Alle reden über die Met Gala. Also über Roben, Roben-Pannen und die Frage, wer in welchem Couture-Stück die Treppen des Metropolitan Museum erklimmt. Aber das eigentliche Epizentrum dieses Abends liegt vier Blocks weiter, an Madison Avenue und 77. Straße: The Mark Hotel. Hier residieren rund 60 A-Lister vor der Gala, hier finden die exklusivsten Afterpartys statt, hier wird die Nacht zum Tag gemacht. Unsere Redakteurin Ulrike Herder hat sich im wahrscheinlich diskretesten Luxushotel New Yorks umgesehen.

Foto: The Mark
Die Lobby ist für große Auftritte wie geschaffen. Der schwarz-weiß gestreifte Marmor glänzt, poliert wie das Parkett eines Opernballs. Links die Bar, eingetaucht in gelb-, pink- und orangefarbenes Licht, mit Sesseln im Kuh-Animal-Print. Pop pur, als hätte man die Kulisse eines Baz-Luhrmann-Films betreten.

Foto: The Mark
Erst recht, wenn Prominente wie Oprah Winfrey, Anna Wintour, Russell Crowe, Marc Jacobs, Katie Holmes oder Novak Djokovic durch die Lobby huschen. Am Met-Gala-Montag wird aus dieser Lobby eine andere Welt. Rosé, Lisa, Doechii, Charli XCX, Nicki Minaj, Pharrell Williams, Usher und Willy Chavarria starten von hier in Richtung Museum, davor Gigi und Bella Hadid, die Kardashians, Cardi B, Lady Gaga, Rihanna, Sabrina Carpenter, Dua Lipa, Bad Bunny und Donatella Versace. Blake Lively hat einmal gesagt, sich im Mark fertig zu machen sei längst Teil der Tradition.
Diskretion als Hausmarke
Insbesondere zur Fashion Week oder einer Benefizgala des Metropolitan Museum of Art ist es als Normalsterblicher schwierig, ein Zimmer zu ergattern. Doch auch an einem stinknormalen Mittwoch ist der Gast geneigt, nach den VIPs Ausschau zu halten. Ob im Restaurant von Jean-Georges Vongerichten, wo stets die Crème de la Crème aus Film, Fernsehen, Mode, Kunst und Wirtschaft speist, oder im Fitnessraum, in dem Sportstars auf dem Laufband ihre Ausdauer trainieren.

Foto: The Mark
Doch wer gerade tatsächlich im The Mark die Nachtruhe sucht, das ist schwer herauszufinden. Denn das Personal plaudert nicht. Ganz im Gegenteil. Diskretion ist eine Tugend im The Mark. Und genau das ist einer der Gründe, warum sich die Promis hier die Klinke in die Hand geben und sich wohlfühlen.
Jacques Grange und die Handschrift eines Meisters
Dass jede Klinke im Fünf-Sterne-Haus von keinem Geringeren als Jacques Grange, einem der weltweit führenden Interior Designer, ausgesucht wurde, hat nicht unerheblich dazu beigetragen, dass das The Mark nicht bloß ein Hotel unter vielen in New York ist. 2009 verlieh der Designer, der schon das Heim von Prinzessin Caroline von Monaco oder Valentino mit dem gewünschten Flair eingerichtet hat, dem Hotel ein komplett neues Antlitz. Und bewies dabei Feingefühl.

Foto: The Mark
Die Architektur des 1927 erbauten Gebäudes aus Kalk- und Backstein bekam einen modernen, avantgardistischen Stil. Das zeigt sich auch in den 152 Zimmern und Suiten.
Ein Stil, der alle Geschmäcker zusammenbringt: von der Chanel-tragenden Ehefrau bis hin zu Sportlern wie Djokovic oder Design-Ikonen wie Marc Jacobs. Das markante schwarz-weiß gestreifte Muster findet sich nicht nur in der Lobby, sondern begrüßt die Gäste bereits davor. Auf dem Gehweg steht ein Wägelchen, dekoriert mit Blumen und geschützt durch ein schwarz-weiß gestreiftes Dach, auf dem in großen Lettern prangt: The Mark.
Drei Gehminuten Central Park, vier Blocks bis zum Met
Was den Promis noch wichtig ist? Die Lage. The Mark liegt nur drei Gehminuten vom Central Park entfernt, in bester Nachbarschaft und sehr zentral, aber dennoch so weit außerhalb an der Madison Avenue, dass die Hektik Manhattans kaum zu spüren ist. Vom Hotel zum Metropolitan Museum sind es exakt vier Blocks. Eine Strecke von 500 Metern, für die der Konvoi am Gala-Abend wegen der Sicherheitsvorkehrungen rund 15 Minuten braucht.

Foto: Harry Gillen
Service, der Wünsche erfüllt, bevor sie geäußert werden
Apropos Central Park: Ist ein »Lunch to go« für den Park erwünscht? Bitte sehr. Die Schuhe sind etwas dreckig geworden? Im hauseigenen Shoe-Shine-Service auf der zweiten Etage werden sie aufpoliert. Keine Lust, für den Friseurtermin das Hotel zu verlassen? Es reicht, den Lift zu nehmen und geradewegs in den Salon des New Yorker Starfriseurs Frédéric Fekkai zu spazieren.

Foto: The Mark
Wer Kaviar zum Frühstück möchte, findet im Haus inzwischen einen Ableger des Pariser Kult-Restaurants Caviar Kaspia, samt Boutique. Beim Shopping öffnet eine Partnerschaft mit Bergdorf Goodman die Türen zur persönlichen Modeberatung des berühmten Kaufhauses, und für eine Spritztour über den Hudson liegt ein hauseigenes Segelboot bereit. Das The Mark bietet einen Fünf-Sterne-Service, der Wünsche erfüllt, die bisher nicht geäußert wurden.

Foto: The Mark
Die teuerste Suite Nordamerikas
Das mögen natürlich auch die Promis, auch wenn sie nicht, wie man vermuten könnte, durchweg die größte und teuerste Penthouse-Suite der Welt buchen. The Mark ist eben für alle Gäste gewappnet. Auch für diejenigen, die fünf Schlafzimmer, eine Bibliothek, einen Wintergarten und das Prachtstück einer Dachterrasse mit Sicht auf die Upper East Side, den Central Park und das Metropolitan Museum gleich gegenüber benötigen. Sonnenuntergang über Manhattan inklusive. Selbstverständlich hat die Superluxus-Suite einen privaten Aufzug, einen Konzertflügel im Wohnzimmer mit acht Metern Deckenhöhe, vier Kamine und sechs Bäder.

Foto: The Mark
Sie ist die größte Hotel-Suite der USA und am Met-Gala-Montag das erste Zimmer, das jedes Jahr ausgebucht ist, denn dort steigt eine der exklusivsten Afterpartys der Saison. Kostenpunkt: je nach Buchungszeit zwischen rund 75.000 und 100.000 Dollar pro Nacht. Ein einfaches Zimmer beginnt bei etwa 1.600 Dollar inklusive Frühstück.
Die Rituale am Gala-Tag
Wer am Met-Gala-Montag durchs Mark läuft, sieht ein Hotel im Ausnahmezustand. Private Räume verwandeln sich in Ateliers für Chanel, Dior, Gucci und Louis Vuitton, Designer ziehen mit Maßbändern durch die Flure, mehr als 10.000 Blumen schmücken die Korridore. Allein zwischen sechs Uhr morgens und Mittag servieren die Mitarbeiter über 200 Kaffees, alle 15 Minuten 48 frische Tassen, damit die Stars vor dem roten Teppich wach aussehen. In den Suiten warten Caviar-Kaspia-Boxen, Bademäntel mit gestickten Initialen und eine limitierte Auflage von 100 »Met Gala at The Mark«-Caps, die unter Sammlern beinahe so begehrt sind wie die Einladung zur Gala selbst.
War das nicht gerade …?
War das nicht gerade Nicole Kidman, die durch die Lobby schritt? Kann sein. Aber im The Mark würde niemand um ein Selfie bitten oder darüber tuscheln. Ganz bestimmt nicht.
New York, NY 10075, USA
Drei Gehminuten zum Central Park, vier Blocks zum Metropolitan Museum of Art.
Die Mark Penthouse Suite, größte Hotel-Suite der USA, kostet je nach Saison zwischen 75.000 und 100.000 US-Dollar pro Nacht.





