Sizilien – das ist Dolce Vita mit einer Prise Drama: rauchende Vulkane, verwinkelte Altstädte, antike Tempel und türkis schimmernde Buchten. Wer die Insel wirklich erleben will, sollte ein bisschen Zeit mitbringen und einen Roadtrip auf Sizilien unternehmen. Doch wo lohnt es sich, anzuhalten? Unsere Auswahl der schönsten Sehenswürdigkeiten in Sizilien.

1. Palermo: Kultur, Nightlife und Streetfoodmärkte

Die Hauptstadt Siziliens glänzt durch Gegensätzen. Einer davon: Tagsüber dösen die Gassen im Hitzeschleier, abends pulsiert das Leben. Bevor es mittags richtig heiß wird, lohnt ein Besuch der drei berühmten Streetfoodmärkte: Ballarò, Vucciria und Capo. Wer tagsüber Kühle sucht, flüchtet in die Kathedrale mit arabisch-normannischer Architektur, in die barocke Admiralskirche oder die geheimnisvolle Kapuzinergruft – inklusive Mumie Rosalia, die verblüffend lebendig wirkt. Schatten spenden die riesigen Bäume im Giardino Garibaldi.

Platz in Palermo, Sizilien

Foto: Cristina Gottardi

Abends blüht Palermo auf: Bars und Restaurants füllen die Altstadtviertel rund um Kalsa, Ballarò und Vucciria. Für Pizza auf schöner Terrasse: »Funnaco Pizza Lab« oder »Pizzeria Frida« – charmant versteckt zwischen alten Mauern. Nachtleben-Tipp: die Via Alessandro Paternostro.

2. Cefalù: Sonnenuntergänge mit Pasta und Postkartenblick

Nur eine Zugstunde von Palermo entfernt, liegt das charmante Cefalù. Weiter Stadtstrand in einer sichelförmigen Bucht, dahinter schlängeln sich die verwinkelten Gassen der hübschen Altstadt den Hügel hinauf.

Boot am Hafen von Cefalu auf Sizilien

Boot am Hafen von Cefalu auf Sizilien I Foto: Aleksandar Todorovic

Ja, Cefalú ist touristisch, aber es gibt noch ein paar Ecken, die authentisch sind. Zum Sonnenuntergang geht’s am besten in eines der Restaurants an der Nordseite der Altstadt – mit Terrassen direkt über dem Meer. Unser Tipp: das »Ristorante Liska« – köstliche Pasta, faire Preise, kein Reservierungsstress. Sehenswert ist auch der Dom in normannischer Pracht. Und natürlich gilt für einen Ausflug nach Cefalù: Badesachen nicht vergessen!

3. Enna, Gagliano Castelferrato & Sperlinga: Das stille Sizilien

Im Inselinneren liegt ein anderes Sizilien: einsam, ursprünglich und herrlich verschlafen. Wer schmale Bergstraßen und stille Gassen in einsamen Bergdörfern liebt, ist hier richtig. Enna thront auf einem Felsen mit Blick über halb Sizilien. Gagliano Castelferrato wirkt wie eine Filmkulisse. Und Sperlinga? Hat ein Schloss mit Wohnungen in den Felsen. Perfekt für alle, die wandern und Ruhe wollen.

Blick auf Agira im Herzen in Sizilien

Agira im Herzen in Sizilien I Foto: Sergiy Vovk/Shutterstock.com

4. Die Ägadischen Inseln: Traumbuchten, Fischerhäfen, und noch ein echter Geheimtipp

Vor der Westküste Siziliens warten Favignana, Levanzo und Marettimo – einst einsame Fischerinseln, heute Sommerparadiese, die besonders bei Italienern beliebt sind. Von Trapani aus sind die täglich mit vielen Fähren angebunden und schnell erreicht.

Die Calla Rossa auf Favignana

Die Calla Rossa auf Favignana I Foto: Marie Tysiak

Favignana ist die größte der drei Inseln, sie ist sehr flach und kann am besten per Fahrrad erkundet werden. Schönster Badespot: Cala Rossa. Die Insel Levanzo wirkt wie gemalt: Schon bei der Ankunft am Hafen verzaubern die weißen Häuser vor der türkisfarbenen Bucht mit den schroffen Bergen im Hintergrund. Marettimo ist hingegen die wildeste der drei Inseln: ideal für Wanderungen in den Bergen und Bootstouren zu Badebuchten. Wer kann, bleibt über Nacht auf einer der Inseln – Entschleunigung pur.

Hafen von Favignana

Hafen von Favignana I Foto: Marie Tysiak

Tipp: Ein Aperitivo in »Caffe Tramontana« mit Blick aufs Meer. Wer mehr Zeit rund um Trapani verbringen mag, der sollte auch den Salinen von Marsala, der Altstadt von Trapani und der Bucht von Scopello einen Besuch abstatten!

Hier erfährst du alles, was du vor deiner Reise auf die Ägadischen Inseln wissen musst.

5. Agrigent: Tempelträume in staubigem Gold

Das Tal der Tempel in Agrigent gehört zum Unesco-Weltkulturerbe – und zu den größten archäologischen Stätten Europas. Zwischen Zypressen, Olivenbäumen und goldener Erde stehen antike Tempel wie aus dem Bilderbuch. Der Concordia-Tempel ist besonders gut erhalten.

Ausgrabung von Agrigent auf Sizilien

Ausgrabung von Agrigent I Foto: Alexandra Tran fP

Tipp: Früh morgens oder spätnachmittags kommen – die Sonne meint es bei dieser der Sehenswürdigkeiten von Sizilien sehr gut und Schatten ist rar. Ein Muss für Geschichtsfans.

6. Liparische Inseln: Vulkan meets Aperitivo

Sieben Inseln, sieben Charaktere: Die Liparen nördlich von Sizilien sind vulkanische Persönlichkeiten. Von Milazzo starten täglich Boote zu allen Inseln. Stromboli ist der Star: Wer nachts mit dem Boot um die Insel fährt, sieht mit etwas Glück glühende Lava aus dem Vulkankegel speihen – Gänsehaut pur! Die Besteigung des Vulkans ist nur mit Guide erlaubt.

Stromboli Vulkan Italien

Foto: Viewworld/Shutterstock.com

Lipari, Salina oder Vulcano – jede Insel hat Charme, Wein und Badebuchten. Man kann per Inselhopping eine Tagestour zu gleich mehreren Inseln buchen, inklusive Nachtfahrt um Stromboli. Wer die Liparischen Inseln richtig kennenlernen will, der bleibt über Nacht. Die Auswahl an Unterkünften ist auf allen Inseln gut.

7. Syrakus: Altstadt-Flair, Felsen-Springen und Fisch-Restaurants

Die Altstadt von Syrakus liegt auf der Halbinsel Ortigia – ein Traum aus engen Gassen, weißen Steinen und azurblauen Buchten. Hier kann man direkt von den Felsen ins Wasser springen, durch kleine Boutiquen bummeln und abends fangfrischen Fisch essen. Südlich der Stadt locken schöne Strände, hier ist ein Auto empfohlen.

Stadtteil Ortiga in Syrakus von oben

Stadtteil Ortiga in Syrakus I Foto: zedspider/Shutterstock.com

8. Ätna: Feuer, Eis und schwarze Lava

Er ist der höchste aktive Vulkan Europas und eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten von Sizilien. Eine Landschaft wie von einem anderen Planeten. Der Ätna raucht, rumpelt und lässt sich trotzdem besteigen. Mit Seilbahn und Jeep geht’s bis auf 2.900 Meter. Wer höher will, braucht einen Guide. Die Lavalandschaft wechselt von Schwarz zu Grün zu Mondgrau. Spannend auch für Hobby-Geologen und alle, die mal über den Wolken wandern wollen. Diese Landschaft beeindruckt einfach.

Ausgebrochener Vulkan Ätna, Sizilien

Foto: Iapissable/Shutterstock.com

9. Taormina: Sizilien à la Dolce Vita

Taormina ist der eleganteste Touristenmagnet Siziliens – mit gutem Grund. Das antike Theater mit Blick auf den Ätna ist ein Highlight, genauso wie die mondäne Altstadt mit Boutiquen und Cafés.

Wer’s luxuriös mag: Im Four Seasons San Domenico Palace (hier geht es zur Webseite des Four Seasons San Domenico Palace) wurde die Serie »White Lotus« gedreht. Baden? Geht unten in der Isola Bella. Die Gegend um Taormina ist schön – aber auch seeehr touristisch.

Ausgrabungen auf Taormina auf Sizilien

Ausgrabungen auf Taormina auf Sizilien I Foto: Xihao Liu

10. Catania: Barock mit Vulkanausblick

Catania ist Siziliens wilde Schöne. Ihre Altstadt ist ein Mix aus schwarzem Lavastein, barocker Pracht und buntem Leben. Viele Touristen fahren vom Flughafen hier direkt weiter an die vollen Touristenstrände nördlich der Stadt, ein Fehler!

Blick auf den Ätna nahe Catania

Foto: Linda Ruckes

Am besten planst du mindestens einen Nachmittag in Catania ein, schlenderst durch die Via Etnea, staunst auf dem Fischmarkt und trinkst in einem der vielen Cafés Espresso mit Ätna-Blick. Vom Flughafen sind es nur zehn Minuten in die Altstadt, ein Katzensprung also. Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von Sizilien, die du direkt nach der Anreise besuchen kannst.

11. Scala dei Turchi: Stufen in den Himmel

An der Westküste ragt die weiße Kalksteinklippe Scala dei Turchi wie eine himmlische Treppe ins Meer. Besonders magisch wird das Licht zum Sonnenuntergang. Der Kontrast aus schneeweißem Fels und türkisfarbenem Wasser ist spektakulär. Drum herum: kleine Strände zum Abtauchen.

Paradiesstrand auf Sizilien

Foto: Maudanros/Shutterstock.com

Tipp: Den Eintritt zur Scala dei Turchi muss man vorher online buchen, vor Ort ist der Empfang teils schlecht und gegebenenfalls sind die Zeitslots schon ausgebucht. Und wer gleich da bleiben will: Das »Adler Spa Resort Sicilia« mit seinem Spa und direkten Strandzugang ist ein Traum für Ruhesuchende.

12. Noto: Das barocke Postkartenmotiv

Noto ist ein Juwel. Die Barockstadt mit ihren honigfarbenen Fassaden zählt zum Unesco-Welterbe und leuchtet besonders schön im Abendlicht. Am besten zur goldenen Stunde durch die Hauptstraße flanieren und sich treiben lassen. Zur Siesta besser meiden – dann ist hier alles verschlafen.

Barock-Kathedrale in Noto auf Sizilien

Foto: Sabrina Mazzeo

13. Ragusa, Modica & Scicli: Drei Schönheiten auf einen Streich

Diese drei Städte im Südosten der Insel sind ein architektonisches Dreigestirn und eine der schönsten Sehenswürdigkeiten von Sizilien. Ragusa begeistert mit Altstadt auf zwei Ebenen, Modica mit barocker Opulenz – und Schokolade! Scicli schließlich ist die ursprünglichste der drei und noch eher ein Geheimtipp. Nahe gelegene Strände laden nach dem Stadtbummel zum Baden ein. La vita è bella!

Blick auf die Altstadt von Modica

Blick auf die Altstadt von Modica I Foto: Claudio Mezzasalma

Hier findest du unsere Reise-Tipps für Sizilien.