Das Angsana Balaclava im Nordwesten von Mauritius bietet seinen Gästen einen so nachhaltigen Eindruck vom Tropenparadies, dass die auch zu Hause noch etwas davon haben. Zwischen  Hauslagune und Privatpool finden besonders Paare alles, was für die perfekte Auszeit vom Alltag benötigt wird. Text: Jan Schnettler

Doch ein vorsichtiger Schritt, und es wird wuselig um die wasserumspülten Unterschenkel. Zu hören sind einzig die leise schwappenden Wellen. Und zu sehen? Oh, so einiges. Oben der blaue Himmel, die gleißende Tropensonne. Den Kopf gedreht, ein Blick zurück: Keine 30 Meter sind es zum Strand, und damit auch keine 50 zu den Beachfront-Suiten des Angsana Balaclava. Ein Blick nach vorne: am Horizont zwei Ozeanriesen auf dem Weg in den Hafen der Hauptstadt Port Louis. Und unten? Abgetaucht in die azurne Pracht! Denn nur ein einziger Blick unter die Wasseroberfläche lässt das bereits spektakuläre, einem Hochglanzkatalog entsprungene Panorama mit Palmen und weißem Sand verblassen.

Dank Schwimmbrille und Schnorchel wird die von Korallenriffen durchzogene und bei Ebbe flunderflache Hauslagune des Angsana Balaclava zu einem gigantischen Aquarium, in dem es nur so wimmelt und wirbelt von Fischschwärmen in explodierenden Farbkombinationen: Picasso-Drückerfische, Riffbarsche, Clown­fische, Antennen-Feuerfische, Muränen. So atemberaubend bunt, reich und übersprudelnd wie die Unterwasserwelt des Great Barrier Reef – und doch nur einen Muschelwurf vom ebenso farbenfrohen Cocktail auf der Strandliege entfernt.

Ein Hotel, angeordnet wie ein kleines Dorf

Einen außergewöhnlichen Flecken Erde hat sich Angsana, Schwestermarke von Banyan Tree, für sein ers­tes Resort auf Mauritius ausgesucht. Das Boutiquehotel Angsana Balaclava mit nur 52 Suiten und einer Imperial-Villa wurde bewusst klein dimensioniert und schmiegt sich, angeordnet wie ein kleines Dorf, um den zentralen Sandboden-Swimmingpool, regelrecht in die unfassbar artenreiche »Schildkrötenbucht« mit ihrem kristallklaren Wasser. Groß geschrieben wird hier nur eines – die Individualität. Das beginnt bei der Architektur der zehn Beachfront-Suiten mit ihren meterhohen, mit Zuckerrohr bedeckten Spitzdächern, die ein wenig an holländische Mühlen erinnern (eine Assoziation des Autors, die der niederländische General Manager allerdings nicht mal ansatzweise teilt), mit ihren kühlen Steinböden, den Wandverkleidungen aus Rattan, die in ihrer Kombination traditionelle Bauweise mit modernsten Annehmlichkeiten verbinden.

Das geht weiter beim Personal. Jeder Angestellte, das fällt sofort ins Auge, ist eine Marke für sich. Sei es der Spa-Chef, der durch die Bucht mit dem Kajak ins Angsana Balaclava pendelt, um den Berufsverkehr zu umgehen, sei es der Recreation Manager, der einst erfolgreich an einer mauritianischen Castingshow teilnahm und beim Dinner mit Gästen vierhändig am Klavier brilliert.

Restaurant im Angsana Balaclava auf Mauritius

Banyan Tree Hotels & Resorts

Und das zeigt sich nicht zuletzt beim äußerst aufmerksamen Umgang mit jedem einzelnen Gast. Beim Check-in eine Laktose-Intoleranz zu Protokoll gegeben? Das weiß dann jeder Kellner in jeder Schicht. Das Abendessen lieber ohne Ventilatorenluft? Auch am nächsten Abend ist das Gerät über dem Kopf aus, selbst wenn man ganz woanders sitzt. Das Bemühen der eifrigen Mitarbeiter, die Vorlieben und Marotten ihrer Gäste zu speichern, ist allgegenwärtig (wenn auch eingebettet in das wohltuende Konzept der »Island Time«, was so viel bedeutet wie: »Mit Pünktlichkeit nimmt es hier niemand so ganz genau«). Ein insgesamt für die Insel untypischer Ansatz, der das Hotel gerade deswegen so einzigartig macht.

»Welcome to paradise« – so lautet die verheißungsvolle Begrüßung am Flughafen

Denn welche Nation auch immer das Sprichwort »Bescheidenheit ist eine Zier« zuerst ersonnen haben mag: Mauritius war’s sicher nicht. Schließlich sind die im Brustton der Überzeugung und in großen Lettern an der Wand des Flughafengebäudes prangenden Worte »Welcome to paradise« das Erste, was Besucher von dem Eiland im Indischen Ozean zu sehen bekommen.

Und schon 1897 skizzierte Schriftsteller Mark Twain Mauritius spitzzüngig als einzigen Ort der Erde, an dem der Fremde nicht gefragt wird, wie ihm das Land gefalle – sondern ungefragt erzählt bekommt, wie großartig es ist. Doch es braucht nur wenige Stunden, bis das erste belustigte Schmunzeln der Erkenntnis weicht, dass das Selbstbewusstsein der Einheimischen nicht von ungefähr kommt. Sondern wohl eher vom Wissen darum, dass Mauritius der landläufigen Vorstellung vom Paradies tatsächlich recht nahe kommt: makellose Muschelstrände, tolerante, freundliche Bewohner und ungeachtet der Ausrottung des nur noch in Souvenirshops allgegenwärtigen Dodos mehr Fauna – aber vor allem auch weitaus mehr Grün – als erwartet.

Allerdings eben auch ein Paradies mit Ecken und Kanten: So ist das Hinterland eher spröde denn malerisch, und wer behauptet, auf Mauritius scheine 365 Tage im Jahr ununterbrochen die Sonne, flunkert. Das nur 65 mal 45 Kilometer große Eiland liegt schließlich in den Tropen, ist deren Wetterkapriolen ungeschützt ausgesetzt und verfügt über mehrere individuelle Kleinklimata. Die Stadt Curepipe im zentralen Hochplateau etwa gilt – völlig zu Recht übrigens – als dauerbewölkte Regenhochburg.

Curepipe auf Mauritius

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Am son­nigsten ist es meist an der Nordwestküste. Just dort also, wo sich das Angsana Balaclava angesiedelt und auf die Fahne geschrieben hat, seinen Besuchern – darunter besonders Paare, die die Zweisamkeit genießen wollen, etwa in Form romantischer Vier-Augen-Dinners am Strand – einen Eindruck vom Paradies zu vermitteln.

Ein bißchen Spa muss sein im Angsana Balaclava

Und zwar einen nachhaltigen; einen, den man mit nach Hause nehmen kann. Dafür sorgt etwa der Gym Manager, der nicht nur binnen kürzester Zeit die individuellen körperlichen Malaisen des Besuchers analysiert, sondern sofort ein handgeschnitztes Trainingsprogramm parat hat, um die Schwächen anzugehen. Das Versprechen, hinterher in E-Mail-Kontakt zu bleiben, um den Effekt nicht punktuell verpuffen zu lassen, ist inklusive.

Auch das Spa ist so konzipiert, dass die Wirkung der Behandlungen dem Gast möglichst dauerhaft guttut. Neben den asiatisch inspirierten Massagen werden Ayurveda und Treatments zum Entgiften angeboten. Wer eine Spa-Suite bucht, hat täglich eine Spa-Behandlung inklusive; um die »Spa Journey« abzurunden, lässt sich das dann noch mit speziell abgestimmten Speisen in den beiden Restaurants kombinieren. Behutsame Aktivitäten wie Tai Chi bei Sonnenaufgang, Pilates, Aqua-Jogging und Segeln runden das Angebot ab. Sich nicht nur passiv bespaßen lassen, sondern sich nach Gusto selbst einbringen, die Abläufe verstehen – das ist das Konzept, das sich stringent durch viele Bereiche des Angsana Balaclava zieht. Und da verwundert es auch nicht, wenn der Sous-Chef spontan zu einer Fahrt auf den Markt einlädt – und man wenig später beim eigentlichen Show-Cooking selbst zu frisch eingekauftem Koriander, Fisch und zur Wasserkresse greift, um die kreolische Küche aus allererster Hand kennenzulernen.

Mit White Sand Tours zum See Grand Bassin

Wie sehr das Leben im Hotel, aber auch auf der ganzen Insel von der Verquickung von asiatischen und afrikanischen, aber auch noch ganz anderen Einflüssen geprägt ist, zeigt sich dann, wenn man sich auf Entdeckungsreise begibt, etwa mit dem Anbieter White Sand Tours. Inmitten von Zuckerrohrplantagen tut sich da plötzlich der heilige See Grand Bassin mit seiner 33 Meter hohen Shiva-Statue auf, eine der wichtigsten hinduistischen Pilgerstätten außerhalb Indiens.

See Grand Bassin auf Mauritius

Ralu Cohn/Shutterstock.com

Da zeigt sich im Souk-ähnlichen Einkaufsviertel von Port Louis die volle Pracht friedlich miteinander koexistierender und vor allem interagierender Kulturen, Sprachen und Religionen. Da entfaltet sich nur wenige Meter davon entfernt plötzlich die Caudan Waterfront, fast so mondän wie ihr Gegenstück in Kapstadt und zudem Heimat eines Museums, in dem eine der Blauen-Mauritius-Briefmarken ausgestellt wird. Und da hat der Reiseleiter (ein Länderspiel in der mauritianischen Fußball-Nationalmannschaft!) sein kreolisch zerhäckseltes Deutsch ausgerechnet an der Volkshochschule in Buxtehude erworben. Seit den ersten Besiedlungswellen – erst Niederländer, dann Franzosen, dann Briten, schließlich Gastarbeiter vom indischen Subkontinent, die irgendwann einfach dageblieben sind und heute den Großteil der Bevölkerung ausmachen – hat sich Mauritius zu einem kleinen, aber feinen Schmelztiegel entwickelt, zu einem Paradebeispiel dafür, wie Globalisierung gelingen kann.

Wert auf Nachhaltigkeit? Aber ja doch!

Darüber lässt sich prächtig sinnieren, wenn man den tropischen Sonnenuntergang vom eigenen Sonnendeck, aus dem sichtgeschützten Privatpool oder aus dem aus einem einzigen Granitklotz gehauenen Badezuber verfolgt, wenn man unter seiner Regenwasserdusche das Meerwasser des Tages abperlen lässt oder die Dampfbadfunktion der Duschkabine testet.

Angsana Balaclava auf Mauritius

Banyan Tree Hotels & Resorts

Auch im Umgang mit den Ressourcen wird im Angsana Balaclava im Übrigen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So funktioniert beispielsweise die Klimaanlage nur dann, wenn nicht nur die Außen-, sondern auch die Zwischentüren innerhalb der Suite geschlossen sind. Ferner verfügt das Hotel über seine eigene Meerwasser-Aufbereitungsanlage – das wäre ja auch noch schöner, wenn man mit einem schlechten ökologischen Gewissen durchs Paradies stapfen müsste.

Mark Twain lag richtig

Mark Twain habe einst gesagt: Zuerst schuf Gott die Insel Mauritius – und dann erst den Himmel, nach deren Vorbild. Das wird zumindest gerne behauptet, besonders von den Einheimischen. Stimmt auch – nur dass das Zitat in Wirklichkeit ziemlich aus dem Zusammenhang gepflückt wurde. Denn im Originaltext gehört noch ein »Wenn man den Einheimischen so zuhört, bekommt man den Eindruck, dass …« davor. Clever von dem im Selbstmarketing so geübten Inselvolk – aber eigentlich, denkt man sich am Ende am Flughafen, wenn es gilt, vom Paradies Abschied zu nehmen, auch unnötig, angesichts all der paradiesischen Eindrücke, die in den Tagen zuvor absolut für sich gesprochen haben.

Preise. Garden Suite pro Nacht ab € 385 für zwei Personen inklusive Halbpension (Frühstück und Dinner) im Angsana Balaclava; Spa-Suite ab € 585 für zwei Personen inklusive Halbpension sowie jeweils einem Spa-Treatment pro Tag/Person; Beach Front Suite ab € 735 für zwei Personen inklusive Halbpension. Weitere Infos hier.

Flüge. Ab Frankfurt a. M. oder München mit Condor, buchbar unter www.condor.com

Touren. White Sand Tours, www.whitesandtours.com

 

 

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