Wer in der Ole Liese übernachtet, der ist im Traum des perfekten Landlebens angekommen. Grasende Pferde vor dem Fenster, Vogelgezwitscher bei Sonnenaufgang und der Duft der Natur in der Nase. Text: Jennifer Latuperisa-Andresen

Oliver Domnick und seine Frau Birthe hatten den Traum von einem Landhotel, als beide entschieden, bei ihrem vorherigen Hotelarbeitgeber in Hamburg zu kündigen und es im Hotelbusiness losgelöst von einer großen Kette zu schaffen.

Gastgeber Birthe Und Oliver Domnick, Ole Liese

Klaus Knuffmann

Dabei haben sie sich ein Örtchen ausgesucht – wahrscheinlich eher in eines verguckt –, das tatsächlich aus einem Bilderbuch hätte entspringen können: Gut Panker. Die Ole Liese ist ein denkmalgeschütztes Häuschen ebendieser Gutsanlage, in der 80 Einwohner leben. Es ist ein beschaulicher und friedlicher Ort – wobei ich selbst das Wort »Ort« hochgegriffen finde. Wenn man sich abseits der kleinen Hauptstraße begibt, an der auch die Ole Liese liegt, sieht man nur Landschaft der holsteinischen Schweiz. Hügelige Landschaft wohlgemerkt: eine Besonderheit im doch ansonsten so platten Schleswig-Holstein.

Für viele verwirrend ist wohl der Fakt, dass Gut Panker der Familie von Hessen-Kassel gehört. Im 18. Jahrhundert war dieses prächtige Stück Land praktisch eine überdimensionale Alimentenzahlung des schwedischen Königs Friedrich (der aus dem Haus Hessen stammte) an seine unehelichen Söhne, die dort die Herrschaft Hessenstein begründeten. Heute gehört das Gut samt Ländereien und Gebäuden zur Hessischen Hausstiftung, inklusive der größten Trakehnerzucht Deutschlands. Diese besteht bereits seit dem 15. Jahrhundert und fand somit schon immer vor der Haustür der Ole Liese statt, was einen großen Teil des ländlichen Charmes ausmacht.

Die Ole Liese ist ein denkmalgeschütztes gebäude auf Gut Panker

Hilke Maunder

Doch auch sonst ist das süße Hotel das Tor zu einer überwältigenden Natur, wo beispielsweise gelbe Rapsfelder vor dem Tiefblau des Ostseepanoramas leuchten. Am besten, man steigt auf ein Fahrrad und erkundet die fotogenen Eckchen der Umgebung. Hier empfiehlt es sich, gegen die Meeresbrise zu strampeln, um in der Hohwachter Bucht zu pausieren, wo man sich im Meer ein wenig abkühlen kann. Die Rundtour vom Gut Panker zur Ostsee beträgt etwa 30 Kilometer und ist auf teils hügeligem Wege gut befahrbar.

Wer es hingegen etwas kuscheliger und ruhiger mag, der spaziert über das Gut, entlang an den kleinen Designerlädchen und Textilkünstlern zu den Floristen und wieder zurück. Wer Lust hat, kann bis zum Aussichtsturm Hessenstein wandern, der einen phänomenalen, wenn nicht den besten Blick der Region bietet.

Liebe zum Hotel geht auch durch den Magen

Das Hotel Ole Liese selbst ist ein Hideaway, wie man neudeutsch sagt: ein Ort, an dem man sich vor dem Alltagsstress verstecken kann. Das geht in 20 individuell eingerichteten Landhauszimmern. Dazu gehören auch die Alte Meierei auf dem Gutshofgelände, welche komplett saniert und mit zwei weiteren Hotelzimmern angereichert wurde. In dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Anwesen wohnen jetzt auch die Gastgeber. Doch die Eheleute Domnick wären keine erfahrenen Hoteliers, wenn sie nicht wüssten, dass insbesondere die Gastronomie das Geschäft am Leben hält. Deswegen wird auf eine exzellente Küche höchsten Wert gelegt. Dafür sorgt Volker M. Fuhrwerk, eines der hoffnungsvollen Talente, die nach den Michelin-Sternen greifen.

Volker M. Fuhrwerk greift anch den Michelin-Sternen

Ole Liese

Die Ole-Liese-Wirtschaft ist Mittelpunkt des historischen Guts und hat sich längst zu einem Geheimtipp auch außerhalb der Region gemausert. Doch Chef de Cuisine Volker M. Fuhrwerk und sein Sous-Chef Stefan Gansen sorgen auch im hoteleigenen Restaurant 1797 für einen kulinarischen Hochgenuss. Ganz in der Tradition des Gutes kommen regionale Spezialitäten auf den Tisch. Ob gerösteter Ostseedorsch, Holsteiner Brotzeit vom Holzbrett oder hausgemachte Sorbets – an regionaler Bodenständigkeit fehlt es hier nicht.

Ein paar Nächte in der Ole Liese müssen es aber schon sein, denn dann erst kann die Ruhe der Natur wirken. Empfehlenswert wäre es, nicht am Wochenende zu kommen, dann nämlich pilgern zahlreiche Ausflügler auf das pittoreske Gut. Aber in der Woche ist es ruhig. Dann ist es malerisch und idyllisch. Dann hört man das Vogelgezwitscher und weiß auch, dass es keine Sünde ist, wenn man sich im kuscheligen Bett noch einmal umdreht und ganz langsam in den Tag startet.

Adresse & Infos. Hotel & Restaurant Ole Liese. Gut Panker, 24321 Panker, Tel.: 04381 90690, www.ole-liese.de.

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