Rimini gehört zu den berühmtesten Badeorten der Welt – ein Urlaubsort mit Freizeitparks und Ferienanlagen, mit buntem Beach- und Nachtleben. Gleichzeitig hat Rimini aber auch eine wunderbar erhaltene Altstadt mit antiken Denkmälern aus der Römerzeit und glanzvolle Renaissance-Bauten zu bieten. Unsere Tipps für einen Rundgang durch Rimini und Ausflüge in die Umgebung.

Zunächst ein kleiner Erdkunde-Ausflug für alle, die sich fragen, wo Rimini eigentlich liegt: in der Emilia-Romagna. Die Region wiederum liegt am südlichen Rand Norditaliens. Sie grenzt im Norden an den Po, im Osten an die Adria und im Süden an den Apennin mit der Toskana sowie an die Republik San Marino. Neben Rimini gibt es in der Emilia-Romagna die Provinzen Piacenza, Parma, Reggio Emilia, Modena, Bologna, Ferrara, Ravenna und Forlì-Cesena. Hauptstadt der Emilia-Romagna ist Bologna.

Sonnenuntergang über dem Strand von Rimini

Giordano Rossoni

Wie ihr am besten nach Rimini kommt

Anreise. Auf dem Aeroporto G. Marconi Bologna landen viele Touristen, die in Rimini ihren Urlaub verbringen. Vom Flughafen seid ihr mit dem Auto circa 75 Minuten unterwegs. Die Strecke wird auch achtmal täglich mit einem Bus-Shuttle bedient. Je nachdem, wo ihr in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt, könnt ihr im Sommer auch direkt zum Internationalen Flughafen Rimini und San Marino Federico Fellini fliegen. Das Flug-Angebot variiert aber stark. Schaut am besten auf den Websiten von Ryanair, Lufthansa und Luxair nach, ob und wann sie direkt nach Rimini fliegen.

Von Deutschland aus ist die Emilia-Romagna mit dem Auto in wenigen Stunden erreichbar. Die Hauptrouten führen durch Österreich, über den Brenner und Verona nach Modena. Von der Schweiz aus geht’s über den Gotthardtunnel, Chiasso und Mailand Richtung Rimini. Viele Veranstalter bieten Fahrten an die Adriaküste und in das Hinterland auch mit dem Bus von Deutschland aus an. Wer lieber mit dem Zug fahren möchte, kann ab München Hbf in den EC einsteigen und ist ohne umzusteigen in weniger als sieben Stunden in Bologna. Auch ein Nachtzug ist auf der Strecke unterwegs.

Frau im Landesinneren zeigt auf Rimini Italien

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Reisezeit. Am angenehmsten ist ein Rimini-Urlaub zwischen Mitte April und Oktober. Dann liegen die Temperaturen meist über 20 Grad Celsius. Im Juli und August ist es mit durchschnittlich 29 Grad Celsius am wärmsten. Wer einen Ausflug in die Berge unternimmt, sollte eine Jacke oder Pulli mitnehmen, denn dort ist es meist kühler.

Hotels in Rimini: i-Suite und Grand Hotel Rimini

i-Suite Hotel. Fünf-Sterne-Hotel in zentraler Lage (Viale Regina Elena 28), direkt an der Strandpromenade. Die dominierende Farbe in dem stylischen Hotel ist weiß. Besonders schön ist der i-CE AGE Swimming Pool, in dem man Tag und Nacht bei Temperaturen bis zu 37 Grad baden kann. Wer das nötige Kleingeld hat, gönnt sich eine der 28 bis 70 Quadratmeter großen Suiten mit Meerblick. Preise variieren stark, von 170 Euro in der Neben- bis 300 Euro in der Hauptsaison.

Zimmer im i-Suite Hotel Rimini

i-Suite hotel

Deutlich gediegener geht es im – angesichts des Namens ahnt man es schon – Grand Hotel Rimini (Parco Federico Fellini 1) zu. Das 1908 erbaute Hotel ist ein Juwel des italienischen Jugendstils und bietet 167 Zimmer, davon vier Suiten. Das Grand Hotel Rimini ist von einem großen Park umgeben und die perfekte Adresse für alle, die während ihres Rimini-Aufenthaltes äußerst stilvoll übernachten möchten. In der Nebensaison ab 166, in der Hauptsaison ab 250 Euro pro Nacht fürs Zimmer.

Rimini – ein Paradies für Strandurlauber

Riminis Küste. Die meisten von euch kennen Rimini vermutlich als Badeort – ist ja auch perfekt für alle Beach- und Sonnenliebhaber. Seit hier 1843 das erste Strandbad der Adria eingeweiht wurde, schlägt in Rimini das Herz des italienischen Badetourismus. Der Strand ist rund 15 Kilometer lang und bis zu 100 Meter breit. Er erstreckt sich von Torre Pedrera im Norden bis Miramare im Süden Riminis. Im Hochsommer stellen weit über 200 Badeanstalten gut und gerne 80.000 Liegestühle in den Sand. Wasser- und Freizeitparks ergänzen das Angebot. Besonders bei Familien steht Rimini hoch im Kurs. Das liegt am sehr flach abfallenden Meer – so können auch Kinder problemlos in der Adria planschen und schwimmen.

Liegestühle am Strand von Rimini

Letizia Agosta

Jährlich zählt Rimini 16 Millionen Übernachtungen und zusätzlich 10 Millionen Tagestouristen. Das Gros der Touristen sind Italiener, gefolgt von Deutschen, Polen, Briten Schweizern und Russen.

Duft der Vergangenheit im Viertel Borgo San Giuliano schnuppern

Sehenswürdigkeiten. Aber Rimini hat mehr zu bieten, vor allem für jene unter euch, die sich für Geschichte interessieren. Gemütliche Trattorien in den verwinkelten Gassen des ehemaligen Fischerviertels Borgo San Giuliano, das märchenhafte Grand Hotel und die breiten Piazze geben der vor mehr als zwei Jahrtausenden gegründeten Stadt ihr unverwechselbares Flair.

Vom Grand Hotel mit seiner elfenbeinfarbenen Jugendstilfassade zieht sich der prächtige Viale Principe Amedeo bis vor die Tore der Altstadt. Dabei geht es vorbei an Traum-Villen aus der Gründerzeit mit kiesbestreuten Einfahrten und verwunschenen Parks. Gleich hinter dem Bahnhof beginnt das »centro storico«. Die ovale Piazza Tre Martiri mit ihren Terrassen-Cafés gilt als eleganter Salon des Städtchens. Unter dem langen Laubengang an der Piazzetta della Vecchia Pescheria trifft sich die Jugend der Stadt, die zahlreich vertreten ist, seit sich Rimini zu einem Universitätsstandort mit über 5.000 Studenten entwickelt hat.

Kleine Straßen im Viertel Borgo San Giuliano

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Auf den Spuren von Federico Fellini

Rimini ist die Heimatstadt des Filmemachers Federico Fellini. Gleichzeitig war Rimini das Lieblingsmotiv in vielen seiner Filme. Die antike Fischmarkthalle, die angrenzende Piazza Cavour mit ihren mittelalterlichen Palazzi und dem schneeweißen Pigna-Brunnen, der Corso d’Augusto, der sich wie eine Lebensader durch die Altstadt zieht, sind nicht nur für kunsthistorisch interessierte Besucher eine Attraktion. Sie waren auch das Epizentrum der Fellini-Welt, Vorlage vieler Filmkulissen, Orte seiner Erinnerung.

Sehenswürdigkeiten: Streifzug durch die Vergangenheit Riminis

Die unvollendete Kathedrale von 1450 ist eines der wichtigsten Zeugnisse jener Zeit, als Rimini von der Herrscherfamilie Malatesta regiert wurde. Sigismondo Malatesta ließ eine gotische Franziskanerkirche abreißen und hier eine Grabstätte für sich und seine Familie bauen. Auch seine einstige Geliebte und dritte Gemahlin Isotta ist hier beigesetzt – seine ersten beiden Gattinnen soll er ermordet haben. Im Inneren der Kathedrale begeistern Kunstwerke von Giotto und Piero della Francesca. Zweiter Monumentalbau der Malatesta ist das Castello Sigismondo − auch hier könnt ihr regelmäßig Kunstausstellungen besuchen.

Rimini verfügt über eine Brücke, die vieles gleichzeitig ist: ein Verkehrsweg, ein Denkmal, ein Symbol. In der Stadt wird sie Tiberiusbrücke genannt, auch wenn sie eigentlich Augustus- und Tiberiusbrücke heißen sollte. Es handelt sich um eine der am besten erhaltenen und bedeutsamsten Monumentalbrücken der Welt, die in der Römerzeit errichtet wurde. Außerdem vereint die Brücke heute wie in der Vergangenheit das Stadtzentrum mit dem ältesten Stadtteil, der San Giuliano gewidmet ist und eines der charakteristischen Viertel dieser Stadt darstellt, die eng mit dem Seefahrerleben verbunden ist und wo Federico Fellini das Licht der Welt erblickte.

Tiberiusbrücke bei Sonnenuntergang

Fabio Tura

Der Augustusbogen von 27 v. Chr. ist einer der ältesten, noch existierenden römischen Triumphbögen. Weitere Relikte der antiken Stadt Ariminium sind die alt-römische Mauer und Reste des Amphitheaters. Der Piazza Cavour ist seit dem Mittelalter das Herz der Stadt. Er ist umgeben von Palazzi aus der Zeit zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert. Sehenswert ist auch die Kirche Sant’Agostino (mit Fresken der von Giotto inspirierten »Malschule von Rimini«). Auch schön: San Giuliano, die das Altarbild des großen venezianischen Renaissance-Malers Paolo Veronese berühmt gemacht hat.

Grand Hotel, Museo della Città und Mercato Coperto

Das Grand Hotel ist eine Belle-Epoche-Ikone und Symbol der Stadt. Federico Fellini setzte dem Hotel mit seinem Film »Amarcord« ein cineastisches Denkmal. Für ihn verkörperte es das »Märchen vom Reichtum, Luxus und orientalischen Prunk«. Mehr über den Künstler und seine Frau Giulietta Masina erfahrt ihr im Viertel San Giuliano, wo Wandmalereien von Fellinis Leben und Schaffen erzählen.

Grand Hotel in Rimini

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Weitere Highlights: das Museo della Città mit Meisterwerken von Bellini und Ghirlandaio, Antica Pescheria, der heutige Blumenmarkt, auf dessen anliegenden Plätzen ein lebendiges Uni-Viertel mit Pubs und Cafés entstanden ist, der Mercato Coperto, eine überdachte Markthalle, in der Riminis Fischer jeden Tag ihren fangfrischen Fisch verkaufen. Im Domus des Chirurgen, dem Wohnhaus eines römischen Arztes, gibt es Funde aus der 2.000 Jahre alten Siedlungsgeschichte Riminis zu sehen.

Unbedingt probieren in Rimini: die Piadina

Kulinarik. Zu den kulinarischen Spezialitäten gehören Piadina, dünne Brotfladen, die auf dem Testo − einer Backform aus Terrakotta − gebacken werden, der Weichkäse Squacquerone, der Grubenkäse Formaggio di Fossa oder Saba – eine dichte Sauce aus gekochtem Most, die tropfenweise auf Gemüse genossen wird.

Frau bereitet mit Händen Piadina zu

Casina del Bosco

Aber auch Parmesan, Parmaschinken, traditioneller Balsamessig, Tortellini und handgemachte Pasta solltet ihr unbedingt in Rimini probieren. Spezialitäten wie Fischspießchen, marinierter Fisch, unzählige Sardellen- und Sardinenarten oder die regionalen Weine sind ebenso eine Entdeckung wert.

Restaurants. Hashimoto Ristorante Giapponese (Viale Giacinto Martinelli 10 Miramare). Lust auf japanische Küche? Dann solltet ihr unbedingt in diesem Restaurant vorbeischauen. Am Wochenende gibt’s zum Festpreis von 35 Euro ein Menü (keine Speisekarten-Auswahl).

Restaurant Prua Rimini (Viale Ortigara 45). Wer dagegen italienische Küche mag, für den ist dieses Restaurant erste Wahl. Die Gäste des gehobenen und eleganten Restaurants schwärmen besonders von der vorzüglichen Qualität der Fischgerichte. Wer Glück hat, kann von seinem Platz aus eine wunderschöne Aussicht auf den Sonnenuntergang genießen.

In Fabula (Via Consolare Rimini San Marino 91). Restaurant-Gründer Alice und Fabrizio haben einen ganz bezaubernden Ort geschaffen für alle, die sehr gute italienische Küche zu schätzen wissen. In dem Restaurant sind besonders Kinder willkommen. Pizzen sind für 9 bis 12 Euro zu haben.

Pizza essen in Kalabrien - in Santa Caterina

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Shopping auf der Corso d’ Augusto und der Le Befane Mall

Einkaufen. Flaniermeile der Stadt ist der Corso d’ Augusto, der zur Piazza Tre Martiri führt. Hier findet ihr viele Geschäfte und Boutiquen, in denen ihr Markenkleidung, Keramik und anderes Kunsthandwerk kaufen könnt. Zu den typischen Souvenirs gehören rostbedruckte Stoffe – eine alte Tradition der Gewebebearbeitung, die in manchen Werkstätten sogar live erlebt werden kann. Wer das nötige Kleingeld hat, kann in den Shops von Gucci, Prada, Armani sowie Dolce und Gabbana vorbeischauen.

Altstadt von Rimini in Italien

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Wer in der Stadt nicht fündig wird, kann auch ins Shopping-Center Le Befane Centro Commerciale fahren. Dutzende Shops, einen großen Supermarkt und einen Food Court findet ihr hier – ideal für einen Tagesausflug, falls es mal regnen sollte. Vom Bahnhof in Rimini seid ihr etwas weniger als eine Stunde zu Fuß unterwegs. Mit dem Fahrrad braucht ihr circa eine Viertelstunde. Es fahren aber auch Busse vom Zentrum zur Mall.

Apropos Regen: Falls das Wetter mal nicht mitspielen sollte für einen Tag am Strand, bietet sich auch ein Abstecher in malerische Vororte wie San Giuliano oder San Giovanni an. Besonderer Hingucker in San Giuliano sind die pittoresken, mittelalterlichen Gassen mit ihren bunt gestrichenen Häusern.

San Giuliano Vorort von Rimini

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Ausflüge ins Marecchia-Tal und nach San Marino

Tagesausflüge. Auf jeden Fall lohnt es sich, das Marecchia-Tal mit seinen sieben idyllischen Gemeinden zu besuchen. So ist beispielsweise der kleine Ort San Leo einen Besuch wert, der eine eindrucksvolle Festung mit mächtigen Rundtürmen besitzt. Sie diente lange Zeit als Kerker und beherbergt neben einer Waffenkammer auch noch einen Folterkeller, der besichtigt werden kann.

Stets gut besucht ist auch die kleine Republik San Marino. Die drei Gipfel des Monte Titano bieten einen grandiosen Blick über die Romagna, das Meer und den Apennin.

Tütme in San Marino aus der Vogelperspektive

Giordano Rossoni

Besser nicht …

… in der Hauptsaison anreisen. Es sei denn, es macht euch nichts aus, dass sich von morgens bis spät in die Nacht die Stadt in einen riesigen Rummel verwandelt. Die Hauptsaison beginnt Mitte Juni und geht bis Anfang September.

… auf leere Strände hoffen. Sobald das Wetter sonnig und warm wird, beginnt ein Ansturm auf Riminis Strände. Allein seid ihr also so gut wie nie. Wer sich eine Strandliege mieten möchte, zahlt derzeit sechs Euro.

… Gelegenheiten zum Sparen vermeiden. Mit der neuen Rimini-Card, die nur sieben Euro kostet, erhaltet ihr in vielen Restaurants und Geschäften Ermäßigungen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Rimini und der Emilia Romagna.