorte, Opernball, Walzer. Was definitiv auch auf dieser Liste steht: eine gute Portion Gemütlichkeit. Erst recht, seitdem ich das Anantara Palais Hansen Vienna besucht habe. Eröffnet im März 2024, versteht sich das Nobelhaus als ein Rückzugsort mitten in der Stadt, ein Refugium der Ruhe inmitten Wiens. Kann da noch was schiefgehen?

Von einer modern eingerichteten Sitzecke in einem Luxushotel mit gedecktem Tisch geht der Blick durch eine geöffnete Balkontür auf einen Innenhof mit gegenüberliegendem Palas aus dem 19. Jahrhundert.

Foto: Minor Hotels

Wo liegt das Palais Hansen in Wien?

Der Anfang ist schon mal vielversprechend. Gerade noch war ich auf dem trubeligen Schottenring am nördlichen Rand des 1. Bezirks unterwegs. Doch nachdem mir der Portier die hohe Glastür geöffnet hat, gehe – ach! – schreite ich über den hellen Marmorboden, durch einen beeindruckenden Säulengang und geradewegs in den glasbedachten Innenhof. Der dient dem Hotel mit zahlreichen gepolsterten Sitzecken als Lounge und Lobby.

Zwar ist das Palais Hansen – im Übrigen benannt nach seinem Architekten Theophil Edvard Hansen, der sich außerdem noch mit der Wiener Börse und dem österreichischen Parlament in der Hauptstadt verewigt hat – schon von außen mächtig beeindruckend. Doch erst hier im Innenhof werden mir die wahren Dimensionen des Gebäudes richtig bewusst. Beinahe übersehe ich die Rezeption zur Rechten, die sich in einem weiteren Bogengang versteckt. Doch dank des freundlichen und zuvorkommenden Services, der sich durch meinen gesamten Aufenthalt ziehen soll, wäre das so oder so keine Gefahr gewesen.

Wie sehen die Zimmer im Anantara Wien aus?

Also flugs eingecheckt und ab aufs Zimmer. Als ich die große, schwere Holztür hinter mir ins Schloss fallen lasse und mich umsehe, frage ich mich kurz, ob ich zur Orientierung wohl einen gedruckten Raumplan brauche. Denn schon die »kleinsten« Räume im Palais Hansen schlagen mit beachtlichen 32 Quadratmeter Fläche zu Buche, von hier aus schraubt es sich bis auf schwindelerregende 270 Quadratmeter in der Präsidentensuite hinauf.

So viel Raum bewohne ich während meines Aufenthalts zwar nicht, Platz zum Entfalten habe ich aber dennoch zur Genüge – optisch noch durch einen riesigen Wandspiegel vergrößert. Die kleine Polstersitzecke verströmt nicht nur Gemütlichkeit, sondern wirkt auch wie der ideale Ort, um das bereitgestellte Trüffelpopcorn zu snacken, das auf dem eleganten Beistelltisch auf mich wartet. Jetzt aber erste Amtshandlung: mit Schwung in die Kissen auf dem Kingsize-Bett werfen.

Zimmer in einem modern eingerichteten Hotel; links ein breites Doppelbett mit grauer Tagesdecke, rechts eine Sitzecke mit geschwungenem Sofa und rundem Polstersessel. Zwei Fenster führen auf den schmalen Balkon, an der Wand dazwischen eine hölzerne Kommode mit Minibar und Bücherregal.

Foto: Minor Hotels

Darauf schläft es sich ganz hervorragend. Die Zimmer sorgen nicht nur mit guter Isolierung nach außen für Ruhe. Die gedeckten Farben, das dunkle Holz sowie der herrlich weiche Teppichboden tragen gemeinsam dazu bei, dass der Schlaf durch eine ruhige Atmosphäre begünstigt wird. Die Einrichtung wirkt dabei aber alles andere als langweilig, sondern warm und modern. Einziger Stilbruch: das Bad mit reichlich Gold und Marmor, ein Überbleibsel des vorherigen Hotelbetreibers. Aber warum auch komplett neu machen, was noch gut funktioniert? Eigentlich sehr nachhaltig. Zumal die Fußbodenheizung unter den Fliesen den Gang zur geräumigen Rainfall-Dusche noch etwas mehr versüßt.

Einzigartige Erfahrungen in Wien

Aber es gibt ja auch noch eine Stadt zu entdecken. Dafür ist die Lage des Palais Hansen wie gemacht. Bis zum Stephansdom im Zentrum sind es fünf Minuten mit dem Taxi, zehn Minuten mit den Öffis und eine entspannte Viertelstunde zu Fuß. Die Hofburg ist ähnlich schnell erreicht. Ich mache mich allerdings nicht selbst los, sondern in kundiger Führung durch Elisabeth Wolf. Die äußerst unterhaltsame Tour mit der Wien-Kennerin und Theophil-Hansen-Expertin ist eine der »Anantara Experiences«, mit denen Gäste im Palais Hansen die Stadt auf eine einzigartige Weise kennenlernen können.

Ebenfalls zur Auswahl steht ein Besuch im »Studio Comploj« des Glaskünstlers Robert Comploj, mit der Gelegenheit, ein eigenes Trinkglas herzustellen, sowie ein Ausflug zum Weingut Wieninger am Nussberg, mitsamt kundiger Weinbergführung und natürlich mit Verkostung.

Ein junger Mann hält einen Glasrohling an einer Blasstange in einen geöffneten Ofen, aus dem es rot heraus scheint.

Foto: Minor Hotels

Sterneküche im Edvard

Überhaupt, Wiener Wein. Davon koste ich auch beim Dinner im Hotel angeschlossenen Edvard. Unter der Ägide vom grundsympathischen Küchenchef Paul Gamauf – ein Sohn der Stadt – hat sich das jüngst neu gestaltete Fine-Dining-Restaurant im Januar 2025 einen Stern im neu aufgelegten Guide Michelin Österreich gesichert. Zu diesem Erfolg hat sicher auch die No-waste-Philosophie der Küche beigetragen. Es gilt, Verschwendung zu vermeiden, wo es nur geht. Im Menü wird ein Dry-Age-Filet geführt? Dann taucht etwas vom Rind sicher auch in einem Zwischengang auf. Dabei allerdings nach Möglichkeit jeder zweite Gang fleischlos.

Über einen gedeckten Tisch hinweg geht der Blick durch eine lange Flucht in einem Sternerestaurant. Zu beiden Seiten des Gangs sind einzelne Tischgruppen aufgestellt, mit weißen Tüchern gedeckt und jeweils mit Wasser- und Weingläsern ausgestattet.

Foto: Minor Hotels

Jedes der Gerichte schmeckt mir ganz hervorragend, und auch der Service ist erstklassig. Aufmerksam, zuvorkommend, dabei aber zu keiner Sekunde ablenkend oder aufdringlich. Das gilt übrigens auch für die Hotelbar Theo‘s Lounge and Bar sowie für die Brasserie Sophie. Hier finden die Gäste sich morgens zum Frühstück ein. Persönlicher Tipp: einmal durch die komplette Brotauswahl probieren. Die ist vorzüglich.

Übrigens: Das »Edvard« konnte seinen Stern auch im Guide Michelin 2026 für Österreich behaupten. Gratulation!

Wie sieht das Wellness-Angebot im Anantara Wien aus?

Das Angebot im Hotel wird durch den Wellnessbereich abgerundet. 800 Quadratmeter stehen alltagsstressgeplagten Jetsettern zur Verfügung, in sechs Behandlungsräumen können Gäste sich nach allen Regeln der Kunst durchkneten lassen. Zum Programm zählen auch die Anantara Spa Journeys, mit denen die Marke an ihre thailändischen Wurzeln anknüpft. Doch auch eine »klassische« finnische Sauna, ein Dampfbad und ein Pool stellen sicher, dass es an Erholungsmöglichkeit nicht mangelt. Zumal der Wellnessbereich von den Zimmern aus bequem mit einem eigenen Aufzug erreichbar ist.

Anwendungsraum in einem edlen Hotelspa; zwei Liegen stehen hintereinander, die Wand dahinter ist mit hellen Holzpanelen verkleidet, in deren Mitte ein runder, von hinten beleuchteter Spiegel hängt. Der ganze Raum ist indirekt und gedimmt beleuchtet, was eine ruhige Atmosphäre erzeugt.

Foto: Minor Hotels

Kurzum: Ich fühle mich während meines Aufenthalts pudelwohl. Und komme, obwohl ich im pulsierenden Herzen der Republik Österreich residiere, im allerbesten Sinne zur Ruhe. Einziger Wermutstropfen: dass so ein Aufenthalt immer so schnell vorbeigeht. Zum Abschluss nach dem Check Out genehmige ich mir daher noch den österreichischsten aller Small Treats: einen Almdudler. Sogar der schmeckt im Palais Hansen noch mal ein Stückchen besser. Wien, ich komme wieder.

Das Itinerary für die nächste Wien-Reise von Konrad (oder anderen Interessenten) haben wir bereits zusammengestellt.


Anantara Palais Hansen Vienna Hotel.
Schottenring 24, 1010 Wien, Österreich,
www.anantara.com/de/palais-hansen-vienna
Zimmer ab 550 Euro pro Nacht mit Frühstück

Das Anantara Palais Hansen Vienna Hotel im Podcast