Von Islands Vulkanen redet gerne die gesamte Welt, insbesondere, wenn der Flugverkehr wegen der Asche umgeleitet werden muss. Doch die brodelnden Riesen haben weitaus mehr verursacht als Flugverspätungen. Fünf Fakten über Vulkane in Island, die ihr noch nicht wusstet. Text: Jennifer Latuperisa-Andresen

1. Wie ein isländische Vulkan die Demokratie erschuf

Wenn man es so sieht, könnte es stimmen! Denn die Isländer behaupten mit einer gewissen Vehemenz, dass einer der Vulkane in Island der Grund für die Demokratie ist, wie wir sie kennen. Denn der Ausbruch des Laki 1783 war der größte Vulkanausbruch der Geschichte. Die aus der Eruption entstandene Asche verdunkelte jahrelang den Himmel über ganz Europa.

Hinzu kam, dass die Asche toxisch war und im Nachhinein für schwerwiegende Ernteausfälle sorgte. Die daraus resultierende Hungersnot in ganz Europa war mit ziemlicher Sicherheit eine der Ursachen der Französischen Revolution 1789, die schließlich zur ersten modernen Demokratie, wie wir sie heute erleben, führte.

Vulkan auf Island, der Rauch in die Atmosphäre ausstößt

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2. Der größte Ausbruch der Geschichte

Wenn es hier kracht, dann richtig! Nicht nur eine, sondern zwei der größten Eruptionen in der aufgezeichneten Weltgeschichte ereigneten sich in Island.

Der Laki war nicht nur der größte Ausbruch in der Geschichte, gemessen am Volumen der Lava, sondern Island war auch der Ort der zweitgrößten Emission in der Geschichte, des Ausbruchs von Bárðarbunga im Jahr 2014.

In nur sechs Monaten produzierte von Bárðarbunga genügend Lava, um ganz Manhattan zu bedecken – 85 Quadratkilometer. Doch das ist nichts gegen die Masse, die der Laki ausgespuckt hat. Denn diese Eruption produzierte 370 Quadratkilometer Lava in nur 50 Tagen.

3. Ein Drittel der gesamten erdfrischen Lava stammt aus Island

Wenn man über Vulkane redet, wird unser Zeitgefühl ausgehebelt und verzerrt. Erdfrische Lava beispielsweise heißt genau: Lava-Emissionen auf der Erde seit dem Jahr 1500. Über den Begriff »frisch« lässt sich also streiten.

Vulkan auf Island, der Lava spuckt

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Doch was ist der Grund für diese beeindruckende Menge an flüssigem Gestein in Island? Das Land sitzt zum einen mitten auf dem Spalt zwischen zwei tektonischen Platten und zum anderen auch auf einem geologischen Hotspot. Und für eine relative kleine Insel ist es eine wahrlich beeindruckende Menge an Lava.

4. In Island kommt es alle vier bis fünf Jahre zu einem Vulkanausbruch

So oft? In der Tat. Doch es ist kaum überraschend, wenn man bedenkt, dass es um die 150 bis 200 Vulkane in Island gibt, die auf verschiedene Vulkansysteme verteilt sind. Etwa 30 Systeme gelten auf Island immer noch als aktiv, 13 von ihnen sind seit der Wikingersiedlung im Jahr 874 ausgebrochen.

Vulkan auf Island, Lava, Dampf, Eis

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Doch nicht alle Ausbrüche haben das gleiche Ausmaß wie der Ausbruch des Eyjafjallajökull; einige sind klein genug, um als Touristenattraktion zu gelten, und einige ereignen sich unter Gletschern und geraten nie das Tageslicht.

Vulkan Eyjafjallajokull auf Island

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5. Da hat der Vulkan eine Insel ausgespuckt

Die Insel Surtsey entstand durch einen Vulkanausbruch auf dem Meeresgrund und tauchte am 14. Januar 1963 wortwörtlich aus dem Wasser auf. Die Isländer haben sofort begriffen, welcher Schatz sich ihnen dabei offenbarte. Somit wurde die Insel sofort gesetzlich geschützt und niemand durfte und darf die Insel betreten. Bis heute haben nur auserwählte Wissenschaftler Zutritt.

Das Tolle daran: Die Wissenschaft konnte von Anfang an beobachten konnten, wie sich das Leben auf einem nagelneuen Stückchen Land ansiedelt. Über die Vulkane in Island informiert die Regierung des Landes hier.

Im Volcano House in Reykjavik könnt ihr euch ausführlich über die Vulkane in Island informieren sowie Dokumentationen ansehen und die Gesteine unter die Lupe nehmen.

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