In Rumänien wird Dracula fast wie ein Verwandter zum Fremdschämen auf einer Hochzeit behandelt. Dennoch ist die Heimat von »Vlad dem Pfähler«, dem historischen Vorbild Draculas, zauberhaft schön – von der Gefahr durch die Blutsauger einmal abgesehen.

Im rumänischen Transsilvanien, das vor allem als Siebenbürgen bekannt ist, fühlt man sich wie aus der Zeit gefallen – und das liegt nicht nur an dem berühmten Grafen. Wer durch diesen Landstrich reist, kann Einzigartiges erleben; so zum Beispiel Begegnungen mit Bauernfamilien, die ihren Gästen ein Abendbrot vom eigenen Hof auftischen und von ihrem Alltag und der kommunistischen Vergangenheit Rumäniens erzählen. Aber der Reihe nach …

Alter Mann in Rumänien auf dem Land, unterwegs mit Pferd

Thomas Dekiere/Shutterstock.com

In der Heimat des Grafen Dracula vermischen sich seit Jahrhunderten rumänische, ungarische und deutsche Traditionen. Unzählige Kirchenburgen und Burgruinen, viele davon Unesco-Welterbe, haben sich zu Touristen-Hotspots entwickelt.

Hermannstadt – wo deutsche Geschichte lebendig ist

Wer sich auf die Spuren von Graf Dracula begeben möchte, sollte Kurs auf Sibiu nehmen. Oder Hermannstadt, wie die alte Hauptstadt Siebenbürgens auch heißt. Dass hier noch die deutsche Vergangenheit lebendig ist, ist auf Schritt und Tritt in der Stadt zu spüren – etwa bei einem Besuch in der deutschen Buchhandlung am Großen Marktplatz, wo man auch eine Ausgabe der deutschsprachigen Hermannstädter Zeitung in die Hände gedrückt bekommen kann.

Marktplatz in Hermannstadt in Rumänien

Balate Dorin/Shutterstock.com

Die ebenso wuchtige wie in ihren hellen Pastelltönen freundlich wirkende katholische Kirche ist nur eins von vielen weiteren deutschen Zeugnissen, zu denen auch das barocke Brukenthal-Palais mit seiner berühmten Gemäldesammlung gehört. Oder die gusseiserne Lügenbrücke, um die sich viele Legenden ranken.

Auch Outdoor-Fans können sich bei einer Reise durch die Karpaten in das Reich des berühmten Grafen Dracula begeben. Beim Trekking in Transsilvanien wandert ihr mit dem Tourenrucksack von Hütte zu Hütte. In den abgeschiedenen Bergen des Fogarasch-Massivs streifen Braunbären, Wölfe und Luchse umher. Der Weg führt durch weite Bergkessel und enge Täler, zu Bergseen und Gipfeln wie dem Moldoveanu, dem Höhen-Primus des Landes.

Moldauklöster und Donaudelta

Wer Rumänien erwandern möchte, ist auf der Wander-Studienreise »Rumänien – Karpatengipfel und Moldauklöster« (ab 1695 Euro pro Person im Doppelzimmer) des Veranstalters Studiosus richtig. Sie führt in zwölf Tagen ab Bukarest durch das Land, durch Wälder, über die Karpaten und um den Roten See. Zwischen den Wanderungen sind Besichtigungen geplant, zum Beispiel der Kirchen von Kelling und Schäßburg (beide Unesco-Welterbe).

Eine andere Art, Rumänien zu entdecken, ist ein Besuch des Donaudeltas. Eisvögel bieten ein schillerndes Farbenspiel über den Seen, Pelikane schwimmen majestätisch auf den Brackwasserlagunen und Wildkatzen schleichen durch den Auwald.

Pelikan-Kolonie in Rumänien

Calin Stan/Shutterstock.com

Das nächste Dorf ist kilometerweit entfernt und nur per Boot erreichbar. Das Donaudelta in Rumänien (Unesco-Welterbe) zählt zu den schönsten und größten Naturparadiesen Europas – und wird bei Urlaubern immer beliebter. Wer eine Safari durch das Labyrinth aus Kanälen und Seen unternimmt, durchquert die größte Schilfrohrfläche Europas und begegnet unzähligen Wasservögeln.

Wer nicht nur auf den Spuren Draculas wandeln und durch die Donaulandschaft tuckern möchte, sondern auch Kultur erleben will, sollte Kurs auf die Hauptstadt Bukarest nehmen. Das traditionell kosmopolitische »Paris des Ostens« mit seinen vielen Kirchen und Palästen, Klöstern und größenwahnsinnigen Architekturen des Ceausescu-Regimes ist eine wilde, sofort begeisternde Mischung aus unterschiedlichen Stilen. Und es ist voller quirligem Leben, das einen schönen Kontrast bietet nach den vielen Wanderstunden im Gebirge.

Übernachtungstipp in Transsilvanien: Casa Nicu

In der Abgeschiedenheit Transsilvaniens, jenseits des Waldes, liegt das Hirtendorf Vale mit seinem 120 Jahre alten Gebäude »Casa Nicu«. Das urige Haus hat schon einiges erlebt und der Hauch vergangener Tage ist noch immer in jedem Winkel spürbar. Das Steinhaus mit einem geschlossenen und liebevoll bepflanzten Innenhof in reizvoller Umgebung ist buchbar bei e-domizil. Das alte grundrenovierte Gemäuer mit seinem geheimnisvollen Flair und dem gemütlichen Kachelofen ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Heimat Draculas zu erkunden: Abenteuerlustige gruseln sich bei Erzählungen im Mondschein über Blut saugende Vampire und heulende Wölfe oder erleben spukreiche Stunden an Halloween am 31. Oktober.

Unterkunft in Rumänien: Casa Nicu in Transsilvanien

Casa Nicu

Die Unterkunft gehört zum Komplex »Casa Vale« mit fünf grundverschiedene Ferienhäusern. Neben der »Casa Nicu« gehören noch zwei rustikale Neubauten, eine Hirten-Hütte in den Bergwiesen und ein ehemaliger Bauernhof dazu. Die Besitzer holen die Reisenden auf Wunsch am Bahnhof oder am Flughafen von Sibiu ab. Sie vermieten auch ein kostengünstiges Auto. Auf Anfrage sorgt die Köchin für ein Frühstück und weitere traditionelle Mahlzeiten sowie einen vollen Kühlschrank bei der Anreise. Auch erhalten Gäste bäuerliche Produkte aus dem Dorf, wie frische Milch, Ziegen- oder Schafskäse, Waldhonig, selbst gemachte Marmelade, eingemachtes Gemüse, Wein und Schnaps.

Tipp: Der Veranstalter Djoser aktiv hat eine 21-tägige Rundreise durch Polen, die Slowakei, Ungarn, Moldawien, und Rumänien im Angebot.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?