Baldachinbett am Pool, ein exquisites Haute-cuisine-Restaurant und üppiges Grün: Das Paradisus Punta Cana Resort in der Dominikanischen Republik zeigt, wie charmant All-inclusive sein kann. Text: Frank Störbrauck

Vor 13 Jahren habe ich das erste und letzte Mal in einem All-inclusive-Hotel übernachtet, in Südeuropa. Das Bett knarrte. Das Essen schmeckte fad wie in einer heruntergekommenen Pommes-Bude.  Und die übrigen Gäste waren vor allem damit beschäftigt, schon um elf Uhr morgens sternhagelvoll am Pool Schlagerlieder zu trällern. Kurzum: Es war ein Erlebnis, das einen bleibenden Eindruck hinterließ. In den folgenden Jahren machte ich einen Bogen um All-inclusive. Bis zum Sommer dieses Jahres.

Der erste Eindruck passt

Das Paradisus Punta Cana Resort will sich offensichtlich mit Stil von der Konkurrenz abheben, die sich ebenfalls an der palmengesäumten Traumküste der Punta Cana tummelt. Das beginnt schon bei der Ankunft: eine Lobby im schicken 70er-Jahre-Retro-Style, leise Loungemusik und ein auffallend junges Personal. Noch während man beim Check-in seinen Reisepass überreicht und sich an einem alkoholfreien Begrüßungscocktail erfreut, merkt man gerade noch aus den Augenwinkeln, dass sich der Koffer bereits auf den Weg zum Zimmer macht.

Lobby des Paradisus Punte Cana Resorts

Paradisus Punte Cana Resort

Alles läuft glatt und geräuschlos, dass man sich wundert, wo all die anderen Gäste sein könnten. Rechts vom Empfang blicke ich neugierig hinüber ins Restaurant Gabi Club, als mich Vito Anselmi, der Resident Manager des Hauses, begrüßt. »Unser Resort ist in drei Bereiche aufgeteilt, den Paradisus, den familienfreundlichen ›The Reserve‹ und den Royal Service«, erläutert er, als man etwas unbeholfen auf der Resort-Karte nach Orientierung sucht.

Entspannen und Schlemmen im Paradies

Nun aber auf eigene Faust los, denkt man nach Beziehen des Zimmers, und marschiert mit der Karte los. Am Pool des »The Reserve«-Clubs beobachtet man, wie die Gäste plantschen, tauchen, ein Sonnenbad nehmen oder sich entspannt in einem der Baldachinbetten Cocktails servieren lassen.

Freunde der süßen Alkoholdrinks finden hier ein kleines Paradies – rund 20 Cocktails finden sich auf der Karte, die Namen wie Tom Collins, Cascada, Sex on the Beach, Planter’s Punch oder Apple Martini tragen. Am Pool hört man leise »So many men, so little time«. Aber man selbst summt nur in Gedanken »So many Cocktails, so little time …«

Das Paradisus Punta Cana Resort bietet am Abend zwölf Restaurants zur Auswahl, ein weiteres wird derzeit gebaut, direkt am Strand. Fragt man Gäste und Personal nach einem Restaurant-Tipp, so empfehlen allesamt zuallererst das Restaurant Fuego.

Deren Küchenchefs sind Pedro Nacarino und Rubén Vázquez, beide junge Spanier, die nach den Vorgaben des mit Michelin-Sternen hoch dekorierten baskischen Starkochs Martín Berasategui eine wahrhafte Haute cuisine kredenzen.

Restaurant-Tipp: das Fuego

Berasategui ist bekannt für seine leichte, kreative Küche und die Verwendung innovativer Aromen und ausgefallener Zubereitungstechniken. Dabei leisten seine dominikanischen Lokalmatadore Nacarino und Vázquez ganz hervorragende Arbeit.

Koch im Fuego Restaurant

Frank Störbrauck

Ihre »Kalte Erbsensuppe mit feinen Kräutern, geräuchertem Dorsch und Zitronenjoghurt« zergeht auf der Zunge, den »Garnelensalat mit Avocado-Lachs-Tartar« möchte man am liebsten ein zweites Mal verspeisen, und das »Rindsfilet mit Gnocchi und Parmesansauce« ist perfekt abgestimmt auf den empfohlenen Rotwein. Das siebengängige Menü ist nicht All-inclusive – es kostet allerdings weniger als rund 35 Euro, und der Preis für eine gute Flasche Wein bewegt sich zwischen 16 und 70 Euro.

Die Gärten wirken wie ein Dschungel

So ambitioniert wie die Küche des Fuego waren auch die Architekten des Resorts. Vor allem überzeugt das üppige Grün der Anlage. Flammen- und Palisanderholzbäume, Bäume der Reisenden, Orchideen, Strelitzien und Kokospalmen, so weit das Auge reicht. Letztgenannte machen einen verlockenden Eindruck.

Paradisus Punta Cana Resort

Frank Störbrauck

Jetzt eine frische Kokosnuss austrinken, denkt man für einen Moment am Strand. Offenbar hat man einen Augenblick zu sehnsuchtsvoll die Kokosnüsse ins Auge genommen. Ein Mitarbeiter, offenbar ein Gärtner, reicht wortlos lächelnd eine durchstochene Kokosnuss, ein vorbei kommender Kellner einen Strohhalm. Da sitzt man da in aller Ruhe und schaut glücklich aufs Meer. Und ist überrascht, dass All-inclusive so charmant sein kann.

Paradisus Punta Cana Resort. Playa de Bávaro, Punta Cana, Dominikanische Republik, Reservierungstel.: 0180 212 1723, www.paradisus-puntacana.com

Preis. Eine Deluxe Junior Suite pro Nacht bei All-inclusive-Belegung kostet ab € 220.

Buchung. Günstiger geht es oft über einen Veranstalter. So kostet z. B. bei TUI eine Woche für zwei Personen mit Flug ab Düsseldorf und All-inclusive-Verpflegung in einer Deluxe Junior Suite ab € 1.451 pro Person. www.tui.com

 

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