Es ist doch ein Klischee, das man gerne bedient. Der Matrose. Die Tätowierungen. Der Anker. Die barbusigen Frauen. In jedem Hafen eine Braut. Das zumindest schreit mir die Tapete entgegen, als ich mein Zimmer im Hamburger 25hours Hotel in der HafenCity betrete. Text: Jennifer Latuperisa-Andresen

Die Location ist hier Programm. Nein, sie ist eher Design. Denn das durchgestylte 25hours Hotel ist von Kopf bis Fuß auf Hafenromantik eingestellt. Immerhin liegt es im Herzen der HafenCity – und diese ist der neueste Stadtteil Hamburgs, zu dem nicht nur die Elbphilharmonie, sondern nun auch die Speicherstadt gehört.

25hours Hotel HafenCity

25hours Hotels

Ein spannendes stadtplanerisches Projekt. Auf dem Gelände der ehemaligen Insel Grasbrook, auf der sich die HafenCity ausbreitet, war einst der Freihafen der Stadt. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts lag dieser vor den Toren Hamburgs. Heute jedoch ist die Stadt zusammengewachsen, und nun sind es nur ein paar Gehminuten bis zur Innenstadt und höchstwahrscheinlich nur ein paar Schritte bis zum Kreuzfahrtschiff, welches am neuen Terminal vor Anker liegt. Vom 25hours hat man einen fantastischen Blick auf die Ozeanriesen, auf denen sich Tausende von Passagieren tummeln, während das Hotel mit seinen 170 Zimmern eher beschaulich ist. Eigentlich müsste man statt beschaulich auch eher ansehnlich sagen, denn das Haus, das 2011 eröffnet wurde, zeigt sich durchdacht durchgestylt.

Jedesd Detail widmet sich dem Thema Hafen

25hours Hotels

Jedes Detail widmet sich dem Hafenthema. Alte Container wurden architektonisch in der Lobby aufgegriffen – eine Reminiszenz an den ehemaligen Containerumschlag, der praktisch vor der Tür stattgefunden hat. Doch damit nicht genug. Taue ziehen sich durch das Hotel. Globen warten zur Entdeckung der Erde. Die Kommode ist ein Schrankkoffer, es gibt Logbücher mit wahren Geschichten, und die Wände der Zimmer sehen aus wie die Rücken der Matrosen des letzten Jahrhunderts – gespickt mit Tätowierungen, die ihre Geschichte haben, zwischen Fern- und Heimweh.

25hours Hotels
Man schläft auch nicht in Suiten und Zimmern, sondern in Kajüten, und die haben Kojen statt Betten. Das wiederum gefällt den kleinen Gästen auch gut – mal von den Buntstiften abgesehen, die auf dem Zimmer warten.

Kinder und Hunde bitte mitbringen!

Die Jüngsten können durch die Lobby mit dem Laufrad düsen oder hinter dem Hotel im Sandkasten buddeln – wobei es einen Abenteuerspielplatz fast vor der Tür gibt. Auch Hunde fühlen sich im Designhotel willkommen, werden diese doch mit einem Schlafkissen begrüßt. Und wer morgendlich um die Häuser joggt, der kann sich vom freundlichen Hotelpersonal nicht nur eine Strecke vorschlagen lassen, sondern anschließend ein Gläschen Wasser und einen Apfel zur Stärkung greifen.

Womit wir schon beim Frühstück wären, das vielfältig und teilweise, insbesondere am Wochenende, so beliebt ist, dass es eng werden kann. Immerhin ist das Restaurant Heimat auch für Nicht-Hotelgäste ein gern genommenes gastronomisches Konzept.

Ein Restaurant, das auch bei Nicht-Gästen sehr beliebt ist.

25hours Hotels

 

Deshalb empfiehlt es sich, etwas Geduld mitzubringen – die sich auszahlt. Allein schon für ein Stückchen Sandkuchen.

Freitagabend zupft gerne ein heimischer Musiker an seiner Klampfe und singt dazu. Eventuell alte Seemannslieder oder Hymnen auf die große weite Welt. Diese ist hier auf jeden Fall gerne zu Gast und wird, wenn man einmal dort gewesen ist, in Hamburg wahrscheinlich keinen weiteren Hafen suchen wollen als diesen.

25hours Hotel HafenCity. Überseeallee 5, 20457 Hamburg. Tel.: 040 25 77770, www.25hours-hotels.com

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