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Bei einer Radtour durch Kärnten sind zwar ein paar Höhenmeter zu meistern. Doch die Fahrt wird mir glitzernden Seen, grandiosen Ausblicken und gemütlichen Gasthäusern mehr als belohnt. Diese fünf Routenvorschläge zeigen die ganze Vielfalt Kärntens vom Sattel aus.

1. Der Wörtherseeradweg in Kärnten (40 Kilometer)

Auf dem Wörtherseeradweg rollt es sich so einfach und geruhsam an Luxusvillen und Strandbädern vorbei, dass es eine helle Freude ist.

Diese Strecke lieben wir: Die rund 40 Kilometer um Kärntens berühmtesten See führen durch mondäne Orte wie Pörtschach, Velden oder Maria Wörth, mit reichlich Möglichkeiten zur Einkehr.

Highlight: Im Krumpendorf wartet das Strandbad zum kurzen Sprung ins Wasser. Wer will, radelt hinauf zum Aussichtsturm Pyramidenkogel – oder lässt es bleiben und klinkt sich stattdessen in die Lounge im »Seehotel Hubertushof« ein.

zwei Frauen haben Spaß beim Radfahren am Wörthersee, Kärnten, Österreich

Foto: Tine Steinthaler

Hier einkehren: In Velden lockt das »Le Café« im Casino Hotel mit stärkendem Kaffee und hausgemachtem Apfelstrudel.

Die harten Fakten: Der Wörtherseeradweg (R4) ist eine gut 39 Kilometer lange Runde, die etwa 108 Höhenmeter umfasst. Sie führt im Uhrzeigersinn um den See, ist größtenteils asphaltiert und bietet bei moderatem Anspruch schöne Ausblicke.

2. Radwege in Kärnten: der Gailtalradweg (86 Kilometer)

Weniger Leibes- und mehr Augenschmaus stehen beim Gailtalradweg auf dem Programm. Schon auf den ersten Metern wird klar: Hier zählt der Rhythmus der Landschaft, nicht der Tacho.

Diese Strecke lieben wir: Zwischen Kötschach-Mauthen und Villach ist die Gail ein fließender Begleiter, der glasklar durch Wiesen und Auwälder plätschert. Weder Verkehrslärm noch Alltagssorgen lenken vom Surren der Reifen auf dem Asphalt ab. Dafür vielleicht mal das ferne Läuten einer Kirchenglocke. Auf dem Weg nach Süden grüßen bei gutem Wetter die Gailtaler Alpen. Und wenn es besonders heiß ist, empfiehlt sich bei Möderndorf ein Abstecher zum Pressegger See zur kurzen Abkühlung.

Radfahren in Kärnten: Gravelbiker am Weissensee mit einer Drohne fotografiert

Foto: Martin Hofmann

Hier einkehren: Wir empfehlen »Lisis Almwirtschaft Schütt« in Arnoldstein. Klein, aber oho! Für Vegetarier nicht unbedingt geeignet, da die Auswahl dann sehr begrenzt ist.

Die harten Fakten: 86 Kilometer, zwischen Kötschach und Villach. Meist geteerte Wege und wenig Verkehr.

3. Mehrtägiger Radweg in Kärnten: der Drauradweg (gesamt 710 Kilometer)

Von der Quelle in Südtirol bis zur Mündung in die kroatische Donau folgt der Drauradweg dem gleichnamigen Fluss. Der schönste Abschnitt liegt aber ohne Frage in Kärnten.

Diese Strecke lieben wir: Zwischen Sillian und Lavamünd mäandert die Tour entlang der gemächlich dahinfließenden Drau, stets begleitet von türkisblauen Wasserspiegeln, duftenden Wiesen und der herzlichen Offenheit der Wirte. Denn: Die Auswahl an erstklassigen Gasthöfen ist riesig, ein Pluspunkt für Genussradler.

Brücke von oben auf dem Drauradweg

Foto: Sam Strauss

Hier einkehren: Ein Klassiker ist die Einkehr im »Gasthof Post« in Oberdrauburg. Die Küche ist bodenständig, auf den Tellern landen hausgemachte Kärntner Nudeln zum Dahinschmelzen.

Die harten Fakten: 710 Kilometer Gesamtlänge, 228 davon in Kärnten, moderate Anstiege, wobei das Gefälle überwiegt. Strecke ist weitestgehend asphaltiert.

4. Steil hinauf: Großglockner Hochalpenstraße (48 Kilometer)

Achtung, die Großglockner Hochalpenstraße ist kein Spaziergang: 1.700 Höhenmeter auf 48 Kilometern sind zu absolvieren. Fast schon mehr Wahnsinn als Urlaubsspaß. Startpunkt ist meist in Heiligenblut, wo der Blick auf den majestätischen Glockner schon Respekt einflößt. Spätestens ab dem imposanten Gletscher Pasterze beginnt der Kampf zwischen Muskelkraft und Vernunft.

Diese Strecke lieben wir: Als Belohnung winkt auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ein einzigartiges Panorama: Gletscher, Gipfel und das Rauschen des Windes.

Straße am Großglockner in Kärnten

Foto: Kärnten Werbung

Hier einkehren: Im »Gasthaus Glocknerhaus« wartet eine heiße Suppe als wohlverdiente Ehrung.

Die harten Fakten: 1.700 Höhenmeter auf 48 Kilometer, kein Radweg, sondern im Straßenverkehr mitfahren. Nur zwischen Mai und November befahrbar. Achtung! Empfohlen wird ein Start vor 8 Uhr oder nach 15 Uhr.

5. Der Klassiker der Radwege: Alpe-Adria-Radweg (gesamt 410 Kilometer)

Der Alpe-Adria-Radweg beginnt hochalpin in Salzburg und endet nach acht Etappen mit Sand zwischen den Zehen an der italienischen Adria – doch die beiden Etappen in Kärnten bilden das Herzstück dieser Reiselust auf Rädern. Die Route gilt als eine der einsteigerfreundlichsten Alpenüberquerungen.

Diese Strecke lieben wir: Zwischen Spittal, Villach und Arnoldstein flitzen reisende Radler durch Täler, die sich langsam öffnen, spüren den Wechsel der Kulturen, je weiter es Richtung Süden geht.

Kärnten Radfahren: auf dem Alpe-Adria-Radweg

Foto: Gert Perauer

Hier einkehren: In Villach lohnt ein Stopp am Hauptplatz. Und auf der anderen Seite der Drau lockt der »Villacher Brauhof« mit Kasnudeln. Danach geht’s gesättigt Richtung Bella Italia.

Die harten Fakten: 410 Kilometer, davon 98 in Kärnten. Von Bad Gastein/Mallnitz kommend führt der Weg über Villach weiter Richtung Tarvis (Italien). Die Strecke ist durch die Nutzung von Radwegen und alten Bahntrassen sehr genussorientiert. Es geht hauptsächlich bergab oder ist flach. Der Markierung mit den Schildern »Ciclovia Alpe Adria Radweg« folgen.


Mehr Infos zu Radfahren in Kärnten

Unser Redakteur Frank war beim Radevent VeloVista in Kärnten dabei und berichtet.

Auf der Website von Kärnten findest du weitere Infos.