Das Fairmont Le Montreux Palace schmückt sich mit Jugendstil­fassade und Jazz-Ikonen. Das noble Traditionshaus am Genfer See ist selbst eine Legende in der Hotellerie – stilecht und gemütlich. Text: Ulrike Klaas

Wer in Montreux umherwandelt, sei es in den kleinen zum See hin abfallenden Gassen oder über die Promenade, der kommt nicht umhin, das palastartige Gebäude zu bewundern. Nicht nur wegen der auffälligen Markisen, denn dezent sind zudem weder die imposante Jugendstilfassade noch die verschnörkelten Messingbalkone zu nennen. Seit über 100 Jahren ist das Hotel in Montreux für gut betuchte Luxusreisende das erste Haus am Platze. Ein heiterer Farbklecks, umgeben von gigantischen Bergketten und dem Genfer See, stets in Blickweite.

Fairmont Le Montreux Palace

Ulrike Klaas

Hier spielt die Musik und regiert der Jazz, vor allem alljährlich im Juli, wenn sich das ansonsten beschauliche Städtchen in eine einzige Konzertbühne verwandelt und die Besucher in Scharen das Städtchen bevölkern. Das Montreux Jazzfestival findet seit dem Jahr 1967 statt.

Jazzlegenden gaben sich die Klinge in die Hand

Mitbegründer und langjähriger Leiter des international erfolgreichen Events ist Claude Nobs, der bis zu seinem Tod 2013 alle Energie und Elan in sein Festival steckte und zu vielen berühmten Musikern enge Freundschaften pflegte. Sein Name begegnet Hotelgästen wie Montreux-Urlaubern, wo sie stehen und gehen – sei es in der Bar der Luxusherberge namens Funky Claude’s Bar oder die Hoteladresse Avenue Claude Nobs 2. Alle seine Freunde und Bekannten nächtigten schon im Le Montreux Palace während des Festivals – von B.B. King bis James Brown über David Bowie bis zu Joe Cocker.

Im Dachgeschoss des Fairmont Le Montreux Palace logierten Musiklegenden wie einst Freddy Mercury und Quincy Jones vis-à-vis – in edlem Ambiente mit reichlich Platz – zur Festival-Zeit.

Jazz im Fairmont Le Montreux Palace

Ulrike Klaas

Ansonsten übernachten in den beiden Suiten mit Dachterrasse und stetigem Seeblick Normalsterbliche, die es sich leisten können. Aber es muss ja nicht direkt eine der Suiten sein, denn die De-luxe-Zimmer mit Seeblick in beruhigenden hellen Pastelltönen und den hohen Decken sind ebenfalls sehr großzügig geschnitten, dabei stilvoll modern und gemütlich eingerichtet, und nur in den sehr dunklen Bädern, die mit Marmor verkleidet sind, zeigt sich der Zahn der Zeit.

Eine Grande Dame, die Respekt verdient

Trotz aller Modernisierung existieren sie, die Zeitzeugen, die beweisen, dass das De-luxe-Hotel aus dem Jahr 1906 stammt. Wie in der Lobby, wo ein prächtiger Kronleuchter seit jeher über der breiten Treppe thront, oder aber in den Belle-Époque-Sälen, die prunkvoll dank meterhohen Decken und Stuck sowie Ölmalereien und -gemälden allwöchentlich zum Sonntagsbrunch mit reichlich Leben gefüllt sind. Oder die extrabreiten Gänge, wo problemlos ein Smart hindurchfahren könnte. Dies sind Relikte aus der Zeit, wo die Damen noch ausladende Röcke trugen und zu zweit den Gang entlangspazierten, ohne dabei am Saum der anderen hängen zu bleiben.

Das Fairmont Le Montreux Palace ist eine Grande Dame, die Respekt verdient – und sich dennoch nicht vor Neuerungen verschließt. Seit 2014 gibt es ein weiteres Restaurant im Haus: das Montreux Jazz Café, das sechste weltweit. Ein hipper Ort zum Wohlfühlen, Glamourfaktor inklusive. Farbige Gläser, auserlesenes Gedeck und dezentes Dekor schaffen eine heimelige und vornehme Atmosphäre. Souvenirs und Objekte aus Claude Nobs Nachlass zieren die Wände. So genießen die Gäste das Lieblingsessen von Quincy Jones (scharf gewürztes Hühnchen), den Blick auf Freddie Mercurys Kimono und lächeln Santana oder Ray Charles zu, die eingerahmt gegenüber sitzen. Hier spielt die Musik auf dem Teller wie auch gedimmt im Hintergrund – auch zur Nichtfestivalzeit.

Unterkunft. Fairmont Le Montreux Palace. Das Hotel, das seit 2007 zu den Fairmont Hotels & Resorts gehört, hat insgesamt 236 Zimmer und Suiten sowie einen Spa mit Indoor- und Outdoor-Pool. Avenue Claude Nobs 2, 1820 Montreux. Tel.: +41 21962121

Festival. Das Montreux Jazz Festival findet alljährlich im Juli statt. Karten sollten frühzeitig gekauft werden.

 

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