Trauminseln verbinden wir meist mit weißen Stränden, türkisblauem Wasser und Palmen. Doch es gibt auch Orte, die genau das Gegenteil sind: Inseln, die niemand betreten darf. Ob aus Schutz für indigene Völker, wegen giftiger Tiere, militärischer Nutzung oder strenger Naturschutzauflagen – diese verbotenen Inseln weltweit bleiben für Besucher tabu. Wir zeigen fünf faszinierende Inseln, auf denen Zutritt streng untersagt ist.
North Sentinel Island: Kontakt streng verboten
Die zu den indischen Andamanen gehörende North Sentinel Island erlangte unter anderem im November 2018 weltweite Aufmerksamkeit, als der 26-jährige US-Amerikaner John Allen Chau versuchte, die Insel illegal zu betreten. Chau, ein evangelikaler Missionar, wollte die isoliert lebenden Bewohner christianisieren. Er bestach lokale Fischer, ihn in die Sperrzone zu bringen, und unternahm mehrere Landungsversuche. Bei seinem letzten Versuch wurde er von den Sentinelese mit Pfeilen beschossen und getötet. Sein Leichnam wurde am Strand verscharrt. Die indischen Behörden verzichteten bewusst auf eine Bergung, um weitere Konflikte zu vermeiden.

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Die Sentinelese, die auf der Insel leben, gehören zu den letzten weitgehend unkontaktierten indigenen Völkern der Erde. Sie lehnen jeglichen Kontakt zur Außenwelt strikt ab und reagieren in der Regel äußerst feindselig auf Eindringlinge – meist mit Pfeilen, Speeren und lauten Warnrufen. Wissenschaftler schätzen ihre Zahl auf zwischen 50 und 150 Personen. Sie leben als Jäger und Sammler und haben kaum Immunität gegen moderne Krankheitserreger.
Zum Schutz der Sentinelese und ihrer Isolation hat Indien die Insel sowie das umliegende Meer bereits seit Jahrzehnten zur streng geschützten Sperrzone erklärt. Eine Annäherung innerhalb von fünf Seemeilen (ca. 9,3 Kilometern) ist gesetzlich verboten. Die Regelung dient vor allem dem Schutz der Bewohner vor eingeschleppten Infektionskrankheiten, aber auch vor Störungen ihrer Lebensweise. Die indische Marine und Küstenwache überwachen das Gebiet. Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt.
Surtsey: Islands streng geschütztes Naturparadies
Wenn du nach Island reist, erwartet dich eine atemberaubend raue Landschaft mit Vulkanen, Gletschern und schwarzen Stränden. Zahlreiche Ausflüge auf dem Festland und zu vorgelagerten Inseln sind möglich. Eine Exkursion bleibt jedoch tabu: die nach Surtsey.
Die kleine Vulkaninsel liegt rund 32 Kilometer südlich der isländischen Südküste. Sie entstand zwischen 1963 und 1967 durch einen unterseeischen Vulkanausbruch und ist damit eines der jüngsten Stücke Land der Erde. Heute misst sie nur noch etwa 1,4 Quadratkilometer.
Surtsey dient der Wissenschaft als einzigartiges natürliches Labor: Hier kann die Besiedlung neuen Landes durch Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen ohne menschlichen Einfluss beobachtet werden. Bereits 1965 wurde die Insel zum Naturschutzgebiet erklärt. Bis heute dürfen ausschließlich Wissenschaftler mit Sondergenehmigung sie betreten. Touristen ist der Zutritt streng verboten.
Im Juli 2008 wurde Surtsey zum Unesco-Weltnaturerbe ernannt. Die strengen Schutzregeln bleiben unverändert, um die natürliche Entwicklung zu erhalten.

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Diego Garcia: Die geheime Militärinsel im Indischen Ozean
Um die abgelegene Insel Diego Garcia im Zentrum des Indischen Ozeans ranken sich bis heute viele Geheimnisse und Gerüchte. Was genau auf dem stark abgeschirmten Stützpunkt passiert, wissen nur wenige hochrangige Militärs und Politiker.
Die Insel wurde im 16. Jahrhundert von Portugiesen entdeckt, später französisch, und kam 1814 an Großbritannien. Im 18. und 19. Jahrhundert entstand dort eine Plantagenwirtschaft mit versklavten und später angeworbenen Arbeitern. Deren Nachfahren bildeten die Chagossianer, die einheimische Bevölkerung.
In den 1960er-Jahren schufen die Briten das British Indian Ocean Territory und vertrieben zwischen 1968 und 1973 die rund 2.000 Chagossianer gewaltsam von der Insel. Die Menschen wurden nach Mauritius und in die Seychellen deportiert.
Seit den 1970er-Jahren betreiben Großbritannien und die USA dort einen der strategisch wichtigsten Militärstützpunkte der Welt. Die USA haben die Insel langfristig gepachtet und nutzen sie als Basis und Logistikzentrum.
Berichte der Washington Post (2003) und anderer Medien sprachen von einem geheimen US-Gefängnis (»black site«) im Rahmen des »War on Terror«. Eine offizielle Bestätigung einer dauerhaften Gefängniseinrichtung gab es allerdings nie.

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Ilha da Queimada Grande: Brasiliens Schlangeninsel
Die Insel Queimada Grande (Ilha da Queimada Grande) liegt rund 33 Kilometer vor der Küste des Bundesstaates São Paulo im Atlantik. Sie ist weltberühmt für die Insel-Lanzenotter (Bothrops insularis), auch Goldene Lanzenotter genannt. Das ist eine der giftigsten Schlangen der Welt. Medien nennen sie daher oft »Insel des Todes«.
Schätzungen gehen von 2.000 bis 4.000 dieser Schlangen aus, die nirgendwo sonst auf der Erde vorkommen. Frühere dramatische Angaben von bis zu 430.000 Tieren oder »eine Schlange pro Quadratmeter« sind übertrieben. Die Population ist kritisch gefährdet und nimmt durch Lebensraumverlust, Krankheiten und Wilderei ab. Manche Wissenschaftler beobachten einen deutlichen Rückgang.
Seit 1985 steht die Insel unter Naturschutz. Das Betreten ist streng verboten. Nur die brasilianische Marine und ausgewählte Forscher mit Sondergenehmigung dürfen die Insel betreten. Das schützt sowohl Menschen als auch die bedrohten Schlangen.

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Plum Island: Amerikas abgeschirmte Forschungsinsel
Plum Island (vor Long Island) beherbergt seit 1954 das Plum Island Animal Disease Center (PIADC). Das ist ein Hochsicherheitslabor der US-Regierung, das sich auf die Erforschung hoch ansteckender Tierseuchen wie Maul- und Klauenseuche oder Afrikanischer Schweinepest konzentriert. Das Ziel: Die US-Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor Ausbrüchen schützen.
Das Labor arbeitete auf der sehr hohen Biosicherheitsstufe 3Ag und war lange Zeit die einzige US-Einrichtung, in der mit dem lebenden Maul- und Klauenseuche-Virus geforscht werden durfte. Seit 2003 betrieb es das Department of Homeland Security (DHS) in Partnerschaft mit dem Landwirtschaftsministerium (USDA).
In US-Medien und Verschwörungstheorien wird seit Jahrzehnten spekuliert, dass auf Plum Island auch biologische Waffen getestet oder gefährliche Erreger freigesetzt wurden. Diese Vorwürfe sind jedoch wissenschaftlich widerlegt und werden von Behörden als unbegründet zurückgewiesen. Die Forschung beschränkte sich offiziell auf Tierkrankheiten.
Die Insel ist und bleibt streng abgeschirmt: Zutritt ist nur autorisierten Mitarbeitern und wenigen genehmigten Wissenschaftlern erlaubt. Touristen oder Privatpersonen haben keinen Zugang.
Update: Die Forschungsarbeiten wurden 2025 eingestellt und werden in den bis spätestens 2028 vollständig auf das neue National Bio and Agro-Defense Facility (NBAF) in Kansas verlegt. Die Insel befindet sich derzeit in der Dekontaminations- und Schließungsphase.


