Gründe, sich auf Sylt am Strand zu verabreden, gibt es viele. Doch keiner vermag so viele Ahhhhs und Ohhhhs auszulösen wie der Sonnenuntergang. Zum sogenannten Sundowner trifft man sich entweder allein mit der Sonne, auch romantisch zu zweit oder in geselliger Runde. Sieben Vorschläge von List bis Hörnum, wo und wie man den Sundowner am Weststrand zelebrieren kann.

Auf dem Ellenbogen, der sich wie ein angewinkelter Arm über Sylt legt, gibt es keine Gastronomie und auch keine Bar. Statt chilliger Lounge-Musik ertönt der Soundtrack des Nordens mit Wind und Wellen. Und der wird immer lauter, je näher man sich auf den (ausgewiesenen!) Pfaden zum Strand hin bewegt. Den dann einfach entlanglaufen und den persönlichen sonnenwarmen Lieblingsflecken im Sand finden. Zum Beispiel am Leuchtturm List West.

Leuchtturm auf Sylt

Patrick Baum

Noch ein bisschen schöner ist die Dünenlandschaft vor dem Leuchtfeuer List Ost. Dort blickt man allerdings Richtung Norden auf das Meer. Und im Norden geht die Sonne nun einmal nicht unter. Dennoch ist es durchaus romantisch. Wenn es dämmert, schickt der Leuchtturm sein Führlicht über die See.

An der Grenze zwischen dem Ellenbogen und dem Listland liegt der Ellenbogenberg. Mit knapp dreißig Metern Höhe ist er ein idealer Aussichtspunkt. Vorn das Meer, rechts der Ellenbogen und links das Listland mit seinen großen Dünen. Der Blick zurück fällt auf den Königshafen. Von hier oben kann man nicht nur Sonnenuntergänge genießen, sondern mit Glück kleine Schweinswale sehen. Unten am Parkplatz wartet in der alten Bushaltestelle eine der kultigsten Kneipen Sylts auf Gäste: Die »Bam-Bus«-Bar. In Ellis kunterbunter Gaststube lässt es sich auf den Sonnenuntergang prima warten. Die Kultkneipe wurde »erfunden« von »Bambus-Klaus«. Seine Schwägerin Elli führt das liebenswerte Lebenswerk fort. Zum Anstoßen hier: der »Bambus-Cocktail«.

Es ist mehr als nur eine Frage der Grammatik: Kann man »rot« steigern? Am Kampener Weststrand muss man sich diese Frage unweigerlich stellen. Das Schauspiel, das die Abendsonne und das Rote Kliff veranstalten ist unvergleichlich. Man nehme sich einen Strandkorb und schaue abwechselnd auf Meer und Kliff. Wenn die tief stehende Sonne die hohe Abbruchkante anstrahlt, weiß man: Roter geht nicht. Und wenn man dann noch in den benachbarten Strandbistros La Grande Plage und Buhne 16 eine frisch gefangene Makrele vom Grill ergattert, spätestens dann ist sicher: besser geht nicht.

Wunderschönes Sylt

Sam Wheeler

Beim Strandrestaurant Wonnemeyer in Wenningstedt gibt es zum Sundowner erlesene kulinarische Köstlichkeiten. Klassiker sind die gegrillte und mit Fleur de Sel gesalzene Meeräsche oder die Muschelvariationen. Das alles kann man an Holztischen auf dem Deck genießen. Das Strandrestaurant steht auf 100 Holzpfählen vor beeindruckender Kulisse: Hohe Sandberge hinten, tobende Brandung vorn. Inspiriert von den Strandbars und Sonnenuntergängen im Rest der Welt, haben Wonnemeyers diesen wunderbaren Ort geschaffen. Lounge-Musik schwebt über das Deck und das leise Klirren der Gläser beim Anstoßen auf einen schönen Tag.

In Westerland am Übergang zum Brandenburger Strand liegt das Strandrestaurant Sunsetbeach. Auch hier mit Holzdeck und Blick auf die Nordsee. Man kann den Surfern beim Wellenritt zusehen oder den Kitern bei waghalsigen Sprüngen. Das Restaurant gehört zur Surfschule gleich nebenan. Die Karte hält von der Ofenkartoffel bis Gerichten mit gegrilltem Fisch für jeden Wunsch was parat. Egal ob eine Kleinigkeit für zwischendurch oder romantisches Dinner zu Zweit und sollte das Wetter mal nicht mitspielen, wird das Deck einfach überdacht. Dann gibt´s den Sundowner halt mal eben ohne Sonne.

Wenn am Strandabschnitt Sansibar die rote Sonne im Meer versinkt, kann es schon mal passieren, dass weiter oberhalb im gleichnamigen Restaurant der Capri-Klassiker angestimmt wird. Die Sansibar – einst kleiner Strandkiosk, heute Szene-Hotspot in den Rantumer Dünen. Hier schmeckt der Fisch frischer und besser als in so manchem Sterne-Restaurant der Republik. Und der Weinkeller lässt so manchen Sommelier vor Neid erblassen. Ein Platz, an dem sich alle wohlfühlen. Egal, ob in Flip Flop oder High Heel. Ein Ort, wo man der Sonne so musikalisch wie nirgendwo sonst »Auf Wiedersehen« sagen kann.

Ganz leger geht es beim Sundowner im Kap Horn zu. Das südlichste Strandrestaurant am Weststrand liegt inmitten der Hörnumer Dünen. Nur ein paar Meter sind es von der Terrasse runter an den Strand.

Wer noch nie einen lauen Sommerabend mit einem Glas Weißwein verabschiedet hat, wisse nicht wie Glück schmeckt.

Sagt der, der es wissen muss: Gastgeber Lars Horn, der seine Gäste zudem mit Scholle und anderen regional-traditionellen Gerichten glücklich macht.

Aber zurück zum Hauptprogramm: gleich berührt die Sonne die Nordsee und – je nach Wetterlage – zaubert dabei romantische bis dramatische Himmelbilder und Farbspiele. Grandioses Spiel auf großer Bühne.

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