Für richtige Skifreaks kann der Winter gar nicht lange genug dauern. Wenn der Schnee langsam schmilzt und die ersten Blumen sprießen, träumen sie sich zurück auf eisige Berge und verschneite Pisten. Auf der Jagd nach den letzten Schneeflocken zieht es sie in diese fünf coolen Skilocations weltweit. Text: Susanne Jung

Für Schnee-Gourmets: Val Thorens, Frankreich

In der Region Rhone-Alpes liegt das klassisch französische Skigebiet Val Thorens. Als Teil der Trois Vallées, also den drei Tälern, vereint es 600 km Pisten und mehr als 180 Lifte. Es gilt nicht nur als das größte Skigebiet der Welt, sondern ist auf 2.300 Metern auch das höchste Skigebiet Europas. Kein Wunder also, dass man hier auch noch weit in den Frühling hinein Skifahren und Snowboarden kann.

Skigebiet Val Thorens

Joan Oger

Was Val Thorens seinen Nachbarn Maribel und Courchevel voraushat, sind die luxuriösen Hotels und erstklassigen Restaurants. 2019 zum besten Skihotels Frankreich gewählt, wurde Altapura ein ungewöhnlicher Holz-Glas-Bau mitten im Skigebiet. Die Zimmer sind clean und minimalistisch, nur das ein oder andere Pelzdetail sorgt für Hüttenromantik. Das Highlight ist ein beheizter Outdoorpool umgeben von Schneebergen – genau das richtige nach einem langen Tag auf den Brettern.

Damit der Magen beim Wintersport nicht knurrt, speist man im Chez Pepe Nicolas. Von außen sieht das Lokal nach einer rustikalen Berghütte aus und innen trifft klassisch französische Alpenküche auf Fine Dining! Hier in der Savoie sind Crozets mit Reblochon, also winzige pastaartige Quadrate mit einheimischem Käse, übrigens ein absolutes Muss. Bei Pepe kommt der Käse sogar aus der eigenen Käserei! Direkt auf der Piste liegt das Chalet de la Marine, eine Skihütte mit großzügigem Sonnendeck und exzellenter französischer Küche. Jean Sulpice, der berühmte Sternekoch des Berges, hat den Ort mittlerweile leider verlassen. Zum Glück ist auch sein neues Restaurant am Lac D’Annecy nicht allzu weit ab vom Schuss!

Für Naturfreaks: Sunnmøre Alps, Norwegen

Ein absoluter Geheimtipp in Europa sind die Sunnmøre Alpen in Norwegen. Um genau zu sein, ist das Skigebiet so geheim, dass es hier kaum Lifte und Hotels gibt, mit Ausnahme des Stranda-Skiresorts. Hier ist der Winterssport eben noch ganz ursprünglich: Mit Skifellen und Tourenski geht es bergauf, zum Beispiel auf den Slogen, und erst dann fährt man das Tal hinab, in Richtung Fjord.

Panorama Stranda Resort Norwegen

Steidi/Shutterstock.com

Das ist auch das Besondere an Sunnmøre: Egal wo man ist, im Hintergrund hat man einen wundervollen Ausblick auf die winterlichen Fjorde. Hier geht es weniger um den sportlichen Aspekt des Skifahrens, sondern mehr um die Verbindung zu der wilden norwegischen Natur. Und weil man die Berge nicht alleine besteigen sollte, empfiehlt sich ein lokaler Guide.  Bei Uteguiden kann man neben Tages-Touren auch die siebentägige Hjørundfjorden Haute Route buchen.

Die Naturverbundenheit der Norweger findet sich auch im Juvet Hotel nieder. Die sogenannten Landscape-Rooms und Birdhouses sind kleine Holzhütten mit großen Panoramafenstern. Hier fühlt man sich fast so, als würde man draußen schlafen, inmitten von uralten Bäumen, den Blick auf gezuckerte Berge, moosige Felsen und rauschende Gewässer. Ein Highlight ist das unbeschreiblich schöne Spa, mit Außenterasse, Sauna und anthrazit-grauem Dampfbad.

Alternativ kann man in der Küstenstadt Alesund absteigen, die im Volksmund auch das Tor zu Sunnmøre genannt wird. Ende 1800 galt die Stadt als In-Location der europäischen High-Society. Arthur Conan Doyle, der Vater von Sherlock Holmes, und Kaiser Willhelm gehören sind nur zwei der Prominenten Gäste der Stadt. Der deutsche Kaiser stieg übrigens grundsätzlich im viktorianischen Hotel Union Øye ab und bewohnte dort ein eigenes Zimmer. Noch heute kann man in seiner Original-Badewanne relaxen!

Für Aprés-Ski-Fans: Blackcomb, Kanada

Whistler-Blackcomb in Kanada ist quasi das Disneyland der Wintersportler. Wer hier Urlaub macht, steht auf Action. Bei über 200 Strecken findet sich die passende Abfahrt für jedes Level, ob Anfänger, Fortgeschrittene oder auch passionierte Langläufer. Also auch für Familien ist das Skigebiet perfekt geeignet! Eine Besonderheit in Blackcomb ist Heliskiing – mit dem Helikopter geht es in nahezu unberührte Skigebiete, ganz abseits vom Rummel. Apropo Rummel: Im April findet hier das World Ski and Snowboard Festival statt, das Besucher aus der ganzen Welt anlockt.

Skifahrer in Blackcomb, Kanada

H W

Neben großen Ketten wie Four Seasons, Westin und Fairmont gibt es auch ein paar wenige kleinere Hotels. Eines davon ist die Summit Lodge, mit gemütlichen, klassisch-schicken Zimmern, Spa und Poolbereich. Eher ungewöhnlich ist das stylische Pangea Pod Hotel, dessen Wände von coolen Art-Deco Gemälden im Tattoo-Style geziert werden. Die Zimmer sind kleine japanisch-angehauchte Räume mit großen Schiebetüren, in denen wirklich nur das Nötigste zu finden ist. Auf der coolen Dachterasse werden fast den ganzen Tag über Cocktails und Speisen serviert.

Vor allem Aprés-Ski-Fans lieben Blackcomb: Bei Garibaldi Lift Company, der besten Aprés-Ski-Bar der Stadt, ist immer was los. Entweder man relaxed draußen am Feuer bei XXL-Margaritas oder man feiert drinnen zu rockiger Livemusik. Montags gehts zu Tommy’s für die berühmt berüchtigte 80’s Night – genau das richtige nach einem langen Skitag. Etwas stylischer ist Oso, eine stylische Tapas-Bar im Skandi-Style. Hier kann man den Abend mit stilvollen Cocktails und Tapas der Extraklasse ausklingen lassen.

Wer mehr über die coolsten Pisten in Kanada erfahren will, kann sich hier ausgiebig informieren.

Für Kulturinteressierte und It-Girls: Alta Badia, Italien

Alta Badia ist die perfekte Skilocation für alle, die es sich so richtig gut gehen wollen. Das Tal kombiniert die einzigartige ladinische Kultur mit gutem Essen und 1.000 Kilometer Winter Wonderland: Von hier aus hat man Zutritt zu einem der größten Skigebiete der ganzen Welt Dolomiti Superski.

Gondeln im Skigebiet Alta Badia in Italien

Matěj Kemr

Auf dem Marmolada Gletscher ist Schnee garantiert und in Cortina d’Ampezzo heißt es gesehen und gesehen werden. Der luxuriöse Skiort ist ein Instagram-Liebling, genau wie die coole neue Adler Lodge. Das Besondere an dem unaufgeregten Eco-Resort ist der Spa-Bereich mit dampfenden Outdoor Thermal Bädern mitten im Schnee. Wenn man gerade keine Lust auf Skifahren hat, relaxed man also einfach im Whirlpool und genießt die frische Bergluft.

Aber auch hier ist das eigentliche Highlight das Essen. Im Alta Badia Tal gibt es mehr gute Restaurants als man überhaupt besuchen kann, inklusive dem ein oder anderen Sternerestaurant. Darunter ist auch das einzige 3-Sterne-Restaurant in ganz Italien – das St Hubertus. Chefkoch Robert Niederkoffer vereint Haute-Cuisine mit dem authentischen Geschmack der Berge. Etwas lockerer läuft es dagegen bei Maso Runch ab. Das urige Gästehaus beruft sich auf 200 Jahre ladinische Tradition und serviert ein deftiges Sechs-Gänge-Menü mit Panicia, einer lokalen Suppe, Schweinshaxen und Spinat-Ricotta-Ravioli.

Für alle, die es privat mögen: Le Miroir, Frankreich

Eigentlich war Le Miroir, ein kleines Dorf im Tarentaise-Tal, bisher nicht gerade ein Touristenmagnet.

Skifahrer im Wald in Frankreich

Victoire Joncheray

Das hat sich allerdings geändert, als Eleven Experience die Chalets Pelerin und Hibou eröffnet hat. Die exklusiven Chalets haben jeweils weniger als zehn Zimmer und sind mit jeglichem Luxus ausgestattet. Chalet Pelerin ist im klassisch-alpinen Stil eingerichtet, mit schweren Holzmöbeln, kuscheligen Fellen und einem prasselnden Kamin in der Lounge. Von hier hat man eine 180-Grad-Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler – natürlich auch vom Outdoor-Jacuzzi aus! Wem es draußen doch zu kalt ist, der kann im Indoor-Pool relaxen oder sich in der Sauna aufwärmen. Beide Chalets haben eine Köchin, die typisch französisches oder internationales Essen zubereitet.

Von dem kleinen Dörfchen aus hat man die Möglichkeit, jeden Tag neue Pisten zu erkunden. In nur 20 Minuten ist man in La Rosiere, einem der sonnigsten Örtchen in den Alpen. Von hier aus kann man die Abfahrt ins italienische La Thuile nehmen. Im nahegelegenen Skigebiet Val d’Isere ist Schnee auch im Frühling noch garantiert, ebenso in Tignes. Wenn es mal etwas ganz Besonderes sein soll, organisiert Eleven auch Heli-Ski-Touren in das Aosta Tal, wo einen nahezu unberührter Puderschnee erwartet.

DAS NEUE HEFT IST DA

JETZT ERST RECHT: 
ÜBER REISEN LESEN