St. Petersburg steht bei Russland-Reisenden ganz oben auf der Besucherliste. Kein Wunder, die Metropole gilt als schönste Stadt des Landes. Wir verraten, was man in St. Petersburg gesehen haben muss.

Die Ermitage, das Russische Museum, die Brücke der Küsse, der Petershof, die Kreativzentren, die Restaurants, das quirlige Nachtleben – in Russlands zweitgrößter Stadt gibt es unendlich viel zu entdecken. Wir verraten, was man in St. Petersburg gesehen haben muss.

Vorzeigehaus: die Ermitage

Moskau gilt in Russland als die Stadt, in der große Politik gemacht und hart gearbeitet wird. St. Petersburg dagegen genießt den Ruf, die Stadt der Künstler und Freigeister zu sein. Das spiegelt sich auch in der Museumslandschaft wider. Sage und schreibe 250 Museen bietet die Stadt. Als Vorzeigemuseen gelten die Ermitage und das Russische Museum – beide zeigen herausragende Werke bekannter Künstler. Als Kunstliebhaber kann man sich in der Ermitage tagelang aufhalten.

Was man in St. Petersburg gesehen haben muss: die Ermitage

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In mehr als 350 (!) Sälen werden drei Millionen (!) Kunstwerke ausgestellt. Darunter Originale von Künstlern wie Leonardo da Vinci, Rembrandt, Rubens, Raphael, Tiziano, Monet und Picasso. Aber auch das Gebäude an sich ist von betörender Schönheit. Es gilt als Meisterwerk der Architektur und Ornamentik. Das Hauptensemble besteht aus dem Winterpalast, Gebäude der Alten Ermitage und Neuen Ermitage, Reservehaus und Ermitagetheater.

Museen, nichts als Museen

Bei mehr als 250 Museen läuft man schon einmal Gefahr, vor lauter Bäumen den Wald nicht zu sehen. Darum an dieser Stelle drei Museen, auf die man einen Blick werfen sollte: Der Museumskomplex »Das Universum des Wassers« präsentiert mehr als ein Dutzend interaktiver Programme, die über die Wasserversorgungssysteme verschiedener Länder – und natürlich über das in St. Petersburg – berichten.

Das Museum »Großes Layout-Russland« stellt auf über 800 Quadratmetern Russland im Miniaturformat dar. Es geht kreuz und quer durch Russland: St. Petersburg ist zu sehen, ebenso Moskau, der Ural, das Kaspische Meer und vieles mehr.

Ein besonders skurriles Museum ist das der »sowjetischen Spielautomaten«. Wer sich also darüber informieren möchte, wie die Bürger der Sowjetunion in einer Zeit zockten, als es noch keine Computer und Spielkonsolen gab, ist hier am richtigen Ort. Besucher erhalten am Eingang neben der Eintrittskarte eine Handvoll Chips, mit denen sie an 15 Spielautomaten ihrer Wahl spielen können.

Die Brücken – nicht nur für Verliebte

Aufgrund seiner vielen Flüsse und Kanäle wird St. Petersburg gern auch das »Venedig des Nordens« genannt. Nun ja, ganz so warm ist es hier bekanntlich nicht. Aber im Sommer kann St. Petersburg durchaus äußerst charmant sein. Das kann man besonders gut auf einer der zahlreichen Brücken feststellen. Verliebte Paare treffen sich oft auf der »Brücke der Küsse« – eine der romantischsten Orte der Stadt. Die Brücke verbindet die zweite Admiralitäts- und Kazansky-Inseln über den Fluss Moika nahe der Glinka-Straße. Hier wird zuweilen geknutscht, was das Zeug hält. Kein Wunder. Ein Mythos besagt nämlich: Je länger man sich auf der Brücke küsst, desto länger hält die Beziehung.

Brücke der Küsse in St. Petersburg

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Wer niemanden zum Küssen hat, sich aber trotzdem die Brücken anschauen möchte, sollte gegen Mitternacht unterwegs sein. Dann wird er nämlich Zeuge eines kleinen Spektakels. 22 der rund 800 Brücken in St. Petersburg sind sogenannte Drehbrücken. Ihre Sperrstellen werden nachts zu einer bestimmten Zeit getrennt, um große Schiffe passieren zu lassen. Tipp: Im Sommer die wunderschöne Palast-Brücke von der Englischen Promenade aus betrachten. Kamera nicht vergessen!

Russlands Versaille: der Petershof

Klar, Schloss Versaille bei Paris und Schloss Sanssouci in Potsdam sind hierzulande wohlbekannt. Aber auch Russland hat einen solch historisch aufgeladenen Prunkbau im Angebot: den Petershof, einer der schönsten Barockbauten der Welt. Er liegt rund 30 Kilometer westlich von St. Petersburg. Viele Besucher, vor allem im Sommer schwirren sie in Scharen herbei, sind angetan von den eleganten Parks und sehenswerten Wasserfontänen – von denen es Dutzende auf der ganzen Anlage gibt. Wer einen verregneten Tag erwischt und sich nicht zu lange draußen aufhalten möchte, kann auch eines der 23 (!) Museen auf der Anlage besuchen.

Petershof in Russland

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Kreativkammern: Weber und Puschkinskaja, 10

St. Petersburg ist der Liebling der jungen Kreativen in Russland. Verwahrloste Werk- und Fabrikhallen wurden mit Aufwand und Liebe zum Detail in Loft-Projekte verwandelt. Eines davon ist »Weber«. Auf über 10.000 Quadratmetern empfängt das multifunktionale Zentrum am Umleitungskanal interessierte Besucher und gibt einen Einblick in das Schaffen der lokalen Künstler. Es gibt hier Designer-Show-Räume, Konzeptläden, Ateliers, Modeschauen, Ausstellungen zu entdecken – kurzum, ein Paradies für kreative Kräfte. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Kunstzentrum »Puschkinskaja, 10« im Zentrum der Stadt. Hier sind vornehmlich Künstler, Musiker, Galeristen und Museen beheimatet.

Schlemmen und feiern

Der Magen knurrt nach einem ausgiebigen Stadtrundgang? Dann nichts wie auf die Rubinstein-Straße. Dort finden sich erstklassige Restaurants. Empfehlenswert sind das Smoke BBQ, das Punk Brew und das 48 Chairs.

Wer anschließend Lust hat, die Nacht zum Tag zu machen, sollte Kurs auf die Kasaner Straße nehmen, wo viele Bars, Clubs und Kneipen locken. Ebenfalls ein guter Ort zum Abfeiern ist der Konjushennaja Platz. Im Volksmund gern auch das Soho von St. Petersburg genannt.

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