Strand tagsüber, Altstadt danach: Rimini kann mehr als Liegestuhl und Sonnencreme. Es locken Römerbögen, Renaissance-Bauten und eine neue Strandpromenade, die ihresgleichen sucht. Unsere Tipps für die Stadt und ihre Umgebung.
Rimini ist weit mehr als ein klassischer Badeort an der Adria: Zwischen kilometerlangem Sandstrand, römischer Geschichte und moderner Architektur wartet eine überraschend vielseitige Stadt. Die schönsten Rimini- Sehenswürdigkeiten reichen vom antiken Augustusbogen über die beeindruckende Tiberiusbrücke bis hin zu kreativen Hotspots wie dem PART – Palazzi dell’Arte Rimini.
Gleichzeitig befindet sich Rimini im Wandel: Mit dem Projekt Parco del Mare entsteht seit einigen Jahren eine moderne, begrünte Strandpromenade, die der Stadt ein völlig neues Gesicht verleiht.
Ob du die historische Altstadt in Rimini erkunden, durch das charmante Borgo San Giuliano schlendern oder einfach das italienische Lebensgefühl am Meer genießen möchtest: Hier findest du die besten Tipps und Highlights für deinen Aufenthalt.

Foto: Giordano Rossoni
Strand und Promenade: Rimini im Wandel
Rimini – das klingt für die meisten nach Strand, Sonne und Adria-Feeling. Zu Recht. Seit 1843 hier das erste Strandbad Italiens eingeweiht wurde, ist die Stadt das Herz des italienischen Badetourismus und hat seitdem ordentlich zugelegt. 16 Kilometer Strand, stellenweise bis zu 100 Meter breit, vom nördlichen Torre Pedrera bis ins südliche Miramare: Das ist kein Strand, das ist eine Institution.
Im Hochsommer reiht sich Badeanstalt an Badeanstalt. Über 200 sind es dann, mit zusammen rund 80.000 Liegestühlen im Sand. Wer mehr will als Sonne und Salzwasser, findet in den umliegenden Wasser- und Freizeitparks weitere Ablenkung. Besonders Familien schätzen Rimini: Die Adria fällt hier so flach ab, dass selbst die Kleinsten bedenkenlos ins Wasser können. Planschen erlaubt, und zwar für alle.

Foto: Letizia Agosta
Parco del Mare: So sieht es aus!
Seit einigen Jahren wird Riminis Strandpromenade umgestaltet. Der Parco del Mare, entworfen vom Architekturbüro Benedetta Tagliabue EMBT, ist eines der ambitioniertesten urbanen Erneuerungsprojekte Italiens und ein sichtbares Zeichen dafür, wohin sich die Stadt entwickelt. Wo früher Autos rollten und Beton dominierte, entsteht auf 16 Kilometern Länge ein fußgänger- und radfahrerfreundlicher Meerespark, der Strand, Stadt und Natur miteinander verbindet. Die vollständige Fertigstellung ist für 2026 geplant, mehrere Abschnitte sind bereits zugänglich.

Foto: Davide Piras/Ufficio Stampa Comune di Rimini
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Einheimische Vegetation, schattenspendende Bäume, Rasenflächen und künstliche Dünen in Sardinenform schaffen eine naturnahe Atmosphäre entlang der Küste. Fitnessinseln mit Technogym-Geräten, ein bunter Basketballplatz, Laufbahnen und weitere Sportangebote machen den Parco del Mare zum größten Open-Air-Gym am Mittelmeer. Familien finden in der Foresta del Mare eine Spielanlage mit leuchtenden und klingenden Elementen, inspiriert von den Gedichten Gianni Rodaris, dazu Wasserspiele, Brunnen und ruhige Ecken zum Durchatmen.
Auch die Wege selbst erzählen Geschichten. Wellenförmige Pfade mit farbigen Böden aus Holz und Keramik nehmen Motive aus Riminis Vergangenheit auf: römische Mosaike, Fellini-Figuren, Tanztraditionen, Belle-Époque-Einflüsse. Flanieren wird hier zur kleinen Zeitreise.
Altstadt in Rimini: Geschichte zwischen Römern und Renaissance
Aber Rimini hat mehr zu bieten, vor allem für jene, die sich für Geschichte interessieren. Gemütliche Trattorien in den verwinkelten Gassen des ehemaligen Fischerviertels Borgo San Giuliano, das märchenhafte Grand Hotel und die breiten Piazze geben der vor mehr als zwei Jahrtausenden gegründeten Stadt ihr unverwechselbares Flair.
Vom Grand Hotel mit seiner elfenbeinfarbenen Jugendstilfassade zieht sich der prächtige Viale Principe Amedeo bis vor die Tore der Altstadt. Dabei geht es vorbei an Traum-Villen aus der Gründerzeit mit kiesbestreuten Einfahrten und verwunschenen Parks.
Gleich hinter dem Bahnhof beginnt das »centro storico«. Die ovale Piazza Tre Martiri mit ihren Terrassen-Cafés gilt als eleganter Salon des Städtchens. Unter dem langen Laubengang an der Piazzetta della Vecchia Pescheria trifft sich die Jugend der Stadt, die zahlreich vertreten ist, seit sich Rimini zu einem Universitätsstandort mit Tausenden Studenten entwickelt hat.

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In den Gassen des Fischerviertels Borgo San Giuliano sind Murales zu sehen, die die Fassaden der alten Fischerhäuschen schmücken. Sie zeigen Szenen aus Fellini-Filmen und huldigen damit dem berühmten Regisseur, der in Rimini geboren und begraben wurde.

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Empfehlenswert ist ein Besuch des PART – Palazzi dell’Arte Rimini. Untergebracht in den eindrucksvoll restaurierten mittelalterlichen Palästen Palazzo dell’Arengo und Palazzo del Podestà, verbindet das Museum historische Architektur mit zeitgenössischer Kunst. Die Sammlung – maßgeblich getragen von der Fondazione San Patrignano – umfasst Werke international etablierter Künstler wie Damien Hirst, Carsten Höller, Vanessa Beecroft und Mimmo Paladino. Statt einer klassischen Museumssammlung erwartet dich hier eine lebendige, stetig wachsende Schau zeitgenössischer Werke.
Auf den Spuren von Federico Fellini
Rimini ist die Heimatstadt des Filmemachers Federico Fellini. Gleichzeitig war Rimini das Lieblingsmotiv in vielen seiner Filme. Die antike Fischmarkthalle, die angrenzende Piazza Cavour mit ihren mittelalterlichen Palazzi und dem schneeweißen Pigna-Brunnen, der Corso d’Augusto, der sich wie eine Lebensader durch die Altstadt zieht, sind nicht nur für kunsthistorisch interessierte Besucher eine Attraktion. Sie waren auch das Epizentrum der Fellini-Welt, Vorlage vieler Filmkulissen, Orte seiner Erinnerung.
Im August 2021 wurde das Fellini Museum Rimini eröffnet. Es handelt sich dabei um das weltweit größte Museumsprojekt, das dem Filmemacher gewidmet ist. Das Museum befindet sich an drei Orten in der Altstadt: Castello Sismondo, eine von Filippo Brunelleschi entworfene Festung aus dem 15. Jahrhundert; Palazzo del Fulgor, ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, in dessen Erdgeschoss das Cinema Fulgor untergebracht ist, das in Amarcord verewigt und vom dreifachen Oscar-Preisträger Dante Ferretti renoviert wurde; Piazza Malatesta, eine große, teilweise begrünte Fläche mit Veranstaltungsstätten, Kunstinstallationen und einem großen Wasserschleier.

Foto: Archivio Comune Rimini
Sehenswürdigkeiten in Rimini: Tiberiusbrücke und Augustusbogen
Der Tempio Malatestiano ist eine Kathedrale mit dunkler Vergangenheit. Sigismondo Malatesta, Herrscher über Rimini, ließ hier Mitte des 15. Jahrhunderts eine gotische Franziskanerkirche abreißen und an ihrer Stelle eine Grabstätte für sich und seine Familie errichten. Auch seine dritte Gemahlin Isotta, einst seine Geliebte, liegt hier begraben. Seine ersten beiden Frauen soll er ermordet haben. Fertiggestellt wurde der Bau nie. Im Inneren hängen dennoch Meisterwerke von Giotto und Piero della Francesca. Wer noch mehr Malatesta-Geschichte sucht, findet sie im Castello Sismondo, dem zweiten Monumentalbau der Herrscherfamilie, das heute regelmäßig Kunstausstellungen beherbergt.
Ríminis berühmteste Brücke ist Verkehrsweg, Denkmal und Stadtzeichen zugleich. Die Tiberiusbrücke, eigentlich nach Augustus und Tiberius benannt, gehört zu den besterhaltenen Monumentalbrücken der Römerzeit weltweit. Sie verbindet das Stadtzentrum mit dem Viertel San Giuliano, einem der charakteristischsten Stadtteile Riminis, eng mit dem Leben der Seefahrer verwoben und außerdem Geburtsort von Federico Fellini.

Foto: Fabio Tura
Der Augustusbogen von 27 v. Chr. ist einer der ältesten noch existierenden römischen Triumphbögen. Weitere Relikte der antiken Stadt Ariminium sind die alt-römische Mauer und Reste des Amphitheaters. Der Piazza Cavour ist seit dem Mittelalter das Herz der Stadt. Er ist umgeben von Palazzi aus der Zeit zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert. Sehenswert ist auch die Kirche Sant’Agostino (mit Fresken der von Giotto inspirierten »Malschule von Rimini«). Auch schön: San Giuliano, die das Altarbild des großen venezianischen Renaissance-Malers Paolo Veronese berühmt gemacht hat.
Sehenswürdigkeiten in Rimini: Grand Hotel, Museo della Città und Mercato Coperto
Das Grand Hotel ist eine Belle-Epoche-Ikone und Symbol der Stadt. Federico Fellini setzte dem Hotel mit seinem Film »Amarcord« ein cineastisches Denkmal. Für ihn verkörperte es das »Märchen vom Reichtum, Luxus und orientalischen Prunk«. Mehr über den Künstler und seine Frau Giulietta Masina gibt’s im Viertel San Giuliano, wo Wandmalereien von Fellinis Leben und Schaffen erzählen.

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Weitere Highlights: Das Museo della Città Luigi Tonini, ein bedeutendes städtisches Museum, das die Geschichte der Stadt von der Prähistorie bis zur Gegenwart dokumentiert. Es beherbergt archäologische Funde, darunter die berühmte »Chirurgen-Domus« (Domus del Chirurgo), sowie Gemälde aus dem 14. bis 15. Jahrhundert, darunter Werke von Giovanni Bellini und Domenico Ghirlandaio.
Auch lohnend: der Mercato Coperto, eine überdachte Markthalle, in der Riminis Fischer täglich ihren fangfrischen Fisch verkaufen. Um sieben Uhr morgens öffnet die Markthalle im historischen Ortskern ihre Pforten. Zu den feilgebotenen Waren zählen auch die Meerestiere, die die örtlichen Fischer morgens aus der Adria gezogen haben. In der Markthalle kann sich jeder für den Eigenbedarf eindecken, auf dem Großmarkt dürfen nur Händler oder Restaurantbesitzer einkaufen. Probieren sollte man während eines Besuchs die Piadina. Dabei handelt es sich um das typische Fladenbrot der Romagna. Es wird zusammen mit Sardellen serviert und hat den Namen »Piada con sardoncini«. Hier erfährst du, warum die Piadina einfach ein Muss ist.
Unbedingt probieren in Rimini: die Piadina
Zu den kulinarischen Spezialitäten gehören Piadina, dünne Brotfladen, die auf dem Testo − einer Backform aus Terrakotta − gebacken werden, der Weichkäse Squacquerone, der Grubenkäse Formaggio di Fossa oder Saba – eine dichte Sauce aus gekochtem Most, die tropfenweise auf Gemüse genossen wird.

Foto: Casina del Bosco
Aber auch Parmesan, Parmaschinken, traditioneller Balsamessig, Tortellini und handgemachte Pasta solltest du unbedingt in Rimini probieren. Spezialitäten wie Fischspießchen, marinierter Fisch, unzählige Sardellen- und Sardinenarten oder die regionalen Weine sind ebenso eine Entdeckung wert.
Und hier noch zwei Restaurant-Tipps: Hashimoto Ristorante Giapponese (Viale Giacinto Martinelli 10 Miramare). Lust auf japanische Küche? Dann ab in dieses Restaurant! Am Wochenende gibt’s zum Festpreis ein Menü (keine Speisekarten-Auswahl).
Restaurant Prua Rimini (Viale Ortigara 45). Wer dagegen italienische Küche mag, für den ist dieses Restaurant erste Wahl. Die Gäste des gehobenen und eleganten Restaurants schwärmen besonders von der vorzüglichen Qualität der Fischgerichte. Wer Glück hat, kann von seinem Platz aus eine wunderschöne Aussicht auf den Sonnenuntergang genießen.

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Shopping auf der Corso d’ Augusto und der Le Befane Mall
Flaniermeile der Stadt ist der Corso d’ Augusto, der zur Piazza Tre Martiri führt. Hier finden Besucher viele Geschäfte und Boutiquen, in denen sich Markenkleidung, Keramik und anderes Kunsthandwerk kaufen lässt. Zu den typischen Souvenirs gehören rostbedruckte Stoffe – eine alte Tradition der Gewebebearbeitung, die in manchen Werkstätten sogar live erlebt werden kann. Wer das nötige Kleingeld hat, kann in den Shops von Gucci, Prada, Armani sowie Dolce und Gabbana vorbeischauen.

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Wer in der Stadt nicht fündig wird, kann auch ins Shopping-Center Le Befane Centro Commerciale fahren. Dutzende Shops, einen großen Supermarkt und einen Food Court gibt’s hier – ideal für einen Tagesausflug, falls es mal regnen sollte. Vom Bahnhof in Rimini ist man etwas weniger als eine Stunde zu Fuß unterwegs. Mit dem Fahrrad benötigt man circa eine Viertelstunde. Es fahren aber auch Busse vom Zentrum zur Mall.
Apropos Regen: Falls das Wetter mal nicht mitspielen sollte für einen Tag am Strand, bietet sich auch ein Abstecher in malerische Vororte wie San Giuliano oder San Giovanni an. Besonderer Hingucker in San Giuliano sind die pittoresken, mittelalterlichen Gassen mit ihren bunt gestrichenen Häusern.

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Ausflüge ins Marecchia-Tal und nach San Marino
Lohnend ist es, das Marecchia-Tal mit seinen sieben idyllischen Gemeinden zu besuchen. So ist beispielsweise der kleine Ort San Leo einen Besuch wert, der eine eindrucksvolle Festung mit mächtigen Rundtürmen besitzt. Sie diente lange Zeit als Kerker und beherbergt neben einer Waffenkammer auch noch einen Folterkeller, der besichtigt werden kann.
Stets gut besucht ist auch die kleine Republik San Marino. Die drei Gipfel des Monte Titano bieten einen grandiosen Blick über die Romagna, das Meer und den Apennin.

Foto: Giordano Rossoni
Weitere Informationen gibt es auf der Website von Rimini und der der Emilia Romagna.
Häufige Fragen
Wie kommt man aus Deutschland am besten nach Rimini?
Mit dem Auto ist Rimini über die Brennerautobahn oder den Reschenpass gut erreichbar, von München sind es rund sechs Stunden, von Frankfurt etwa acht. Wer lieber mit der Bahn reist, fährt über München und Verona oder Bologna nach Rimini, die Fahrzeit beträgt je nach Verbindung zwischen neun und elf Stunden. Vom 2. April bis 3. Oktober ist Rimini von München aus sogar in ca. acht Stunden mit dem DB/ÖBB Railjet-Zug direkt zu erreichen. Der Flughafen Rimini (Federico Fellini International) wird saisonal von einigen deutschen Städten direkt angeflogen, alternativ ist Bologna der nächste größere Flughafen mit guter Bahnanbindung.
Wann ist die beste Reisezeit für Rimini?
Wer Strand und Meer in den Vordergrund stellt, reist zwischen Juni und September. Juli und August sind die heißesten und vollsten Monate, der Strand ist dann dicht belegt. Mai, Juni und September bieten angenehmere Temperaturen, weniger Betrieb und oft günstigere Preise. Für Städtetrips und Kulturausflüge eignen sich Frühling und Herbst besonders gut, wenn die Altstadt deutlich ruhiger ist.
Welche Hotels empfehlen sich bei einem Urlaub in Rimini?
Das Grand Hotel Rimini ist die erste Adresse der Stadt: ein historisches Fünf-Sterne-Haus direkt am Strand, das Federico Fellini in seinen Filmen verewigte und bis heute einen eigenen Stil pflegt. Ebenfalls gehobene Adressen sind das Hotel Imperiale und das Savoia Hotel Rimini, beide mit Strandlage und gutem Spa-Angebot.
Was unternimmt man bei schlechtem Wetter in Rimini?
Riminis Altstadt bietet auch an Regentagen ein volles Programm. Der Tempio Malatestiano ist ein lohnender Zwischenstopp, ebenso das Museo della Città. Wer mit Kindern reist, ist im Italia in Miniatura gut aufgehoben, einem der beliebtesten Freizeitparks der Adria. Ein Tagesausflug in die nahe Republik San Marino bietet ebenfalls Abwechslung, unabhängig vom Wetter.
