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Dramatische Klippen, versteckte Buchten, mittelalterliche Burgen: Großbritannien ist ein ideales Ziel für Wanderfans. Erst recht seit es den King Charles III England Coast Path gibt, der kürzlich vom König höchstpersönlich eröffnet wurde. Wir stellen fünf Abschnitte der Route genauer vor. 

Im März 2026 eröffnete König Charles III. persönlich einen Wanderweg, der nach der Fertigstellung fast 4.500 Kilometer Küstenlinie umfassen soll – und damit die längste verwaltete Küstenwanderroute der Welt wäre. Der Name des Wegs, der bis auf wenige Abschnitte schon fast vollendet ist: King Charles III England Coast Path.

Was den Wanderweg so besonders macht, ist nicht nur seine Länge, sondern auch ein ungewöhnliches Planungsprinzip namens »Rollback«. Die Idee dahinter ist so simpel wie pragmatisch: Wenn Erosion eine Klippe zurückweichen lässt, verlagert sich der Weg automatisch landeinwärts. Ohne, dass jedes Mal neue Gesetze oder bürokratische Verfahren nötig wären. In Zeiten steigenden Meeresspiegels und häufigerer Unwetter ist das kein Detail, sondern die Grundlage dafür, dass der Weg für Generationen begehbar bleibt.

Wir stellen fünf besonders schöne Streckenabschnitte des King Charles III England Coast Path – von leicht bis anspruchsvoll – genauer vor.

Charles III England Coast Path: Diese 5 Abschnitte sind besonders schön

1. Von St Ives bis Zennor (Cornwall)

Strand in St Ives, Cornwall, England.

Foto: VisitBritain

  • Schwierigkeitsgrad: mittel bis anspruchsvoll
  • Länge: 10 bis 12 Kilometer

Diese Route ist eine der dramatischsten Küstenwanderungen Englands: Vom Künstlerstädtchen St Ives aus führt der Weg hoch über dem Atlantik entlang. Vorbei an zerklüfteten Klippen, verfallenen Zinnminen und Buchten. Das Ziel: das kleine Dorf Zennor.

Was ist noch sehenswert?

Wer vor oder nach der Wanderung noch Zeit hat: Die Kunstgalerie Tate St Ives gehört zu den schönsten Englands, und die Geevor Tin Mine – heute Unesco-Welterbe – gibt einen eindrücklichen Einblick in Cornwalls Bergbaugeschichte.

2. Von Lulworth Cove bis Durdle Door (Dorset)

Ein Felsvorsprung reicht in die Meeresbrandung an einem Strand hinein. Im Vorsprung selbst bildet eine Auslassung eine Art rundes Tor: die Durdle Door.

Foto: Patriot O.A/Shutterstock.com

  • Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel
  • Länge: 5 bis 7 Kilometer

Dieser Abschnitt entlang der Jurassic Coast ist vergleichsweise kurz. Aber kaum eine Strecke in England packt auf so wenig Raum so viel Fotogenes: Lulworth Cove, eine fast kreisrunde Bucht, und Durdle Door, der vielleicht bekannteste Felsbogen der Insel, liegen hier nur einen kurzen Marsch voneinander entfernt.

Was ist noch sehenswert?

Am Strand können Wanderer an einer geführten Fossiliensuche teilnehmen. Die Küste gilt als eine der fossilienreichsten Europas. Lohnenswert sind außerdem ein Abstecher zu Lulworth Castle und den Ruinen von Corfe Castle, das malerisch auf einem Hügel thront.

Der Strand zählt für uns zu den fünf schönsten in England. Welches wohl die vier anderen sind?

3. Von Brighton bis Eastbourne (East Sussex)

Eine Frau hält ein Eis am Brighton Pier.

Foto: VisitBritain

  • Schwierigkeitsgrad: mittel bis anspruchsvoll
  • Länge: 26 bis 30 Kilometer!

Brighton und Eastbourne trennen fast 30 Kilometer. Das klingt nach Ausdauersport, ist als Tagestour aber wirklich zu schaffen. Auf dem Weg liegen die Seven Sisters, jene Abfolge weißer Kreidefelsen, die auf fast jedem England-Poster auftauchen und live noch imposanter wirken.

Übrigens: Wem die Strecke doch zu viel wird – der »Coaster«-Bus fährt die Küste regelmäßig ab und lässt sich jederzeit als Notausstieg nutzen.

Was ist noch sehenswert?

Wer in Brighton startet, sollte sich etwas Zeit für den Palace Pier und den Royal Pavilion lassen, bevor losmarschiert wird. Später wartet dann Beachy Head – mit über 160 Metern die höchste Kreideklippe Großbritanniens.

Übrigens: Brighton ist ein Paradebeispiel für die Architektur der Regency-Ära. Was es damit auf sich hat, hat unser Redaktionshistoriker Konrad aufgeschrieben.

4. Von Whitby bis Robin Hood’s Bay (North Yorkshire)

Ein Paar läuft durch Robin Hood's Bay, North Yorkshire.

Foto: VisitBritain/NYMNPA/Ula-Blocksage

  • Schwierigkeitsgrad: mittel
  • Länge: 10 bis 11 Kilometer

Whitby Abbey, hoch oben auf den Klippen, hat Bram Stoker so beeindruckt, dass er sie als Kulisse für Dracula verewigte – ein guter Grund, hier zu starten. Von den Ruinen der Abtei führt der Weg über offene Küstenpfade mit weitem Blick auf die Nordsee bis nach Robin Hood’s Bay, einem ehemaligen Schmugglerdorf, das seinen verwinkelt-malerischen Charakter bis heute behalten hat.

Was ist noch sehenswert?

Wir wär’s mit einem Abstecher in den North York Moors National Park? Die Moorlandschaft unmittelbar hinter der Küste ist ein wirklich einmaliger Ort und definitiv einen Besuch wert.

5. Von Bamburgh Castle nach Seahouses (Northumberland)

Bamburgh Castle in Northumberland, England.

Foto: VisitBritain/Chris Ceasar

  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Länge: 7 bis 9 Kilometer

Weiter Sandstrand, flaches Gelände, endloser Himmel – und Bamburgh Castle, das sich auf fast dem gesamten Weg als Blickfang hält. Dieser Abschnitt ist der entspannteste der fünf, aber nicht der unauffälligste. Das Castle lohnt sich übrigens auch von innen: Es ist bis heute in Privatbesitz und innen deutlich prächtiger, als die mittelalterliche Außenfassade vermuten lässt. Der Eintritt kostet rund 20 Euro.

Was ist noch sehenswert?

Die Farne Islands sind für ihre Seehundkolonien bekannt, ein Boot bringt Wanderer dorthin. Oder es geht rüber zur Gezeiteninsel Holy Island – einem der ältesten christlichen Heiligtümer Englands.

Die umfassende Beschreibung aller Strecken gibt es auf www.nationaltrail.co.uk.

Weitere Infos zu Wanderurlaub in Großbritannien

Häufige Fragen

Welche Wanderwege gibt es in Großbritannien gibt es noch?

Zu den bekanntesten Fernwanderwegen gehören der West Highland Way in Schottland, der Pennine Way in England und der Wales Coast Path. Auch der Hadrian’s Wall Path entlang der römischen Grenzmauer ist sehr beliebt. Viele Routen führen durch Nationalparks, Küstenlandschaften und historische Regionen.

Wann ist die beste Zeit für Wanderurlaub in Großbritannien?

Die beste Reisezeit für Wanderungen ist von Mai bis September. In diesen Monaten sind die Temperaturen mild und die Tage besonders lang. Allerdings sollte man immer wetterfeste Kleidung dabeihaben, da das Wetter schnell wechseln kann.

Warum ist das Vereinigte Königreich ein beliebtes Ziel für Wanderurlaub?

Großbritannien bietet eine große Vielfalt an Landschaften – von rauen Küsten über grüne Hügel bis zu beeindruckenden Highlands. Viele Wanderwege sind gut ausgeschildert und führen durch kleine Dörfer und historische Orte. Zudem gibt es zahlreiche traditionelle Pubs und Unterkünfte entlang der Strecken.