Die Region Navarra im Norden Spaniens, gleich südlich der Pyrenäen, ist das perfekte Ziel für aktive Genießer. Denn: Wüste, Meer und Berge schaffen eine einzigartige Natur, die zum Wandern und Radfahren einlädt und ganz nebenbei Weltklasse-Weine und eine ganz besondere Küche hervorbringt.  

Ganz im Norden Spaniens liegt die kleine spanische Region Navarra – ein Naturparadies, das seinesgleichen sucht: Auf 10.000 Quadratkilometern rund um die Provinzhauptstadt Pamplona, zwischen Atlantik und Mittelmeer, am Rande der schneebedeckten Pyrenäen liegen Wälder, Wüsten und Berge. Fast die Hälfte dieser Naturräume wird geschützt, der Artenreichtum ist gigantisch.

Gleich neun verschiedene Ökosysteme reihen sich in der wundersamen Landschaft Navarras aneinander. Besonders beeindruckend sind zum Beispiel die roten Sandsteinfelsen und tiefen Schluchten der Wüste Bardenas Reales, die von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt wurden und vielen Science-Fiction-Filmen als Kulisse dienen.

Person steht in der Halbwüste der Bardenas Reales

alfernec/ Shutterstock.com

Bardenas wirkt einfach wie von einer anderen Welt. Auch die geheimnisvollen Wälder rund um Irati sind ein Eldorado für alle Naturliebhaber. In den Bergen des Naturschutzgebietes Urbasa-Andía warten hingegen schroffe Gipfel und türkisblaue Quellen.

Egal an welche Landschaft man sich tagsüber erfreut, am Abend sollte man unbedingt in einem der urigen Landhäuser einkehren, um den Abend bei bester Gesellschaft, einem lokalen Wein und regionaler Küche ausklingen lassen. Viele Unterkünfte finden sich in traditionellen Bauernhäusern.

Per Pedes auf den »Grünen Routen« in Navarra unterwegs

Eine der schönsten Arten, Navarra kennenzulernen, ist auf dem Fahrrad! Eine Vielzahl stillgelegter Eisenbahnstrecken, die nun als gut ausgeschilderte Wege ohne große Steigungen durch die idyllische Landschaft führen, machen die Region zu dem perfekten Ziel für Radreisen. Bekannt sind diese Wege im ganzen Land als »Vía Verdes« – die grünen Wege.

Die Pyrenäen prägen das Bild von Navarra - und machen die Provinz zu einem Outdoor-Paradies.

Javier Campos

Im Norden ziehen Buchenwälder am Wegesrand vorbei, Flüsse und Wasserfälle laden zu einer Pause ein. Durch Tunnel passiert man die Berge, immer wieder taucht wie aus dem Nichts ein beschauliches Dorf auf. Auch die tiefe Schlucht »Foz de Lumbier«, die einst rauschende Flüsse aus den östlichen Pyrenäentäler gegraben hat, ist super mit dem Fahrrad zu erreichen!

Navarra – das Tor zum Jakobsweg

Gleich zwei der Hauptrouten des tausendjährigen Pilgerweges führen durch die Region Navarra: der sogenannte »Französische Weg«, der die Pyrenäen in Richtung Roncesvalles überquert und der »Aragonesische Weg«, der über Sangüesa nach Navarra führt.

Beide Wege kommen in Puente la Reina zusammen. Insgesamt verlaufen somit 200 Kilometer des Jakobsweges durch die Region. Besonders in dem Mittelalterstädtchen Estella und dem barocken Viana lohnt ein längerer Stopp! Auch die berühmte ackteckige Kirche Santa María de Eunate erwartet euch südlich von Pamplona.

Wandern in Spanien - wir zeigen wo!

Turismo Gobierno de Navarra

Für jeden die richtige Wanderung

Doch auch abseits des Jakobsweges führt ein Netz aus unzähligen Wanderwegen bis in die letzten Winkel der Region. Für Familien oder Bergsteiger – hier ist garantiert für jeden die passende Route dabei. Diese vier Routen sind besonders schön.

Im Naturreservat Urederra kommt ihr in einer zweieinhalbstündigen Wanderung durch den dichten Wald immer wieder an türkisfarbenen, natürlichen Pools vorbei. Bikini und Badehose also nicht vergessen! Ein Bad in dieser unglaublichen Szenerie ist ein Urlaubshighlight.

Die Quellen von Urederra in Nordspanien laden zum

Yoann-Laheurte

In der Grenzregion von Xareta im Norden wartet mit der »Ruta de la Pottoka Azul« ein wunderschöner Rundwanderweg zwischen Wiesen und Wäldern auf Outdoorfans. Unser mytischer Tipp: das Dörfchen Zugarramurdi. Die große Höhle ganz in der Nähe diente in der Antike als ein Treffpunkt für Hexensabbate und andere Riten –  deswegen trägt Zugarramurdi auch den Beinamen »das Hexendorf«.

Der Holzfällerpfad »Los Paraísos-Erlan« führt durch den Irati-Wald. Dieser verwunschene Buchenwald ist der zweitgrößte seiner Art Europas – und mittendrin taucht im Schutz der Bäume der Irabia-Stausee auf. Einfach märchenhaft.

Mitten in den Wäldern von Navarra verstecken sich verwunschene Seen.

Iñaki Tejerina

Am Rande der ummauerten Stadt Artajona führt uns die Route »Dólmenes de Artajona« vorbei an der historischen Festung aus dem Mittelalter, die schon Päpsten und Adeligen ein Zuhause bot. Auf dieser Wanderung könnt ihr in die facettenreiche Geschichte von Navarra eintauchen.

Pinchos für jede Gelegenheit

Die Vielfalt Navarras zeigt sich auch auf dem Teller! Alleine wegen der phänomenalen Küche lohnt die Reise. Beispielsweise kommen in den Pyrenäen vor allem Käse, Rind und Wild auf den Teller. Die Region La Ribera ist hingegen berüchtigt für sein frisches Gemüse. Besonders die roten, scharf angebratenen Paprika »Pimientos del Piquillo« sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch die Artischocken aus Tudela genießen einen exzellenten Ruf.

Wein gehört bei einer Reise nach Navarra einfach dazu.

Jeff Siepman

Ein guter Wein darf in Navarra natürlich auch nicht fehlen. Die meistverwendete Rebsorte ist die Garnacha. An den lauen Sommerabenden in den Altstädten von Olite oder Tafalla schmecken die guten Tropfen, hier werden Rot- und Weißweine, aber auch Rosé produziert, gleich doppelt gut!

Ein echter Geheimtipp und kulinarisches Erlebnis in der Region sind die sogenannten Sidrerías. Diese traditionellen Apfelweinhäuser, oft einsam in der Natur gelegen, servieren den Wein frisch aus dem Fass, das man sich aussucht. Zum Essen gibt es ein festes Menü dazu: Chorizo und Kabeljau-Omelett zur Vorspeise, Ribeye-Steak mit Kabeljau-Tacos als Hauptgang und zum Nachtisch Käse der Region mit Quitten und Walnüssen. Natürlich immer mit einem frischen Glas Apfelwein dazu.

In Pamplona, der Hauptstadt Navarras, werden all die Köstlichkeiten der Region zusammen serviert. Am besten kann man sich bei »Pinchos« durchprobieren. Das sind die typischen regionalen Tapas , die meist in den kleinen Bars der Altstadt serviert werden. Am besten man macht einen Spaziergang durch die Gassen und lässt sich hin und wieder zu einem kulinarischen Stopp verführen. Und wie sagt man so schön: Liebe geht durch den Magen! Es wird nicht ausbleiben, dass Navarra anschließend ganz oben auf der Urlaubswunschliste verweilt.

In der spanischen Provinz werden Tapas als sogenannte Pinchos serviert!

Infos

Mehr Infos zur spanischen Region Navarra findet ihr bei www.spain.info.