Das Four Seasons Resort auf Langkawi in Malaysia ist kein Sternehotel. Die Luxushotelkette verschließt sich gegen diese Art der Bewertung. Wären sie jedoch dabei, müsste man hier statt fünf gleich sechs vergeben. Nicht etwa für das stilecht luxuriös-asiatisch-arabische Ambiente direkt am Meer. Sondern vielmehr für das einzigartige Spa-Erlebnis. Text: Andreas Dauerer

Adieu Alltag

Knapp 9.000 Kilometer liegen zwischen mir und meinen Sorgen. Ich habe sie allesamt hinter mir gelassen. Auf einen Schlag. Mit ebenjenem Moment, als die Räucherstäbchen zart erglimmen und die Rauchschwaden ganz langsam in meine Nasenflügel kriechen. Natürlich ist es nicht nur die Distanz, die sich zwischen meinen Sorgen und der weichen Liege mit ovaler Gesichtsaussparung drängt, sondern diese unglaubliche Vorfreude darauf, dass sich mein Befinden gleich durch die zarten Hände Latifas, meiner Spa-Therapeutin, in unermesslich wohlige Dimensionen steigern könnte.

Ich bin also angekommen in der malaysischen Wunder-Wellness-Welt im Four Seasons Resort auf Langkawi, das hier schlicht Geo Spa heißt und mehr als einen Besuch wert ist. Man bekommt beinahe schon einen entspannteren Rücken, wenn sich die schweren Holzplanken hinter einem schließen und man in einem der sehr üppig dimensionierten Behandlungspavillons für die nächsten zwei Stunden gefangen ist. Herrlich. 120 Minuten sind veranschlagt für meine »maskuline Anwendung«. Ich war schlicht zu neugierig, was sich dahinter verbergen möge, schließlich habe ich ein solches Angebot noch nie gelesen – und nein, ich hatte keinerlei Hoffnung auf das oft zitierte »Lucky finish «, wie es thailändischen Massagen so gerne nachgesagt wird.

Peeling von Kopf bis Fuß

Zurück zu den Räucherstäbchen: eine Duftmischung zwischen Indien und Japan, zwischen Amber, Vanille und Lotus, die mir anschließend an den Kopf und Nacken geblasen werden. Das kitzelt. Dann werden mir die Füße gewaschen, und Latifa reibt mich mit einem Ganzkörperpeeling aus Himalaya-Salz ein. Als ich nach dem Abduschen der Salzkruste wieder auf der Pritsche liege, nehmen sich Latifas warme Hände meines Körpers an. Eine Mischung aus Sandelholz- und Tongkat-Ali-Öl macht meine Haut empfänglich für auf- und abstreichende Hände. Aber nicht nur. Ersteres nämlich ist allgemein sehr gut für die Haut, bei Letzterem hat man die aphrodisierende und potenzfördernde Wirkung längst nachgewiesen. Füße, Beine, Rücken. Ausgiebig werden die Stellen bearbeitet, die man gemeinhin als Problemzonen bezeichnen kann. Einmal gewendet, erfährt mein Körper erneut wohltuende Hände auf meiner Ölhaut. Beine, Bauch, Brust, Arme und Hände und am Ende eine Kopfmassage, um meine Energieströme wieder in Gleichklang zu bringen.

Noch ehe aber Latifa meine Zehen knacken lässt, wollen die Nieren stimuliert werden. Dazu legt sie mir ein heißes Handtuch aus dem Ofen in den Lendenbereich und gleichzeitig einen Eispack als Gegenpol auf den Bauch. Ein äußerst seltsames Gefühl stellt sich ein. Die Bauchdecke meldet abwechselnd heiß und kalt, während die Lende im Saunabereich hängen bleibt. Auf die Frage, ob alles angenehm sei, höre ich ein »Ja« aus meinem Mund. Insgeheim denke ich an ein skeptischeres »wenn das mal hilft«. Doch zu lange bleibe ich nicht beim internen Heiß-oder-kalt-Kampf. Zu angenehm ist die Prozedur, die meinen Körper wieder in die richtigen Bahnen lenkt und der zugleich ächzt, als wäre ich Marathon gelaufen. Irgendwann gehen die 120 Minuten zu Ende, die Lounge-Musik stoppt und ich soll die Liege jetzt alsbald wieder verlassen. Ehe ich jedoch wieder in den Hotelalltag entlassen werde, gibt’s Tee auf den kleinen erhöhten Ruheplattformen.

Auch sonst ein echtes Luxushotel

Wie auf einem kleinen Bettthron lümmelt man hier über einem künstlichen Pool. Es plätschert, und es ist eine Anstrengung, jetzt noch die Augen offen zu halten. Wohlverdienter Schlaf übermannt mich, und auf das männlich Vitale darf ich mich wohl erst nach einem Nickerchen freuen. Was es außer dem Spa noch gibt im Hotel? Ein völlig durchkomponiertes Ambiente mit arabischen, asiatischen und indischen Anleihen, wie es für Malaysia typisch ist, leckere Restaurants, wovon das Ikan-Ikan eine besondere Erwähnung verdient, weil es traditionelle malaysische Küche der Spitzenklasse bietet und jede Menge Möglichkeiten, um die Gäste bei Laune zu halten: zwei Pools, ein Gym, Fahrradverleih und Tennisplatz sowie sämtliche Aktivitäten rund um den Strand und das Meer. Fast normal eben, wenn da nicht das Geo Spa wäre …

Anreise. Malaysia Airlines fliegt von Frankfurt a. M. täglich direkt nach Kuala Lumpur. Von dort aus geht’s dann weiter nach Langkawi. www.malaysiaairlines.com

Four Seasons Langkawi. Jalan Tanjung Rhu, 07000 Langkawi, Kedah Darul Aman, Malaysia, Tel.: +60 4 950 8888, www.fourseasons.com/langkawi. Der Melaleuca Pavillion ist für zwei Personen ab € 603 die Nacht inkl. Frühstück zu haben. Die Beachvilla mit 220 Quadratmetern liegt direkt am Strand und kostet ab € 1513 die Nacht. Im Geo Spa werden vielfältige Wellnessangebote geboten: Massagen (60 Min.) ab ca. € 90, Body Treatments (60 Min.) ab € 110 und ganzheitliche Anwendungen (120 Min.) ab ca. € 170. Die Masculine Vigour and Vitality-Anwendung kostet ca. € 210.

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