Ala on tour: Stopp auf Capri

Ala Zander

Unsere Kolumnistin Ala Zander (43) lässt uns an ihren unzähligen Reisen teilhaben. Sie hat in München eine große PR-Agentur und betreut international Kunden aus dem Lifestyle-Luxus-Bereich. Ihren heutigen Stopp hat sie auf Capri eingelegt.

»Ich werde oft gefragt, welchen Ort ich bei meinen vielen Reisen um die Welt am allerschönsten finde. Diese Frage ist in Anbetracht der Vielfältigkeit unserer wunderschönen Erde kaum zu beantworten, doch wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, dann wäre es wohl tatsächlich Capri, obwohl es sich dabei eigentlich nur um einen kleinen, kargen Steinfelsen im Golf von Neapel handelt.

privat

Das fand übrigens auch Kaiser Tiberius, der von dem zwergenhaften Eiland aus das gesamte römische Kaiserreich regierte: Capri bot ihm sichere Abgeschiedenheit, und Rom war dennoch schnell zu erreichen. Zwölf Villen besaß Tiberius, dessen Regierungszeit von 14 bis 37 n. Chr. eine der längsten Alleinherrschaften eines römischen Kaisers darstellte.

Das neue Lieblingshotel

Mit einer eigenen Villa auf Capri wird es in meinem Leben wohl eher nichts, das kürzlich eröffnete Boutique Hotel Tiberio Palace tröstet darüber allerdings mühelos hinweg: Im Gegensatz zu den meist recht traditionellen Hotels der Insel vereint das Tiberio Palace althergebrachte, capresische Stilelemente mit kunterbunten Einflüssen aus aller Welt.

Ein bisschen mutet das Designhotel an wie das Zuhause eines Nomaden, sicherlich ein Grund, warum ich mich dort sofort wie zu Hause fühlte. Von der Dachterrassen-Suite hat man einen Ausblick, wie ihn sich Tiberius schöner nicht hätte wünschen können. Man sieht natürlich das Meer und auch den Monte Solaro, mit knapp 600 Metern der höchste Berg der Insel, allerdings auch der einzige.

Capri wirkt wie konserviert

Dolce Vita in Reinform, und der Charme längst vergangener Zeiten spielt auch bei meiner Capri-Liebe eine gewaltige Rolle. Ein bisschen Moderne schadet trotzdem nicht, und das bietet das Tiberio Palace neben all seiner offensichtlichen Geschichtsverbundenheit in unglaublich gekonnter Weise, sowohl in den Zimmern als auch in dem schicken Spa und der besonders eleganten »Jacky Bar«, die daran erinnert, dass auch Jackie Kennedy-Onassis mal ein berühmter Capri-Fan war.

Keine Frage, ich habe ein neues Lieblingshotel auf der Isola Bella, und auch wenn die Rooftop-Suite ähnlich unerreichbar ist wie die eigene Villa, kann ich es kaum erwarten, mich dort schon bald wieder in sicherer Abgeschiedenheit zu wähnen.«