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Was uns in der Redaktion alle vereint, ist die große Leidenschaft fürs Reisen. Unterwegs läuft aber bei Weitem nicht immer alles glatt. Wir stellen euch im Wechsel unsere größten Reise-Fails vor. Teil 12 kommt von Redakteurin Marie, die das Boarding verpasst hat.

Endlich war es soweit: Meine Zwillingsschwester Nora und ich, die beide das elfte Schuljahr an der Highschool in den USA verbracht hatten, fuhren zum ersten Mal wieder zurück für einen Besuch. Nach ein paar Tagen in New York sollte es zunächst zu ihrer Gastfamilie nach Ohio gehen, bevor wir nach Texas weiterreisen wollten, wo ich damals mein Schuljahr verbracht hatte.

Plötzlich war das Gate leer …

Illustration einer Frau, die an einem leeren Gate sitzt.

Illustration: Gemma Portella

Überpünktlich saßen wir am John F. Kennedy International Airport und warteten auf den Flug mit American Airlines nach Cleveland, wo uns die ehemalige Gastmutter abholen sollte. Wir saßen und warteten – bis wir irgendwann bemerkten, dass es um uns herum erstaunlich leer geworden war. Wir schauten auf die Anzeige – da stand unser Flug nicht mehr. Blitzschnell sprangen wir auf und sprinteten an den Schalter am Gate. Die Mitarbeiterin der Airline zeigte nach draußen, wo das Flugzeug just in diesem Moment vom Rollfeld abhob. Wir hatten einfach das Boarding verpasst …

Panik stieg in mir auf. Auch meine Schwester Nora war sichtlich mitgenommen von der Situation – wir beide waren den Tränen nahe. Ein Pilot von Delta Airlines bekam unser Missgeschick mit. »Don’t worry, I will help you«, sprach er uns an. Er ging mit unseren Ausweisen an einen Computer und kam kurz darauf mit zwei neuen Flugtickets wieder. »You have to change Terminal. And now you have quite some time again. But don’t miss it again«, grinste er und war so schnell, wie er gekommen war, auch wieder verschwunden.

Ankunft in Cleveland mit ordentlich Verspätung

Illustration eines Willkommensschilds und der Beine einer Frau.

Illustration: Gemma Portella

Wir konnten unser Glück kaum fassen! Ob das wohl wirklich gültige Tickets waren? Wir würden es herausfinden. Also galt es: Terminal wechseln, wieder warten. Ein Sturm setzte plötzlich ein und legte den halben Flughafen lahm. An manchen Stellen tropfte es sogar aus der Decke. Erst bekam unser neuer Flug eine Stunde »Delay«, dann zwei, dann drei.

Doch er flog ab – mit satten zehn Stunden Verspätung landeten wir schließlich in Cleveland. Mitten in der Nacht wartete Noras Gastmutter auf uns, das Gepäck mussten wir schließlich in einem kleinen Hinterzimmer abholen. Es war schließlich schon seit Stunden hier. Doch wir waren einfach froh, dass wir jetzt auch hier waren. Dem netten Piloten sei Dank! Seitdem bin ich eine von den nervösen Menschen am Gate. Aber ich habe seither auch keinen Flug mehr selbstverschuldet verpasst. Okay, einen. Aber das ist eine andere Reise-Fail-Geschichte.