Eine sonderbare Insel: Die Bäume neigen sich gen Strand, »Sushi« heißt hier Müll und reimt sich auf »Dushi«, was lecker bedeutet und in aller Munde ist. Hollands höchste Erhebung ragt hier 193 Meter in die Höhe und was am meisten auffällt: Die Bewohner Arubas sind permanent »happy«. Text: Karolina Golab

Alles ganz easy auf Aruba. Selbst das Golfspielen. Wirklich. Was man braucht, sind Lässigkeit und Donald Ross. Wobei Don Ross vollkommen ausreicht. Der silberhaarige Schotte verwandelt nämlich unter der karibischen Sonne jeden Anfänger zum Golfliebhaber und jeden Pro in einen besseren Pro. Arubas touristische Stärken liegen zwar eher in Strandhochzeitsarrangements, im Wracktauchen, seiner Kulinarik und ganz grundsätzlich in dem angenehmen europäischen Flair mit karibischem Einschlag. Mindestens einmal Golfen sollte man sich während eines Aruba-Besuchs nicht entgehen lassen, am besten dort, wo Don Ross auch ist – im Divi Golf Resort.

Dr. Feelgolf beweist allen Anfängern, dass Golf Gaudi sein kann, wenn man sich nur nicht versteift. »No tension in any muscles«, wird er nicht müde zu sagen. Und auch, was man zum Golfen nicht braucht, nämlich einen »Body wie Schwarzenegger, Fitness, Koordination und Intelligenz«. Jeder kann Golf spielen. Nur dies gilt es zu beachten: »Stay loose as a goose.«

Gute Laune ist den Insulanern angeboren

Locker bleiben – das fällt auf der kleinen Insel 40 Kilometer vor der Küste Venezuelas nicht schwer. Die entspannte Haltung hat sich offenbar in der Erbmasse von rund 40 Nationen, die auf der kleinen Insel leben, zu einem gesunden Gencocktail vermischt und wird seitdem von Generation zu Generation weitergereicht. Klar – die klimatischen Bedingungen tragen zu einer permanent guten Laune der rund 120000 Einwohner bei, die man offen kundtut, denn auf dem Autokennzeichen erscheint das Lebensmotto: »One happy island«.

Inselkoller? Ach wo! Dazu sind die Insulaner einfach zu beschäftigt. Mit Arbeitslosigkeit oder Kriminalität kommen sie, wenn überhaupt, selten in Berührung. Man ist hier flexibel, Beweise gibt’s wie Sand am Meer. Es kann also passieren, dass der Kellner eines einheimischen Restaurants am nächsten Tag als Supermusiker in einer schicken Bar auftritt, der Barbesitzer tagsüber Inseltouren für Touristen anbietet und die Pressesprecherin einer Hotelkette plötzlich mit eigener Modeshow auf einem einheimischen Fernsehkanal zu sehen ist. In Europa wird das Leben meist als ein schweres Kreuz begriffen, das über die Jahre schwerer wird und seine Träger krumm und buckelig. Auf Aruba gleich das Leben dem Tanz, bei dem Hüften und Schultern immer schön locker bleiben. Und das ist verdammt ansteckend.

Eine Windmühle auf Aruba erinnert an Holland

Dabei ist Aruba von Europa gar nicht so weit entfernt. Wären da nicht die Kakteenwälder, die Pelikane, Aloe Vera, die Leguankolonien mitten in der Großstadt, wähnte man sich vielleicht irgendwo bei unseren niederländischen Nachbarn. Im Norden von Oranjestad, der Hauptstadt Arubas, erinnert eine Windmühle an die Kolonialmacht, die Amtssprache ist Niederländisch und wegen der Zugehörigkeit zum Königreich der Niederlande haben alle Einwohner der Insel einen EU-Pass und können in Europa leben und arbeiten. Aber wollen sie das?

Seit Aruba 1986 ihren autonomen Status innerhalb des niederländischen Königreiches erhielt, ist die Schwesterinsel von Bonaire und Curaçao ganz vom Tourismus abhängig. Beweis: Vor 25 Jahren gab es hier gerade mal drei Hotels. Heute sind es 17, und nicht von allen Häusern kann man behaupten, dass sie der Landschaft schmeicheln. Glücklicherweise konzentrieren sich diese auf einen übersichtlichen Küstenstreifen zwischen Oranjestad und Palm Beach.

Ansonsten ist Aruba wenig bebaut. Nur hier und da liegen, wie zufällig verstreute Spielwürfel, die pastellfarbenen Bungalows und Villen. Den Rest der Insel nimmt die Natur für sich in Anspruch. Und diese könnte unterschiedlicher nicht sein: Deutsche Besucher staunen nicht schlecht, wenn sie bei einer Inselrundfahrt die Dünenlandschaft Sylts entdecken – gleich am California Lighthouse, wo sie eine Fotopause einlegen.

Touristenbus vor dem California Lighthouse auf Aruba

PlusONE/Shutterstock.com

Dann wieder weckt die schroffe Nordküste Erinnerungen an Lanzarote mit seinen eingefrorenen Lavamassen. Hier ist Baden so gut wie ausgeschlossen, wegen der starken Brandung und des bis auf wenige Ausnahmen fast unzugänglichen Meeres. Keine Hotels, keine Häuser. Nur einige Rundreisende halten an einer verlassenen Goldmine. Und dann ist da noch der Arikok-Nationalpark, der rund 18 Prozent des 184 Quadratkilometer kleinen Eilandes einnimmt. Ideal für eine Entdeckungstour zwischen Kakteenwäldern und bizarren Felsformationen.

Charlie’s Bar ist eine Institution auf San Nicolas

Es ist unumgänglich, während einer Inselrundfahrt San Nicolas zu besuchen. Viele sagen, sie kommen des schönsten Strandes wegen. Die Wahrheit ist, sie kommen eines Viertels wegen, wo lockere Damen für die Entspannung ihrer Klienten sorgen. Die Matrosen auf Landgang kamen und gingen. Die Damen auch. Nur einer ist wie der Fels in der Brandung geblieben. Charlie mit seiner Bar. Charlie’s Bar ist eine Institution auf Aruba. Die Einheimischen schätzen das Ambiente. Touristen auch. Man kann Charlie’s Bar am besten als ein skurriles Sammelsurium beschreiben.

Unmöglich hier auch nur ein briefmarkengroßes Plätzchen zu finden, das nicht bereits zugetackert ist mit Funden aus dem Meer, Autoschildern, Fotos oder Geld, das die Kunden locker gemacht haben, um es an die Wand zu pinnen. Arubas Archiv eben. Bedenkt man, dass Charlie seinen Laden eröffnete, als Königin Beatrix das Laufen lernte, wird man seiner Bedeutung gewahr. Neben dem historischen Genuss kommt ein kulinarischer hinzu: Charlies in Knoblauch gebratene Garnelen mit hausgemachten Soßen sind einfach sagenhaft.

Ein knorriger Baum als Wahrzeichen

Es gibt auf Aruba noch ein Original, an dem man nicht vorbeikommt. Es spielt weder Golf noch frittiert es Garnelen. Eigentlich steht es nur da und man fragt sich, wie es zu seiner Körperhaltung kommt. Das Wahrzeichen Arubas ist ein knorriger Baum, den man Divi Divi nennt, der aber eigentlich … na, egal. Die prächtigsten zwei Exemplare wachsen am Eagle Beach, ganz in der Nähe des Divi Golf Resorts. Und man könnte meinen, dass nicht der ewige Passatwind, sondern Don Ross irgendwie mit seiner Haltung zu tun hat. Ganz schön lässig.

Info. Aruba Tourism Authority, R. J. Schimmelpenincklaan 1, 2517 JN The Hague, NL, Tel.: 02151 7478939,
Anreise. Mo. und Do. mit KLM via Amsterdam nach Aruba. Dutch Antilles Express und Insel Air verbinden die ABC-Inseln.
Hotel. Divi Village Golf & Beach Resort, J.E. Irausquin Blvd. 93, Oranjestad, Aruba. DZ ab € 135.
Inseltour. EL Tours und De Palm Tours bieten Katamaran- und Inseltouren an.
Restaurant. Traditionell im The Old Cunucu House, Palm Beach; elegant am Pier bei Pinchos Grill & Bar, L. G. Smith Blvd. 7, Oranjestad und am Strand des Amsterdam Manor Beach Resorts, J. E. Irausquin Blvd. 252.

 

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