Unsere Kolumnistin Ala Zander lässt uns regelmäßig an ihren Jetset-Reisen teilhaben. Die Inhaberin einer großen Lifestyle-PR-Agentur ist eine unermüdliche Weltenbummlerin. Ihre nächste Reise führt sie in die schöne Hauptstadt Kopenhagen. Vorher berichtet sie uns aber von einer Hotelentdeckung in Spanien: das El Palace in Barcelona.

Ich bin kein allzu großer Fan von verstaubten Grand Hotels. Zwar ist deren Äußeres oftmals herrlich luxuriös und die Lobby meist Inbegriff prunkvoller Dekadenz vergangener Jahre. In den Zimmern fehlt es dann allerdings gerne mal an Komfort und zeitgemäßen Neuerungen. Viele alteingesessene Häuser mit großem Namen haben
einfach irgendwann mal den Zug verpasst, denn die Generation »Concierge-Service meets Lobby-Pianist« stirbt eindeutig aus. Und als Hotel künftig nur noch auf Araber und Russen zu setzen, ist definitiv keine schlaue Entscheidung. So was in der Art erwartete ich, als ich kürzlich zwei Nächte im El Palace in Barcelona buchte.

Ich wollte: zentrale Lage, einen Outdoor-Pool und ein anständiges Gym. Das alles war laut Internetseite geboten und zudem die Tatsache, dass es sich bei dem imposanten Gebäude um das ehemalige »Ritz Barcelona« handelte. Das fand ich interessant und war bereit, dafür auch »oldfashioned Style« in Kauf zu nehmen. Kurz vorm Betreten der wie erwartet recht mondänen Hotellobby stolperte ich über einen Gedenkstein, der mich darüber informierte, dass im Jahr 1919 hier das »Hotel Ritz« eröffnete. Also genau vor 100 Jahren.

Hotel-Ritz-Gedenkstein im El Palace, Barcelona

Ala Zander

César Ritz, der Vater der Luxushotels

Der Schweizer Visionär César Ritz gilt als Vater des modernen Hotelwesens. Mit seinen dekadent konzipierten Luxushotels in Paris, London, Madrid und Barcelona revolutionierte er damals die traditionelle Hotellerie, wurde vom Prince of Wales, dem späteren britischen König Edward VII., sogar als »König der Hoteliers und Hotelier der Könige« betitelt. Ritz wollte den totalen Luxus seiner Zeit. So war er beispielsweise der erste Hotelbesitzer, der für jedes Zimmer ein eigenes Badezimmer baute. Ritz definierte das Wort »Luxus« damals neu, und 100 Jahre später ist genau dies noch immer in jedem Winkel des Hauses spürbar. 120 Zimmer und Suiten hat das El Palace in Barcelona heute, und keins davon ist verstaubt. Im Gegenteil, den neuen Besitzern ist es gelungen, die ehemalige Grandezza stilvoll mit zeitgemäßen Elementen zu kombinieren. Das Ergebnis ist schwer beeindruckend.

Blick in ein Zimmer des El Palace in Barcelona

Ala Zander

2009 endete die »Ritz«-Ära, und seither wurde viel renoviert, modernisiert und optimiert. Meine Suite trägt den Namen »Josephine Baker«, und ich fühlte mich darin mindestens so berühmt, wie sie es war (zudem benutzen wir das gleiche Berliner Parfum, sei an dieser Stelle erwähnt). Mein Badezimmer hatte die Größe eines üblichen
Hotelzimmers. Vom Rooftop-Pool aus hat man einen 360-Grad-Blick über die ganze Stadt, wobei das berühmteste aller Gaudi-Gebäude, die Sagrada Familia, zum Greifen nah scheint. Besonders hervorzuheben
ist der Service. Selten habe ich ein so herzliches, bemühtes und cooles Team erlebt wie im El Palace in Barcelona, die ihren besonderen Arbeitsplatz offensichtlich alle sehr zu schätzen wissen und das auch ausstrahlen.

Coole Stimmung und Cocktails in der Hotelbar

Das Hotel liegt zudem in unmittelbarer Nähe zum berühmten »Passeig de Gràcia« und zum Szeneviertel »La Rambla«, und es finden sich zahllose coole Bars und gute Restaurants quasi ums Eck.

Ala Zander in Barcelona

Ala Zander

Wobei: Die coolste Bar ist im Hotel selber, und zwar im Keller. In der plüschigen »Bluesman Cocktail Bar« gibt‘s nicht nur die besten Drinks der Stadt, sondern auch regelmäßige Live-Musik, zu der man auf tief dunkelroten Samtsesseln mitswingt.

Ich will da wieder hin, und dann wohne ich in der Suite »Cesar Ritz«, jawohl. Denn die ist dem Jahrhundert-Hotelier persönlich gewidmet und bietet neben traumhaftem Vintage-Interior ein spektakuläres, von
den alten Römern inspiriertes riesiges Badezimmer – in dem ich mich dann wieder wie Josephine Baker fühlen darf. Mindestens.

Mehr Infos zum Hotel gibt es hier.

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