Millionen von Urlaubern checken jedes Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff ein. In Hamburg, in Barcelona, in Miami. Sie fahren durch die Ostsee und das Baltikum, das Mittelmeer oder die Kanaren, besuchen die Karibik oder die Inseln im Südpazifik. Sie sind mit kleinen Schiffen unterwegs und mit Megalinern, die so etwas sind wie eine schwimmende Kleinstadt. Text: Verena Wolff

Doch: Wie findet man eigentlich das richtige Schiff für die perfekte Kreuzfahrt? Das kommt darauf an. Auf das Reiseziel.  Und die Erwartungen an das Schiff. Auf die Mitreisenden. Und auf das Budget. Und auch auf die Bordsprache.

Do you speak English?

Denn wer ohne Englischkenntnisse eine Kreuzfahrt machen will, begrenzt die Auswahl von vornherein. Tui Cruises, Aida und Hapag Lloyd, FTI-Cruises und Phoenix sind die Reedereien, auf deren Schiffen Deutsch gesprochen wird. Viele andere Anbieter haben zwar oft den einen oder anderen Mitarbeiter, der entweder aus Deutschland angeheuert hat oder des Deutschen mehr oder weniger mächtig ist – doch den unter mehreren Tausend Passagieren ausfindig zu machen, kann anstrengend werden.

Bei Costa und MSC ist die Bordsprache italienisch – auch hier finden sich in aller Regel Mitarbeiter, die Deutsch sprechen. Gemeinsamer Nenner ist auf fast allen Kreuzfahrtschiffen Englisch. Denn zum einen ist das Publikum oft international – und die Crew ebenso. Ein paar Brocken Englisch sprechen aber die meisten Menschen auf den Schiffen.

Wir haben die perfekten Tipps, wie ihr die perfekte Kreuzfahrt für euch findet!

Riccardo Russomanno

Megaliner oder übersichtlicher Dampfer?

Die wahrscheinlich schwierigste Frage: Wie groß darf oder muss das Schiff sein? Von Bötchen mit drei luxuriösen Kabinen bis zum Megaliner für bis zu 8.000 Passagiere schippert auf den Weltmeeren alles herum. Die Riesendampfer bedienen die klassischen Ziele: die Karibik, das Mittelmeer, zum Teil Nordeuropa. Ein paar Nachteile haben die Schiffe, die fahrende Kleinstädte sind: Sie können nicht an jedem Hafen anlegen, denn die Infrastruktur ist nicht überall für solche riesigen Gefährte ausgelegt. Und auch nicht für die Tausenden Passagiere, die an Land gehen und die Sehenswürdigkeiten anschauen wollen.

Auch braucht man eine Weile, bis man sich auf Schiffen wie der Symphony, Harmony oder Allure of the Seas (alle Royal Carribean), der Aida Nova, der MSC Meraviglia oder der Norwegian Epic zurechtfindet. Denn: Bis zu 20 Stockwerke, Dutzende Bars und Restaurant und Unmengen von Freizeitangeboten müssen erstmal erkundet werden. Mancher meint gar, man müsse ein solches Schiff gar nicht verlassen – ist ja schließlich alles da. Sicher ist: Es gibt es sich für jeden Mitreisenden das passende Angebot auf den Riesenschiffen – vom Kleinkind bis zur Oma. Denn das Angebot ist breit, denn die Reedereien müssen zusehen, dass jedes Schiff seine Besonderheiten hat.

Rutschen, Kletterwände, Tennisplätze – alles an Bord!

Auf den Schiffen der Quantum-Klasse von Royal Carribean etwa kann sich die Zeit mit Skydiving vertreiben – irgendwo auf dem Meer. Inklusive Fluganzug, Schutzbrille und Helm geht es in einer Art überdimensionalen Käseglocke in die Luft. Auch Autorennen sind kein No-go auf Kreuzfahrtschiffen – im Gegenteil. Einige Schiffe von NCL, darunter die Norwegian Joy und die Norwegian Bliss, haben Go-Kart-Bahnen auf dem oberen Deck, auf denen Passagiere mit bis zu 50 Stundenkilometern um die Kurven düsen können. Zahlreiche andere haben Formel-1-Simulatoren, in denen alle ihren Need for Speed sättigen können.

Rutschen, Kletterwände, Tennisplätze oder Basketball-Courts – auch das ist auf vielen Schiffen Standard-Ausstattung, Swimming- und Whirlpools sowieso und natürlich auch ein Spa. Überhaupt, das Sport-Angebot: Die Jogging-Strecken führen oft über eines der höchsten Decks, eine Runde kann bis zu 800 Meter lang sein. Die Fitness-Studios an Bord sind oft besser ausgestattet als das heimische, die Kursfrequenz dichter als an Land. Ziplining, Lasertag, stehende Surf-Wellen, gigantische Wasserrutschen, die teils über den Schiffsrumpf hinausgehen – es gibt kaum etwas, das es nicht gibt an Bord. Und hier gilt: Je größer das Schiff, um so vielfältiger die Möglichkeiten.

Nicht jede Kreuzfahrt ist für jeden perfekt.

Riccardo Russomanno

Kreuzfahrten für Genießer?

Gourmet-Restaurants, Culinary Arts Kitchen, gar Sterne-Küche: Die Kulinarik ist für viele Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen wichtig. Was aber wo auf den Tisch kommt – da sind die Ansätze verschieden. Von Mehrgang-Menüs in Abendgarderobe wie auf den Schiffen der Cunard-Reederei bis zum Freestyle-Cruising bei NCL wird jede Vorliebe bedient. Viele Reedereien, die große Schiffe betreiben, haben gleich von allem etwas: von Buffet-Restaurants, die teils rund um die Uhr geöffnet sind bis zu Spezialitäten-Restaurants wie Steakhaus oder Sushi-Bar.

Oft muss für die gehobenen Angebote an Bord extra gezahlt werden. Bei MeinSchiff und Aida merkt man recht schnell, wo die meisten Gäste herkommen. Braten, Kartoffeln, Alpenschmankerl – der Deutsche mag’s offenbar deftig. Ähnlich sieht es aber auch bei den amerikanischen Schiffen aus, nur belegen hier natürlich Burger, Pizza und Pasta die Spitzenplätze bei den Selbstbedienungs-Restaurants. Auch mit der Klamotte sieht man es hier in den meisten Fällen nicht so eng: Legere Kleidung ist hier der Standard.

Welcher Kreuzfahrt-Typ bist du?

Riccardo Russomanno

Kleines oder großes Schiff?

Auch das Budget spielt natürlich eine Rolle bei der Auswahl der Kreuzfahrt. Dabei sollte man die Angebote allerdings sehr genau studieren. Auf den Tui-Schiffen ist der Grundpreis auf den ersten Blick höher, dafür gehört ein Premium-All-inclusive-Angebot dazu: alkoholische Getränke, auch die Cocktails an Deck, sind im Preis inbegriffen, ebenso das Eis an der Theke auf dem Pooldeck. Wer mit Kindern in wärmere Regionen reist, weiß, wie groß allein dieser Posten in einer Woche werden kann …

Bei Aida scheinen die Preise zunächst geringer, doch sind hier viele Getränke oder andere Kleinigkeiten extra zu bezahlen. Die amerikanischen Reedereien fahren einen ähnlichen Kurs. Einige Softdrinks, Tee und Kaffee sind hier im Reisepreis enthalten. Wer eine größere Auswahl oder Alkoholisches trinken möchte, muss auf den meisten Routen ein Getränke-Paket hinzukaufen.

Trinkgelder häufig bereits inkludiert

Die Trinkgelder für die Crew, die noch vor einigen Jahren separat eingezogen wurden, sind heute zumeist im Reisepreis enthalten. Und die Landausflüge sind der Posten, der am meisten ins Geld geht – zumindest, wenn man die geführten Touren der Reedereien oder deren Partnern bucht. Einen Vorteil haben die allerdings: Wer sich auf einer solchen Tour verspätet, hat gute Chancen, dass das Schiff wartet. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, kann dem Dampfer zumeist in so einem Fall nur hinterherwinken.

Wer ein Schnäppchen machen will, sollte regelmäßig auf den Webseiten der Reedereien vorbeischauen. Denn immer wieder werden dort Restkabinen für eine baldige Reise angeboten oder ein Ziel wird besonders beworben. Auch gibt es Angebote für Reisende, die am Wochenende buchen – und jene, die sehr früh dran sind. Diese Specials können entweder als vergünstigte Reisepreise daherkommen oder mit einem besonderen Bordguthaben.

Nicht nur preislich – Kreuzfahrten könnten unterschiedlicher nicht sein.

Riccardo Russomanno

Wir haben schon so manche Kreuzfahrt-Erfahrung – doch die Reise mit der MS Europa 2 sollte etwas ganz Besonderes werden. Die Reportage lest ihr hier.

Und wenn ihr erfahren wollt, wie die Kreuzfahrt-Industrie versucht nachhaltiger zu werden, schaut doch mal hier vorbei.

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