Der Duft von Tee und Mokka in pittoresken Straßencafés, quirliges Treiben auf traditionellen Basaren und eine Vielzahl beeindruckender Bauwerke – die Stadt ist weit mehr als das Tor zwischen Orient und Okzident. Wir verraten, was man in Istanbul gesehen haben muss.

Hagia Sophia: Moschee trifft Museum

Es gibt unendlich viele Moscheen in Istanbul. Viele davon haben in den Nebengebäuden mittlerweile kleinere Museen eingerichtet, um einen Einblick in die Zeit der Osmanen zu gewähren. Die bekannteste Moschee ist die Hagia Sophia, die ursprünglich eine byzantinische Kirche war und heute vollständig in ein Museum umgewandelt wurde.

Blaue Moschee und Hagia Sophia in Istanbul

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Sie ist eines der wichtigsten Bauwerke der Spätantike. Mit ihrer Bauweise als Kuppelbasilika dient sie als architektonisches Vorbild für zahlreiche andere Moscheen wie etwa die Sultan-Ahmed-Moschee, auch »Blaue Moschee« genannt. Ein absolutes Must-See!

Shopping auf Türkisch: durch die Basare der Stadt

Der Große Basar ist die erste Anlaufstelle für alle, die sich für Antiquitäten, Schmuck, Keramik oder Teppiche interessieren. Die zahlreichen Hallen, Gassen und Straßen sind vollständig überdacht und laden zum Bummeln und Stöbern ein.

Basar in Istanbul

Wei Pan

Auf dem Ägyptischen Basar gibt es dagegen hauptsächlich Obst, Gemüse, Gewürze und Tiere. Wer es eher auf Mode, Kino, Spielhalle und Co. abgesehen hat, sollte einem der modernen Einkaufszentren einen Besuch abstatten – mit dem Forum AVM und dem Şişli Kültür ve Ticaret Merkezi gibt es in Istanbul sogar zwei der größten in ganz Europa.

Die berühmteste Straße zum Shoppen in Istanbul ist dagegen die Istiklal Caddesi im Stadtteil Beyoglu. Geschäfte beliebter Marken wie Mavi, Boutiquen und Souvenirläden sowie zahlreiche Cafés reihen sich auf rund 1,4 Kilometer aneinander. Lohnend ist auch ein Blick auf die Fassaden, denn die Istiklal Caddesi bietet schöne Jugendstilgebäude und Passagen wie die historische Cisek-Passage (zu Deutsch »Blumenpassage«).  Schließlich lohnt sich noch eine Fahrt mit der nostalgischen Straßenbahn.

Hasseki Hürrem Hamam: wo einst der Sultan badete

Direkt zwischen der Hagia Sophia und der »Blauen Moschee« befindet sich Hasseki Hürrem Hamam, ein ehemaliges türkisches Bad. Heute ist das Bad ein Shoppingcenter, die typische Hamam-Architektur ist aber erhalten geblieben. Dieser Ort ist deshalb auf jeden Fall einen Besuch wert.

Deutsche Kultur in Istanbul: der Kaiser-Wilhelm-Brunnen

Nahe der »Blauen Moschee« ist auch ein deutsches Bauwerk in Istanbul zu finden. Der Kaiser-Wilhelm-Brunnen, auch »Deutscher Brunnen« genannt, befindet sich im Stadtteil Sultanahmet.

Kaiser-Wilhelm-Brunnen in Istanbul mit Touristen

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Er wurde zum Gedenken an den Besuch des deutschen Kaisers Wilhelm II. in Istanbul im Jahre 1898 erbaut. Die Einzelteile fertigte man in Deutschland und transportierte sie nach Istanbul, wo das Bauwerk 1900 am heutigen Standort zusammengefügt wurde.

Yeraltı Camii: Religion auch unter der Erde

Im Stadtteil Galata befindet sich Yeraltı Camii, eine unterirdische Moschee. Das Kellergewölbe wurde im frühen 18. Jahrhundert als Teil einer Wehranlage erbaut, zwischenzeitlich diente es auch als Verlies und Waffenlager. Im Jahr 1757 wurde das Gebäude dann in eine Moschee umgewandelt. Früher befand sich über der Moschee übrigens eine Burg, von der heute aber nichts mehr zu sehen ist.

Jüdische Geschichte auf türkischem Boden: Museum und Synagogen

Ein Besuch in Galata lohnt sich gleich mehrfach. Denn dieser Stadtteil ist neben Balat besonders reich an jüdischer Geschichte. Jüdische Geschichte? Richtig gelesen. Obwohl fast 99 Prozent der Türken Muslime sind, hat auch das Judentum in der Türkei eine interessante Vergangenheit.

Galata-Tower in Istanbul

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Seit über 2.000 Jahren leben Juden auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Im 16. Jahrhundert gab es im damaligen Konstantinopel zum Beispiel schon über 40 Synagogen. Heute ist Istanbul das Zentrum der türkischen Juden. Dort gibt es nicht nur einige Synagogen, sondern auch das einzige Jüdische Museum in der Türkei.

Einmal wie ein Sultan fühlen: der Topkapı-Palast

Im Topkapı-Palast residierten über Jahrhunderte die Sultane des Osmanischen Reichs. Das riesige Areal mit vier Innenhöfen war selbst eine Kleinstadt und beherbergte zu ihren besten Zeiten bis zu 5.000 Menschen.

Topkapi-Palast in Istanbul

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Durch seine erhöhte Lage auf einer Landspitze zwischen Goldenem Horn und Marmarameer verfügt der Palast über eine beeindruckende Aussicht auf den Bosporus. Heute ist die Anlage ein Museum und bietet Einblicke in das luxuriöse Leben der Herrscherfamilien.

Yerebatan-Zisterne: auf den Spuren von James Bond

Die spätantike Zisterne wird oft auch als versunkener Palast bezeichnet und gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten Istanbuls. Das alte Gemäuer stützt sich auf 336 Säulen, die jeweils acht Meter hoch sind und aus Spolien (geraubte Bauteile aus anderen Kulturen) bestehen.

Yerebatan in Istanbul

Luciano Mortula – LGM/Shutterstock.com

Das bekannteste Beispiel für eine solche Verwendung von geraubten Stücken sind die umgedrehten Medusenhäupter, die als Säulenbasis verbaut wurden. Das Wasser in der Zisterne stammt aus dem Belgrader Wald und ist kristallklar. Da die Zisterne eine beliebte Sehenswürdigkeit ist, wurde sie mit Lichtspielen und klassischer Musik zusätzlich aufgewertet. In den 1960er Jahren wurde der Ort erstmals einem breiteren Publikum bekannt: James Bond ließ sich in »Liebesgrüße aus Moskau« auf der Suche nach einem geheimen Eingang im Boot durch die Zisterne rudern.

 

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