Es war einmal … beginnen so auch die Märchen aus Tausendundeiner Nacht? Wie auch immer: Nach dreieinhalb Flugstunden bin ich plötzlich Prinzessin. Alles Zwicken hilft nicht – zum Glück: Ich schreite durch mein überdimensionales Marmorbad. Ich tauche unter in meinem beheizten Pool. Und kaum betrete ich mein kathedralenhaftes Gemach, hat sich mein Tischlein wie von Zauberhand mit Köstlichkeiten gedeckt. Das Amanjena in Marrakesch versetzt in eine märchenhaft-orientalische Traumwelt. Text: Ulrike Klaas

Nur mein Palast und ich

Spieglein, Spieglein im Wasserbassin, wer ist die Schönste im Amanjena Resort? Palmen werfen sich vor den Eingängen zu den Pavillons in Pose und scheinen sich im Wasserbassin spiegelnd zufrieden zu betrachten. Zu Recht: Sie sind wirklich makellos schön. Mohammed begleitet mich zu meinem Zimmer. Oder sagen wir besser: zu meinem Anwesen. Zwei haushohe Palmen stehen vor dem massiven typisch marokkanischen Eingangstor Spalier. Übermächtig und mit breit geschwollener Brust eines Türstehers scheint es mich Neuankömmling zu taxieren, ob ich überhaupt die Berechtigung zum Eintritt habe. Habe ich.

Marokkanisches Anwesen mi Pool und Palmen

Aman Resorts/Daniel Herendi

Die nächsten Tage darf ich das 175 Quadratmeter große Anwesen mein Reich nennen – mit der kathedralenhaften Kuppel im Inneren, dem mehr als großzügigen Marmorbad, der puristischen, funktionalen und sehr eleganten Einrichtung und einem Außenbereich nebst beheiztem Pool, in dem man sich fast verirren kann. Ebenso wie im Resort.

Wo die Reiher meditieren

Hallo, ist hier jemand? Ein Resort ganz für mich allein. Na ja, fast. Ein Reiher steht am größten Wasserbassin, in die Ferne starrend, als meditiere er. Im Amanjena sind sogar die Reiher tiefenentspannt. Der Name hält, was er verspricht: Amanjena bedeutet übersetzt »friedliches Paradies«. Und was die Gäste der insgesamt 40 Pavillons und Maisons – wie die großen, zweistöckigen Häuser genannt werden – 20 Autominuten entfernt von der wuseligen Altstadt Marrakeschs vorfinden, ist tatsächlich am besten mit »friedvollem Luxus« zu beschreiben. Ich wandle vorbei an schattigen Innenhöfen, hübsch angeordneten Palmen, knorrigen alten Olivenbäumen, perfekt eingepflegten Wasserbassins und beeindruckenden Säulengängen mit wunderschönen orientalischen Lampen.

langer marokkanischer Flur mit Säulen und Gewölbe

Aman Resorts/Daniel Herendi

Die terrakottafarbene Architektur erinnert an die der Medina, der Altstadt Marrakeschs, dennoch könnte der Kontrast nicht größer sein. Das Amanjena und die Medina sind wie Heavy Metal und Klassik, wie unruhige Knall- und dezente Pastellfarben, wie Schulhof und Klassenzimmer. »Schon als Kind habe ich hier im See gebadet«, sagt Omar, der Assistent der Geschäftsführung, den ich auf meinem Rundgang treffe. Grauhaarig, mit klugem Blick hinter den runden Gläsern. Er ist ein wandelndes Lexikon, was Marrakesch und Marokko betrifft.

Wir stehen vor dem größten Wasserbassin. Dort, wo immer noch der Reiher meditiert und sich auch durch unsere leisen Stimmen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Einst sei hier eine Olivenfarm gewesen, erzählt Omar weiter. Schon bei der Anfahrt waren mir die etlichen Olivenbäume auf dem Anwesen ins Auge gefallen. »Wenn es vor Hitze in der Stadt nicht auszuhalten gewesen ist, war das hier unsere kühle Oase«, sagt Omar.

Starliga der Luxusklasse

Mittlerweile sind wir am wohl größten Hotelpool angelangt, den ich je gesehen habe. Hier könnte auch Michael Phelps genüsslich seine Bahnen ziehen. Umgeben von vornehmen Säulengängen, dem Spa-Zugang zur Linken, dem Frühstücksrestaurant an der Längsseite und mit dem japanischen Restaurant im Rücken. Ein kleinerer Kinderpool und ein großes Beduinenzelt verstecken sich zudem hinter dem Säulengang, wo die Gäste frühstücken. »Im Beduinenzelt werden wir heute zu Abend essen«, sagt Omar und deutet auf das geräumige Zelt.

Orientalisches Resaurant mit Kerzen, Wasserbecken und Palmen

Aman Resorts/Daniel Herendi

Wie David Beckham, fügt er noch schmunzelnd hinzu. Denn dass sowohl David Beckham als auch Katy Perry im Amanjena ihre Geburtstage gefeiert haben, ist kein Geheimnis. Selbstverständlich war das Amanjena komplett für sie und ihre Gäste reserviert. Katy Perry legte sogar einen siebentägigen Feiermarathon aufs Parkett. David Beckham gab sich bescheidener und ließ nur am Abend seines Geburtstags im Beduinenzelt die Korken knallen. Auch die Macher des Hollywood-Erfolgsfilms »Sex and the City 2« befanden das Amanjena als paradiesische Kulisse und drehten die Szene des Wiedersehens der beiden Hauptdarsteller Carrie und Aidan in der Bar. Einer meiner absoluten Lieblingsplätze – unabhängig vom prominenten Flair des Platzes. In den gemütlichen Stühlen vor dem knisternden Kamin an einem Gin Tonic nippend, könnte ich jeden Abend verbringen.

Wunschlos der Realität entgleiten

So vergehen die Tage. Amanjena bedeutet Entspannung und diskretes Umsorgtfühlen, bis einem die Realität fast entgleitet. Ein opulentes Frühstück? Alltäglich! Ein Wunsch? Anruf genügt! Meine Schultern und Füße schmerzen vom Sightseeing in der Medina? Spa-Behandlung ist schon gebucht. Kurz im beheizten Pool geplanscht und Hunger verspürt? Mein Tischlein im Wohnbereich hat sich schon wie von Zauberhand gefüllt. Die Amanjunkies, wie man die immer wiederkehrenden Hotelgäste liebevoll nennt – ich kann sie mehr als verstehen. Kaum eine andere Luxus-Hotelkette bietet so viel Privatsphäre, puristische Eleganz, Exklusivität und Service auf höchstem Niveau.

Marokkanisches Resort am Abend mit Lichtern und Palmen

Aman Resorts/Daniel Herendi

Doch irgendwann holt einen auch im Amanjena die Realität zurück aus dem Traum – und wenn er noch so märchenhaft ist. Zeit für die Abreise. Schade, daran, Prinzessin zu sein, könnte ich mich gewöhnen.

Infos zur Anreise und zum Hotel

Hotel Amanjena, Route De Ouarzazate, Km 12, Marrakesch, Marokko; Tel. +212 24 403 353, E-Mail: amanjena@amanresorts.com. Übernachtungen ab € 570; Reservierung unter Tel. 0 800 181 3421. Anreise mit Air Arabia von Frankfurt a.M. aus nach Marrakesch.

 

 

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