Die »Estrada Nacional 2« zieht sich schnurgerade (und manchmal ziemlich kurvig) einmal quer durchs Land: von den Thermalquellen im hohen Norden bis hinunter ins sonnige Faro an der Algarve. Rund 740 Kilometer Abenteuer, Kultur und Genuss. Wer sich auf die »Route 66 Portugals« begibt, fährt nicht nur durch eine Landschaft, sondern mitten hinein ins Herz Portugals.
Portugal ist immer eine Reise wert. Die meisten Menschen erkunden dabei die Küstengegenden des Landes, seien es die Traumstrände im Süden an der Algarve, die Städte Porto und Lissabon oder die berüchtigten Surfstrände am Atlantik. Doch: Wer das wahre Portugal kennenlernen will, der unternimmt einen Roadtrip durchs Inland. Die »Estrada Nacional 2«, kurz »EN2«, ist mit 740 Kilometern die längste Straße des Landes und ein Träumchen für Liebhaber Portugals. Sie führt von der Nordgrenze zu Spanien bis an den Atlantik im Süden. Wir stellen die Höhepunkte entlang der »Estrada Nacional 2«, einem der Geheimtipps unter den Roadtrips in Portugal, vor. Von Nord nach Süd.

Chaves ist der Startpunkt des Roadtrips durch Portugal auf der »Estrada Nacional 2« I Foto: AnaMarques/Shutterstock.com
1. Chaves: Thermalquellen und Römerbrücke
Los geht’s in Chaves, wo die römische Brücke den Tamega überspannt und die Thermalquellen seit Jahrhunderten sprudeln. Hier bekommt man auch den offiziellen N2-Pass – quasi der Stempelpass für alle, die die ganze Strecke durchziehen.
2. Vila Real: Mateuspalast und Gartenpracht
Ein bisschen Prunk und Geschichte gefällig? In Vila Real glänzt der Mateuspalast mit barockem Garten, spiegelglattem Teich und einer Weinkellerei, die den berühmten Rosé hervorgebracht hat. Tolle Fotospots sind in diesem Ort, der von Tempelrittern gegründet wurde, garantiert.
3. Douro-Tal: Genuss und Weinberge am Flussufer
Kaum biegt man ab ins Douro-Tal, wird’s filmreif: Weinberge wie grüne Treppen (im Herbst auch gerne mal bunt!), der Fluss schlängelt sich durch die Hügel, und in Peso da Régua oder Pinhão scheint die Zeit langsamer zu ticken. Zumindest bis das nächste Glas Portwein eingeschenkt wird.
Chefredakteurin Jenny war zu Gast im »Six Senses Douro Valley« und berichtet hier von ihrer Erfahrung.

Blick auf das Douro-Tal in Vila Real I Foto: Zdenek Matyas Photography/Shutterstock.com
4. Lamego: Portugals schönste Treppe
In Lamego findet sich mit 686 Stufen die wohl schönste Treppe des Landes. Ja, die barocke Treppe hinauf zur Kirche Nossa Senhora dos Remédios ist ein echtes Workout – aber der Aufstieg lohnt die Aussicht. Danach locken regionale Spezialitäten, von Käse bis Schinken, als Belohnung.
Persönlicher Tipp: Ein Abstecher nach Coimbra
Wer ein paar Extrakilometer wagt, sollte sich Coimbra nicht entgehen lassen, der halbstündige Umweg von der »Estrada Nacional 2« lohnt allemal. Die altehrwürdige Universitätsstadt thront am Rio Mondego und vereint Geschichte, studentisches Leben und jede Menge Charme. Highlight ist die Biblioteca Joanina – eine barocke Schatzkammer voller Bücher, in der man sich wie in einem Filmset fühlt. Dazu gesellen sich enge Gassen, lebhafte Cafés und der Klang der melancholischen Fado-Variante, die hier von Studenten gesungen wird. Ein kleiner Abstecher, der Wissen und Lebenslust auf schönste Weise verbindet.
5. Vila de Rei: der Mittelpunkt Portugals
Einmal mitten in Portugal stehen? In Vila de Rei ist das möglich. Am Picoto da Melriça markiert ein Denkmal den geografischen Mittelpunkt des Landes. Der Blick von hier über die Hügel, gesäumt von Pinienwäldern, ist hübsch. Doch auch ein Bummel durch den kleinen Ort selbst lohnt, denn er wurde vom Templerorden gegründet und die weißen Häuser der Altstadt aus dem 13. Jahrhundert stehen heute unter Denkmalschutz.

Der geografische Mittelpunkt Portugals in Vila de Rei I Foto: Luis Pedro Fonseca/Shutterstock.com
6. Flussstrand von Sertã
Roadtrip-Pause! In Sertã wartet ein Flussstrand, so charmant, dass man glatt die »N2« für ein paar Stunden vergisst. Baden, sonnen, picknicken – hier fühlt sich Portugal nach Sommerfrische an, ganz ohne Meer. Entschleunigung pur!
7. Burg von Abrantes
Mittelalter-Feeling gefällig? Hoch über dem Fluss Tejo thront die Burg von Abrantes. Wer die Treppen erklimmt, wird mit einem Panoramablick belohnt, der schon so manchen Eroberer überzeugt hat, hier zu bleiben. Burgenfans sollten hier noch eine zweite Burg besuchen, die nur einen kurzen Abstecher auf diesem Roadtrip durch Portugal liegt. Mitten im Tejo ragt auf einer winzigen Insel das Kastell Almourol in den Himmel – ein echtes Postkartenmotiv. Einst Rückzugsort der Tempelritter, umweht die Burg bis heute ein Hauch von Geheimnis und Legende. Wer mit dem Boot übersetzt, taucht ein in eine Zeit voller Ritter, Mythen und spektakulärer Ausblicke. Ein magischer Zwischenstopp, der Abenteuerlust und Geschichtsfantasien gleichermaßen weckt.

Das Kastell Almourol auf einer Insel im Tejo war einst Rückzugsort der Tempelritter I Foto: Joao Clerigo/Shutterstock.com
8. Alentejo: Kork und Cante
Weiter südlich wird das Tempo langsamer. Zwischen Korkeichen und weitem Himmel liegt der Alentejo, wo der melancholische Cante Alentejano durch die Tavernen klingt. Tipp: In Coruche erfährt man im Korkobservatorium alles über den Rohstoff, der Portugals Weinflaschen (und nicht nur die) verschließt.
Persönlicher Tipp: Abstecher nach Evora
Wer Kultur satt tanken möchte, sollte den kleinen Schlenker nach Evora nicht verpassen. Die Hauptstadt des Alentejo gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und lockt mit römischem Tempel, mittelalterlicher Kathedrale und weiß getünchten Gassen, die im Sommer angenehm kühl bleiben. Ein Stopp, der Geschichte, Architektur und Lebensart auf schönste Weise verbindet.
Hier verraten wir dir die schönsten Orte im Alentejo.
9. Mora: Die Unterwasserwelt der Flüsse erkunden
Wer mit Familie unterwegs ist, sollte in Mora anhalten: Im Fluviário gibt’s Aquarien mit der Unterwasserwelt der iberischen Flüsse – vom winzigen Fisch bis zum schillernden Otter. Lehrreich, aber alles andere als trocken.

Foto: Diego Thomazini/Shutterstock.com
10. Serra do Caldeirão & Faro
Die letzten Kilometer sind nichts für Fahranfänger: kurvige Straßen, wilde Hügel, dazu ein Gefühl von Abenteuer. Wer Faro erreicht, rollt direkt ins Sonnenziel an der Algarve ein – und darf den N2-Pass mit Stolz vorzeigen.
Die »Estrada Nacional 2« ist mehr als nur eine Straße. Sie ist eine Zeitreise, ein Fest für Genießer und ein Abenteuer abseits der üblichen Pfade. Einmal gefahren, für immer im Herzen.
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»Visit Portugal« liefert auf seiner Webseite weitere spannende Infos zu einer Reise nach Portugal.
