Einmal im Leben sollte jeder Urlaub auf einer der Ostfriesischen Inseln gemacht haben. Bei dir steht der noch aus? Dann ist die Saisoneröffnung an der Nordsee der ideale Zeitpunkt, um mit der Planung anzufangen. Wie vielfältig der Urlaub im Norden sein kann, verraten wir hier.
Selig im Strandkorb
Wenn die Saison startet, werden die Strandkörbe aufgestellt. Das ist seit Jahrzehnten auf den Ostfriesischen Inseln gar nicht anders denkbar. Die gemütlichen und unverkennbaren Sitzgelegenheiten sind zum Symbol des Urlaubs am Meer geworden. Gemütlich eingekuschelt und mit einem Buch auf den Knien lässt sich dort ohne Probleme der ganze Tag verbringen.
Schon gewusst? Die Anordnung und die Farbgebung der Körbe sind auf jeder der Inseln unterschiedlich. Auf Juist, Langeoog und Borkum etwa sind sie in unterschiedlichste Farben getaucht und stehen kreuz und quer auf dem Strand herum. Auf Spiekeroog und Wangerooge hingegen sind die Körbe in beinahe schon militärischer Disziplin nebeneinander aufgereiht und ganz in Weiß gehalten. Wie übrigens auch auf Borkum. In strahlendem Blau-Weiß hingegen kommen die Strandkörbe auf Norderney daher. Bequem sind sie allerdings alle.
Wo können Gäste auf den Ostfriesischen Inseln im Watt wandern?
Ganz im Ernst: Zu einem Urlaub an der Nordsee, und damit auch auf den Ostfriesischen Inseln, gehört eine amtliche Wattwanderung. Wo sonst ist der Meeresboden schon begehbar? Aber Achtung: Richtig weit raus ins Watt sollte es nur mit einem Wattführer gehen. Sonst wird es schnell gefährlich. Zum Glück stehen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mehr als genug Ausflüge in das einzigartige Biotop zur Auswahl.
Auf Juist gibt es etwa die »Stille im Watt«. Teilnehmende bewegen sich gemeinsam mit Inselpfarrer Egbert Schlotmann mucksmäuschenstill ins Watt und haben so die Möglichkeit, noch die leisesten Geräusche wahrzunehmen. Zum Beispiel das Wattknistern der Schlickkrebse. Auf Borkum hingegen freut sich Wattführer Albertus Akkermann über Gäste, die mit ihm auf die Tour »Watt’n Konzert« stiefeln. Die ohnehin schon spannenden Naturfakten über das Watt untermalt der Experte original friesisch mit dem Akkordeon.
Ist Nordseeluft gut für die Lunge?
Nicht nur Atemwegserkrankte wissen, wie gut die salzige Luft an der Nordseeküste (und auch am plattdeutschen Strand) für die Atemwege ist. Diese frische Brise kommt bei der Thalasso-Therapie besonders zum Tragen. Jede der Ostfriesischen Inseln verfügt über ein eigenes Erlebnisbad mitsamt Thalassozentrum, beispielsweise das »Meerestied« auf Spiekeroog oder die »Oase« auf Wangerooge. Die Anwendungen reichen dabei von der Schlickpackung bis zum Meerwasserbad. Auf Norderney gibt es sogar das größte Thalassozentrum in Europa, das »bade:haus«. Und auf Langeoog hat gerade erst das neue Kur- und Wellnesscenter eröffnet.
Mit dem Fahrrad auf Borkum
Immer mehr Menschen greifen zum Rad. Sowohl im Alltag, aber vor allem auch im Urlaub. Wer richtig Kilometer abreißen will, sollte sich in Richtung Borkum aufmachen. Denn auf der größten der Ostfriesischen Inseln wollen ganze 130 Kilometer an Rad- und Wanderwegen auf dem treuen Drahtesel erkundet werden. Auf den Rädern geht es durch wunderschöne Natur, kleine Wälder und idyllisch im Wind wiegende Dünenlandschaften. Zur Belohnung darf sich jeder ein Spaßgetränk an einer der Milchbuden holen.
Naturspektakel auf Juist
Eine Begegnung der besonderen Art können Besucher auf Juist erleben. Denn im Westen der Insel mit ihrem 17 Kilometer (!) langen Strand treffen die Nordsee und das Wattenmeer aufeinander. Aus dem Billriff, dem westlichsten Zipfel Juists, entsteht so bei ablaufendem Wasser eine schier endlose Sandwüste. Und die kann erkundet werden.
Aber Achtung: Der dafür vorgesehene Wanderweg führt nur entlang der Wasserkante an der Nordseite der Insel bis zu deren Spitze und wieder zurück. Das eigentliche Riff ist ein Naturschutzgebiet, das zahlreichen Vögeln als Brut- und Rückzugsort dient. Mit ein bisschen Glück lassen die sich aber auch aus der Ferne beobachten.
Die beste Aussicht vom Leuchtturm auf Norderney
Wer den besten Blick auf das Watt haben möchte, der braucht was in den Beinen. Denn die 253 Stufen des Leuchtturms auf Norderney wollen erst einmal erklommen werden.
Wer den Aufstieg auf den 54 Meter hohen Turm auf einer zehn Meter hohen Düne geschafft hat, wird mit einem erinnerungswürdigen Ausblick belohnt! Wenn das Wetter mitspielt, sind die Nachbarinseln Juist, Borkum, Baltrum, Langeoog und Spiekeroog zu sehen, wie auch das Festland.
Wer auf der Suche nach noch mehr Tipps ist: Norderney-Experte Harald Braun hat uns einige seiner Geheimtipps verraten.
Wandern und wundern auf Baltrum
Seit mittlerweile 20 Jahren gibt es den Gezeitenlehrpfad auf Baltrum. Was nach einer trockenen Angelegenheit klingen mag, ist in Wahrheit ein informatives und erholsames Gesamtpaket. Auf sieben Kilometern führt der Pfad über die kleinste der Ostfriesischen Inseln und entlang wunderschöner Ausblicke auf das Watt. Gleichzeitig klären die 36 Informationstafeln und die vier interaktiven Modelle über Phänomene wie den Sandflug oder die Dünenbildung auf. Und auch der Frage, wie sich der Mond auf Ebbe und Flut auswirkt, wird hier beantwortet. Toll, toll, toll.
Sonnenaufgang auf Langeoog
Den Sonnenaufgang über der Nordsee erleben, das ist schon ein einmaliges Urlaubserlebnis. Auch, wenn der Wecker dafür je nach Sommermonat ganz schön früh klingeln muss. Aber es lohnt sich. Auf Langeoog präsentiert sich das Lichterspiel auf der Melkhorndüne von seiner besten Seite. Gut 20 Meter ist die Düne mitsamt der dazugehörigen Aussichtsplattform. Von hier öffnet sich ein Rundumblick auf die Insel, das Watt und die Nordsee. Und wem Fortuna hold ist, der erspäht in der Ferne vielleicht sogar ein paar Seehunde.
Sternegucken auf Spiekeroog
Es gibt nur wenige Orte in Deutschland, die sich mit Spiekeroog messen können. Denn die Ostfriesische Insel ist mit Brief und Siegel der International Dark Sky Association ein waschechter Sternenpark. Fast kein anderer Ort in Deutschland ist so dunkel und so wenig lichtverschmutzt. Wer einen unvergleichlichen Sternenhimmel erleben will, sollte sich deshalb hierhin begeben. Besonders geeignet sind der »Dunkelort« unterhalb des Utkiekers und der »Sternenkieker-Ort« am Zugang zum Hundestrand.
Die besten Orte zum Sternegucken auf der ganzen Welt haben wir auch schon unter die Lupe, verzeihung, unters Teleskop genommen.
Eine Nacht im Strandkorb auf Wangerooge
Manch einer mag schon mal im Strandkorb eingeschlafen sein. Auf Wangerooge ist das sogar erwünscht. Auch nachts. Von Mai bis September können Outdoorfans eine Nacht im Strandkorb buchen. In den Körben ist Platz für ein bis zwei Personen und als Wecker dient die aufgehende Sonne. Wer sich etwas gönnen möchte, bucht das Frühstück im Picknickkorb direkt an den Strandkorb. So geht Service.
Mehr Informationen liefert die Tourismuswebsite der Ostfriesischen Inseln. Eine Übersicht aller deutschen Inseln hat unser Schwestermagazin funky GERMANY erstellt.







