Wandern zwischen Olivenbäumen und Baden in azurblauem Wasser: Die griechische Mittelmeerinsel Lesbos ist selbst dann noch ein lohnendes Reiseziel, wenn es hierzulande im Herbst ungemütlich wird. Unser Reise-Guide für Strandurlauber, die dringend Sonne tanken müssen. Text: Philipp Eins

Anreise. Nach Lesbos gelangt man am besten mit der griechischen Fluggesellschaft Aegean Airlines. Es gibt Verbindungen von vielen deutschen Großstädten nach Mytilini, der Hauptstadt der Insel Lesbos. Flüge kosten ab 230 Euro hin und zurück.

Auf Lesbos sind Taxis sehr verbreitet und grundsätzlich preiswerter als in Deutschland. Für ausgedehnte Touren empfiehlt sich, einen Mietwagen zu nehmen. Gängige Anbieter sind in Mytilini vertreten.

Boutiquehotel im Norden oder eine Villa im Süden der Insel

Unterkunft. Ob im Boutiquehotel in der Altstadt oder im Luxusressort mit Meerblick: Es gibt viele Möglichkeiten, gehoben auf Lesbos zu übernachten. Besonders zu empfehlen ist das Hotel Delfinia in der Küstenstadt Molyvos im Norden der Insel. Hier muss man keine Kompromisse machen. Von der Terrasse der geräumigen Superior Bungalows aus hat man einen Blick sowohl auf das Meer als auch auf die Altstadt und die Burg von Molyvos. Ein Luxus-Bungalow kostet etwa 120 Euro pro Nacht für zwei Personen.

Manche Unterkünfte sind spürbar von der Tourismuskrise auf Lesbos betroffen, so wie auch die Villa Pouloudia im Strandort Vatera, gelegen im Süden der Insel. Viele Zimmer sind in dieser Saison leer geblieben. Der Ausblick von den Balkonen über das Mittelmeer aber ist traumhaft, und auch das Frühstück mit ausgesuchtem Käse aus der Region ist ein Highlight.

Klima & Reisezeit. Die beste Reisezeit für Lesbos liegt zwischen April und Oktober. Von November bis März fallen die Tagestemperaturen unter 20 Grad, es bleibt jedoch mild. Lesbos ist daher ganzjährig ein schönes Reiseziel.

Must see: Bergdorf Agiassos und ein versteinerter Wald

Sehenswürdigkeiten. Das Bergdorf Agiassos gilt als eine der schönsten Ortschaften auf Lesbos. Es liegt versunken zwischen uralten Kastanien und mächtigen Platanen am Hang des Olymp, einem bewaldeten, knapp 1000 Meter hohen Berg im Süden von Lesbos. Die Hauptattraktion des Dorfs ist die Kirche der »Agia Panagia«, der »Heiligen Mutter Gottes«. Jedes Jahr pilgern zahlreiche Gläubige hierher. In der Kirche befindet sich eine jahrhundertealte Ikone. Ein Dorf, das einen Ausflug wert ist.

Die Fahrt Richtung Sigri, gelegen im äußersten Westen der Insel, ist ein besonderes Erlebnis. Die Landschaft wird karger und steiniger. Inmitten der Mondlandschaft befindet sich der versteinerte Wald, auch Petrified Forest genannt. Bis zu 20 Millionen Jahre alt sind einige der unter Vulkanasche begrabenen und zu Stein gewordenen Baumstämme. Besonders alte Exemplare finden sich im Geopark der Insel Nissiopi, zu der man per Boot übersetzen kann. Weitere Informationen gibt es im Museum Sigri unter www.lesvosmuseum.gr

Auf der Speisekarte: köstlicher Tintenfisch

Essen & Trinken. Das Aigaio Restaurant im beliebten Strand Skala Eressos im Südwesten der Insel ist vor allem eine Empfehlung für die Mittagszeit. Hier kann man den halben Tag bei gemischten Vorspeisen und Seafood verbringen – und immer wieder vom Restauranttisch direkt ins Wasser springen, um sich abzukühlen.

Am Hafen der Ortschaft Polichnitos im Süden von Lesbos kann man ebenfalls die hervorragende regionale Küche kennenlernen. Der eingelegte Tintenfisch in der Taverne Zoumbouli ist zu empfehlen, und wenn man Glück hat, ist man zum Muschelfest in der Stadt. Es findet jedes Jahr Ende Juli statt. Die Fischer verkaufen frisch gefangene Seefrüchte, dazu spielen lokale Bands griechische Musik. Getanzt werden darf auch.

Ein gastronomisches Highlight im Hafenort Molyvos ist das Restaurant Octapus. Hier gibt es traditionelle Gerichte von der Küste, vor allem Seafood.

Trinkgeld. Taxifahrer, Kellner und Hotelangestellte erwarten in der Regel ein Trinkgeld. Etwa 10 Prozent des Rechnungswerts sind angemessen.

Don’t: Finanzkrise und Flüchtlingskrise thematisieren

Shopping. Wer auf Lesbos shoppen möchte, kommt um die Hauptstadt Mytilini nicht herum. Zwischen den Cafés und Restaurants in der Altstadt verstecken sich kleine Schmuckgeschäfte und Boutiquen, die ausgewählte Kostbarkeiten aus der Region anbieten. Für eine kurze Pause empfiehlt sich ein Kaffee im Panhelenium, dem ältesten Caféhaus der Stadt. Von dort aus hat man einen hervorragenden Blick auf die palmengesäumte Promenade am Hafen.

Persönlicher Tipp. Im Bergdorf Agiassos gibt es gegenüber der Kirche der »Agia Panagia« ein Caféhaus, das in der ganzen Region für seinen besonderen Kaffee bekannt ist. Das Getränk wird nach traditioneller Art in einem Messingkocher über zerstoßener Kohle gebrüht. An einem der Tische unter dem Blätterdach zu sitzen und genüsslich Kaffee zu trinken ist ein echtes Erlebnis.

Besser nicht. Sich in politische Diskussionen verstricken. Die Griechen haben durch die Finanzkrise in den vergangenen Jahren Geld und zuletzt durch die steigenden Flüchtlingszahlen auch noch Touristen verloren. Viele kommen kaum über die Runden. Dafür machen sie auch die deutsche Politik verantwortlich. An ihrer Gastfreundlichkeit hat das aber kaum etwas geändert.

Reiseführer. Thomas Schröder: Lesbos. Reiseführer mit vielen praktischen Tipps. Michael Müller Verlag, Erlangen 2015. 252 Seiten, 16,90 Euro.

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