Planten un Blomen, der Englische Garten und die Preußischen Schlösser und Gärten: Deutschland hat in vielen Städten ausladende Parkanlagen, durch die sich immer ein Spaziergang lohnt. Text: Verena Wolff

New York hat den Central Park, London den Hyde Park – und wir? Haben in ganz vielen Städten der Republik weitläufige Parkanlagen, die teils viele Hundert Jahre alt sind. Manchmal haben diese Parks so aufregende Namen wie »Stadtgarten«, manchmal sind sie das Erbe einer Bundes- oder Landesgartenschau. Und dann gibt es den Schlosspark Sanssouci in Potsdam, Planten un Blomen in Hamburg oder den Englischen Garten in München. Echte Sehenswürdigkeiten. Wir stellen die schönsten Parks in deutschen Großstädten einmal vor.

Wer Fürst Pückler nur von der Eispackung kennt, tut dem Mann unrecht. Er gilt als einer der genialsten Gartenarchitekten des 19. Jahrhunderts – und er kam in der Welt herum, so dass er Ideen mit ins sächsische Muskau bringen konnte. Dort gestaltete er auf dem riesigen Familienbesitz einen Park auf einer Fläche von 545 Hektar.

Schloss in Muskau

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Später wurde Park auf 830 Hektar erweitert – heute ist er grenzüberschreitend, denn er liegt auf beiden Seiten der Neiße und damit in Deutschland und in Polen. Wegen seiner einmaligen Ausstattung und Strukturierung steht der Park auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes.

Die Preußischen Schlösser und Gärten

Gemessen an der Größe folgen der Hannoveraner Stadtwald, die Eilenriede. Sie ist rund 650 Hektar oder 6,5 Quadratkilometer große und gehört zu den ältesten und größten zusammenhängenden Stadtwäldern in Europa – der Wald ist fast doppelt so groß wie der Central Park. Rund 500 Hektar umfassen die Preußischen Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin. Dieses Gesamtkunstwerk ist eine »Kulturlandschaft von internationalem Rang« und als solche Welterbe der Unesco.

Die Mitglieder der Hohenzollern-Dynastie ließen neben der Hauptresidenz Berlin vom 17. Jahrhundert an verschiedene Schloss- und Gartenanlagen in der Umgebung sowie in der Havellandschaft bei Potsdam errichten. Peter Joseph Lenné fasste 200 Jahre später mehrere dieser Ensembles zusammen. Direkt nach der Deutschen Einheit nahm die Unesco das von Sanssouci über den Neuen Garten und Sacrow bis zur Pfaueninsel und Glienicke in Berlin reichende Gesamtkunstwerk in die Liste des Natur- und Kulturerbes der Menschheit auf. (Fotos: https://www.spsg.de/presse-foto-film/pressematerial-schloesser-gaerten-stiftung)

Englische Garten in München und Tiergarten in Berlin

Der Englische Garten in München ist der größte innerstädtische Park in Deutschland – er hat eine Fläche von 3700 Hektar und ist direkt von der City aus zu erreichen. Er gehört zweifesohne zu den schönsten Parks in deutschen Großstädten. Chinesischer Turm, Monopteros, die Eisbach-Welle: Der Park hat eine Menge Attraktionen, die die Münchner sehr zu schätzen wissen – und die Besucher auch.

Parks in deutschen Großstädten: Englischer Garten in München

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Im Bauwahn der 1960er Jahre wurde der Englische Garten in zwei Teile geteilt, der Mittlere Ring läuft seither mitten durch. Doch: die Stadt hat beschlossen, die Straße künftig durch einen Tunnel laufen zu lassen, dann ist der Park wieder einer. Den Namen »Englischer Garten« erhielt er übrigens, weil er nicht, wie im 18. Jahrhundert üblich, als minutiös geometrisch ausgelegter Französischer Barockgarten angelegt wurde, sondern im Stil eines Englischen Landschaftsparks.

Auch die Bundeshauptstadt hat noch zwei riesige Parks zu bieten, die nichts mit den Preußischen Schlössern und Gärten zu tun haben: das Tempelhofer Feld und den Tiergarten. Ersteres ist das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, wo schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten Flugpioniere in die Luft gingen. Hier gibt es riesige Grünflächen – und für alle Menschen, die auf Rädern oder Rollen unterwegs sind, die betonierten früheren Start- und Landebahnen.

Die »Goldelse« überblickt indes den zweiten großen Park mitten in Berlin. Das ist der Spitzname der Hauptstädter für die Göttin Viktoria, die die Siegessäule schmückt. Der Tiergarten war einst das Jagdgebiet der Brandenburger Kurfürsten, noch heute gibt es zahlreiche Denkmäler, Wasserspiele und Gärten.

Parks in deutschen Großstädten: Blick auf den Tiergarten in Berlin

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Planten un Blomen in Hamburg

Zu den wohl schönsten Parks in deutschen Großstädten gehört Planten un Blomen – auch wenn er mit 45 Hektar vergleichsweise kleine daherkommt. Dafür liegt der Park mitten in der City, zwischen Dammtorbahnhof und Millerntor. Chillen kann man hier vor allem in den Sommermonaten ausgiebig, großer Beliebtheit erfreuen sich auch die sommerlichen Konzerte im Musikpavillon und die farbigen Wasserlichtkonzerte auf dem Parksee. Planten un Blomen hat weite Rasenflächen, idyllische Bäche und kleine Seen sowie einzigartig angelegte Themengärten, darunter einen der größten Japanischen Landschaftsgärten Europas.

Planten un Blomen in Hamburg

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Früher befanden sich an dieser Stelle die Wallanlagen, mit denen die Unabhängigkeit der Hansestadt verteidigt wurde. Erst Ende des 18. Jahrhunderts bekam der bremische Kunstgärtner Isaak Hermann Altmann den Auftrag, die Anlage umzugestalten – ebenfalls nach englischem Vorbild. Sie wurde mehrfach umgestaltet und erweitert, unter anderem zu den Internationalen Gartenausstellungen 1953, 1963 und 1973. Heute ist Planten un Blomen einfach da: für die Studierenden der nahen Hochschulen, für gestresste Messebesucher und für alle, die eine kurze Pause vom Bummel in der Hamburger City brauchen.

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