Redakteurin Marie war auf einer der exklusivsten Privatinseln im Sansibar-Archipel in Ostafrika. Auf Bawe Island wartet mit feinstem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser das Paradies. Wer mag, kann hier einen Traumurlaub genießen – und in die Geschichte der Inseln eintauchen.
Der Wind rüttelt wild an meinen Haaren. Hinter mir lasse ich das wuselige Stone Town auf der Hauptinsel von Sansibar. Vor mir: das tiefblaue Wasser des Indischen Ozeans. Der flache grüne Streifen der Insel Bawe, wo 2024 eines der ersten Luxusresorts auf einer Privatinsel in Ostafrika entstand, kommt vor meinem Boot immer näher. Das Wasser ist herrlich klar – mit bloßem Auge kann ich Fische und die Korallenriffe erkennen! Oberhalb der karstigen Klippen tauchen die ersten Villen auf, die in der Nachmittagssonne leuchten.

Foto: Bawe Island
Am Steg angekommen, reicht mir General Manager Roberto die Hand zum Ausstieg. Mir wird ein erfrischendes Tuch gereicht und wenige Meter später stehe ich schon unter dem wunderschönen Baldachin der Rezeption. Hier, am Südzipfel der Insel, weht eine angenehme Brise, die – Zitat Roberto – auch »super gegen die Mücken ist«. Und es wird sich zeigen: Auf Bawe Island muss man sich tatsächlich kaum mit Stichen herumärgern. Meinen fruchtigen Willkommensdrink nehme ich auf der Terrasse der The View Bar ein. Der Blick über den weißen Bawe Beach ist paradiesisch. Den bauchigen Affenbrotbaum gleich am Strand werde ich zu meinem allmorgendlichen Schattenspender beim Frühstück machen. Auch der Infinitypool glitzert verlockend. Doch ich möchte zuerst meine Villa beziehen!
Bawe Island: 70 Villen mit reichlich Platz
Ich bewohne eine der Sunset-Suiten des Bawe Island Resort, auf den schroffen Felsen an der Westküste der Insel. Vor meiner Villa steht ein Fahrrad bereit, um schnell alle Orte auf der etwa einen Kilometer langen und knapp 500 Meter breiten Insel zu erkunden. Vorbei an einer überdachten Sitzgruppe gelange ich ins Innere der Villa. 240 Quadratmeter ganz für mich allein! Der große Raum bietet viel Platz für Entspannung. Das Kingsize-Bett steht auf einer Empore und überblickt den Wohnzimmerbereich, der mit einem Schreibtisch und einer Couchecke zum Chillen einlädt und den Blick durch die Fensterfront nach draußen freigibt. Dort wartet mein eigener privater Pool im geräumigen Garten mit Blick aufs Meer!

Foto: Bawe Island
Die Einrichtung ist modern und in verschiedenen Beige- und Grüntönen gehalten. Lampen aus Bast, eine Dschungeltapete hinter dem kuscheligen Himmelbett und verschiedene Dekoelemente verleihen dem gigantischen Raum Charme. Am besten gefällt mir tatsächlich das Badezimmer – denn es ist komplett outdoor! Eine gigantische Regendusche, freistehende Badewanne und viel Grün, das ist ganz nach meinem Geschmack.
70 Villen verteilen sich auf Bawe Island – und jede von ihnen verkörpert ultimative Privatsphäre mit eigenem Pool, Butlerservice und auf Wunsch Privatkoch. Neben den Sunset-Suiten stehen auf der anderen Seite der Insel die Sunrise-Villen für die Gäste bereit, die, wie der Name schon verrät, die Morgensonne genießen wollen. Auf dem Wasser versprechen acht Lagoon-Suiten mit Infinitypool über dem Wasser Malediven-Feeling. Allerdings stehen diese nicht immer über dem Wasser. Denn Sansibar ist für seinen starken Tidenhub bekannt. Das Wasser kommt und geht, mit ihm der Wind, die Vögel und Fische. Immer herrscht eine andere Atmosphäre am Strand, der sich die gesamte Südwestküste der Insel entlangzieht. Hier liegen, gleich mit privatem Strandzugang, mit den vier Zanzibar-Villen und dem Sultan Palace, die luxuriösesten und größten Villen auf der Insel.

Foto: Bawe Island
Bawe Island: La Dolce Vita in Afrika
Das Essen im Hotel ist himmlisch! Ich kann mich Abend für Abend gar nicht entscheiden, wo ich schlemmen möchte. Sehr entspannt: Beim Dine-Around-Konzept des Resorts sind alle vier Restaurants der Insel im Meal Plan schon inkludiert, man sucht sich jeden Abend eins aus. Die Qual der Wahl bleibt dennoch. Das Hauptrestaurant The Sand mit wechselnden Themenabenden geht immer. Das Sinfonia gleich am Strand serviert Pizza und Pasta wie in Italien – es wurde eigens ein Holzofen aus Italien importiert. Am Chef ’s Table im Teppanyaki-Restaurant Rising Sun wiederum werden in der offenen Showküche verschiedene kleine asiatisch angehauchte Speisen zubereitet.

Foto: Marie Tysiak
Doch ich mag im Urlaub nicht nur faul herumliegen und schlemmen! Muss ich auch nicht: Von einem Fußballplatz über Padel, Tennis, Tischtennis hin zu einem gut ausgestatteten Fitnessstudio, Yoga- und Pilates-Kursen und einem eigenen Spa-Center ist das Angebot hier reich, besonders übrigens auch für Kinder. Der Kids Club samt Babysitting schon für die ganz Kleinen ermöglicht reichlich Zeit für ein romantisches Picknick zu zweit oder relaxen im The Beach Club, wo nur Erwachsene erlaubt sind.
Ausflüge auf die anderen Inseln Sansibars und Stone Town
Auch die Liste der Ausflugsmöglichkeiten per Boot auf die anderen Inseln des Sansibar-Archipels ist lang. Mein Highlight: eine Tour durch die historischen Gassen von Stone Town. Einfach, weil dieser Ort Sansibar so gut verkörpert und auf der Welt einzigartig bleibt. Das findet auch die Unesco und zeichnete die Altstadt der Hauptstadt Sansibars als Weltkulturerbe aus. Mit dem resorteigenen Speedboat nur 15 Minuten entfernt. Die Reise lohnt sich: Stone Town hat eine bewegte und nicht immer einfache Geschichte. Vom Hafen in Stone Town wurden nicht nur Gewürze, sondern auch mehr als eine Million verschleppte Menschen als Sklaven verschifft.

Die wuselige Altstadt in Stone Town auf Sansibar I Foto: Aron Marinelli
Tatsächlich war der Sansibar-Archipel jahrhundertelang in der Macht des Sultanats Oman, aber auch Portugiesen und Briten hinterließen hier ihre Spuren. Zum Beispiel die Anglikanische Kirche an der Stelle des ehemaligen Sklavenmarktes. Im Keller der Kirche finden sich heute noch die Kerker, in denen die Menschen vor ihrem Verkauf auf engstem Raum eingesperrt wurden. Die Geschichte der Stadt zeigt sich auch in den traditionellen Wohnhäusern mit ihren geschnitzten Holztüren, arabischen Balkonen und indischen Einflüssen auf dem Gebiet der Altstadt. Fun Fact: Freddie Mercury ist in einem dieser Häuser, heute ein Museum, aufgewachsen.
Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle auf Bawe Island
Zurück zum Resort: Die Riffe rund um Bawe Island sind ein Eldorado für Taucher und Schnorchler. Das umliegende fischreiche Meer ist als Marine-Park geschützt. Und überhaupt wird soziale und ökologische Verantwortung hier sehr ernst genommen. Die meisten Angestellten kommen aus Stone Town, auf der Insel liegt der größte Solarpark Sansibars, ein eigenes Entsalzungssystem bereitet das Meerwasser auf, und die wilde, grüne Natur der Insel ist wunderschön erhalten geblieben.

Foto: Bawe Island
Meinen letzten Abend genieße ich am Strand. Zum Sundowner legt ein DJ auf, meine Füße wippen im Sand, und mein Cocktail schmeckt köstlich. Das Meer ist heute Abend rau, die feuerrote Sonne geht gerade am Horizont unter. Auf einem Tisch werden feinster italienischer Prosciutto und Formaggio aufgebaut. Chefkoch Giacomo Bongiovanni grinst mir zu und lädt mich mit einem Sansibar-typischen »Hakuna Matata« dazu ein, zuzugreifen.
Was das Bawe Island Resort zu einem wahren Herzensort werden lässt, sind die Menschen, die den Urlaub hier unvergesslich machen. Selten bin ich so oft mit den Mitarbeitenden ins Gespräch gekommen, habe mich so willkommen gefühlt. Ich bin sehr glücklich, dass dieses kleine Paradies nicht mehr bloß als Telegrafeninsel einer heiß umkämpften Region genutzt wird. Sondern eine echte Inspiration sein kann, wie Luxushotels gesellschaftliche sowie umweltliche Verantwortung übernehmen und dabei unvergessliche Momente und Begegnungen schaffen. In Afrika und hier in Sansibar wichtiger denn je. Paradiesische Sonnenuntergänge inklusive.

Foto: Marie Tysiak
Mehr Infos zum Bawe Island Resort und der The Coccon Collection
Das Bawe Island Resort, Teil der The Cocoon Collection, liegt 15 Bootsminuten vor Stone Town mit dem Internationalen Flughafen von Sansibar. 14 Nächte in einer Sunrise Villa mit Halbpension für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet ab 17.500 Euro. Mit Pongwe Island und Gold Zanzibar betreibt das Familienunternehmen zwei weitere Luxushotels auf dem Sansibar-Archipel. Mehr Infos findest du auf: www.baweisland.com
In diesem Artikel verraten wir dir, welche Sehenswürdigkeiten du auf Sansibar nicht verpassen solltest!

Foto: Marie Tysiak

