Wenn die Temperaturen in Deutschland die 30-Grad-Marke knacken, wollen die meisten nur eins: sich im Freibad oder in einem See abkühlen. Aber Achtung, Baden bei extremer Hitze kann schnell auch gefährlich werden. Diese Regeln solltest du beachten. 

Es ist eine traurige Zahl: 26 Personen starben am Hitze-Wochenende (26.–28. Juni 2026) bei einem Badeunfall. So die Bilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

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Vor allem Männer unterschätzten die Gefahren beim Schwimmen in der Hitze. Unter den Opfern Ende Juni waren ausschließlich Jungen und Männer. Die Statistik aus dem vergangenen Jahr zeichnet ein ähnliches Bild – 2025 waren vier von fünf Ertrunkenen männlich (hier geht’s zur Website der DLRG).

Aber woran liegt das? Wo genau lauern die Gefahren beim Badeausflug bei hohen Temperaturen? Und was sollten Badende unbedingt beachten, wenn sie sich am Wochenende abkühlen wollen? Eine Übersicht.

Warum Baden bei Hitze gefährlich ist

Die Selbstüberschätzung spielt eine große Rolle. Gerade Männer überschätzen häufig ihre eigene Schwimmfähigkeit oder die Kräfte, die in offenen Gewässern wirken – etwa Strömungen, die auch geübte Schwimmer schnell überfordern können.

Außerdem reagiert der Körper bei großer Hitze anders auf kaltes Wasser als sonst. Wer stark überhitzt und dann abrupt in kühles Wasser springt, riskiert einen sogenannten Kälteschock: Die Blutgefäße ziehen sich schlagartig zusammen, der Kreislauf muss sich extrem schnell umstellen. Das kann zu Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen oder Krämpfen führen, was mitten im Wasser eine lebensgefährliche Situation ist.

Hinzu kommt: Nach dem Essen, nach Alkoholgenuss oder bei starker körperlicher Anstrengung (etwa direkt nach dem Sport) ist der Kreislauf zusätzlich belastet. Die DLRG warnt ausdrücklich davor, überhitzt oder erschöpft ins Wasser zu gehen.

Zwei DLRG-Rettungskräfte beobachten die Lage im Wasser.

Foto: Sascha Walther (DLRG)

Welche Gewässer besonders gefährlich sind

Nicht jedes Gewässer birgt die gleichen Risiken. Laut der DLRG sind vor allem folgende Orte tückisch:

  • Baggerseen und Kiesgruben: Oft sehr steile Uferabbrüche, unerwartet tiefe Stellen direkt am Ufer und stark schwankende Wassertemperaturen – an der Oberfläche warm, in der Tiefe eisig kalt. Dieser Temperaturunterschied kann selbst erfahrene Schwimmer überraschen und überfordern.
  • Flüsse: Strömung wird von außen oft unterschätzt. Auch ruhig wirkende Flüsse können Strudel, Unterströmungen oder plötzliche Strömungswechsel haben.
  • Seen mit Schilfgürteln oder Wasserpflanzen: Schwimmer können sich darin verfangen.
  • Nicht bewachte Badestellen allgemein: Laut DLRG ereignen sich die meisten tödlichen Badeunfälle an Stellen ohne Rettungsschwimmer.
  • Frei zugängliche stillgelegte Gewässer (z. B. ehemalige Steinbrüche): Oft ohne jegliche Absicherung, Beschilderung oder Rettungsmöglichkeit.
Ein "Nicht schwimmen"-Schild an einem Gewässer.

Foto: Vanvaew/Shutterstock.com

Bei Hitze baden: Diese Regeln solltest du beachten

Wie verhält man sich beim Baden in der Hitze aber denn nun richtig? Die DLRG gibt dazu klare Empfehlungen: Wer sich bei Hitze abkühlen möchte, sollte vor dem Sprung ins kühle Nass langsam vorgehen und Arme, Beine und Nacken mit Wasser benetzen, damit sich der Kreislauf an die Temperatur anpassen kann.

Es sollte außerdem niemand mit akuter Überhitzung oder Erschöpfung schwimmen. Nach dem Sport oder einem Sonnenbad in der prallen Mittagshutze besser erst eine Pause vor dem Sprung ins Wasser einlegen. Zudem unbedingt auf Alkohol vor dem Schwimmen verzichten, denn er beeinträchtigt das Urteilsvermögen und die Reaktionsfähigkeit erheblich.

Am sichersten ist das Schwimmen an bewachten Badestellen, denn dort können Rettungsschwimmer im Notfall schnell eingreifen. Und gerade in offenen Gewässern sollte immer jemand in direkter Nähe sein, der Hilfe holen kann. Auch Kinder sollten nie unbeaufsichtigt gelassen werden, denn selbst im flachen Wasser kann sich innerhalb von Sekunden ein Unfall ereignen.

Die eigenen Kräfte sollten realistisch eingeschätzt werden. Auch sollten Badegäste nicht zu weit hinaus schwimmen, besonders nicht gegen Strömung oder Wind. Und bevor man in ein unbekanntes Gewässer springt, gilt es, die Wassertiefe und den Untergrund in Erfahrung zu bringen – nie kopfüber in unbekannte Gewässer springen.

Mehr Infos zu Baden bei Hitze

Häufige Fragen

Welche Utensilien gehören bei einem heißen Badetag in die Tasche?

Neben Badebekleidung und Handtuch gehören Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, eine Kopfbedeckung, ausreichend Wasser und eine Sonnenbrille zur Grundausstattung. Auch ein Sonnenschirm oder eine Strandmuschel sowie leichte Snacks helfen, den Tag angenehm und sicher zu verbringen.

Wie oft sollte man sich mit Sonnencreme eincremen?

Sonnencreme sollte etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. Anschließend empfiehlt es sich, spätestens alle zwei Stunden sowie nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen nachzucremen – auch bei wasserfestem Sonnenschutz.

Zu welcher Uhrzeit knallt die Sonne besonders stark?

Die UV-Strahlung ist in der Regel zwischen 11 und 16 Uhr am stärksten. In dieser Zeit sollte man möglichst den Schatten aufsuchen oder direkte Sonne meiden. Wer baden möchte, schützt Haut und Kopf am besten mit Kleidung, Sonnencreme und regelmäßigen Pausen im Schatten.