Erst Berlin, dann Barcelona und Venedig, jetzt Amsterdam: In den populären Metropolen wächst der Unmut über die immer größer werdende Touristenzahl. In Amsterdam wird jetzt durchgegriffen.

In Berlin sind den Bewohnern und den Behörden die Partytouristen ein Graus, in Barcelona und in Venedig machen die vielen Kreuzfahrt-Tagestouristen den Menschen zu schaffen – das Ergebnis: In immer mehr Städten Europas, die bei Touristen beliebt sind, machen sich Lokalpolitiker Gedanken darüber, wie man die Touristenmassen eindämmen kann. Auch der Massentourismus in Amsterdam ist ein Problem. Dort greift die Stadtverwaltung nun mit ungewöhnlichen Maßnahmen durch.

Massentourismus in Amsterdam: Weniger Touristenshops in der City

Im Visier der Behörden in Amsterdam sind Shops auf rund 40 Straßen in der City, die sich ausschließlich oder vornehmlich an Touristen richten. Ihnen soll in Zukunft keine Genehmigung mehr zur Eröffnung erteilt werden. Dazu gehören vor allem Geschäfte, die ihr Geld mit Fahrradverleih, Souvenir- und Ticketverkauf machen. Aber auch Imbisse wie Dönerbuden und Waffelgeschäfte sind betroffen.

Überraschend ist das Vorgehen der Stadt freilich nicht. Seit mehr als einem Jahr diskutiert man in Amsterdam darüber, wie man die Touristenströme eindämmen kann. 2016 besuchten rund 17 Millionen Touristen die Stadt. Bewohner der Stadt hatten deshalb vor und einem Jahr eine Unterschriftenliste an den Bürgermeister übergeben und sich in dem Schreiben über eine „Disneyfizierung“ der Stadt beklagt.

»Nicht gut für die Lebensqualität«

Kajsa Ollongren, Oberbürgermeisterin der Stadt, ist sich durchaus der Trageweite bewusst: »Nirgendwo sonst in der Welt hat man so eine Entscheidung getroffen. Aber wir mussten handeln. Das Gleichgewicht fehlte. Es gibt immer mehr dieser Shops. Und das ist nicht gut für unsere Lebensqualität.»

Auch bei den Tourismusverantwortlichen der Stadt begann ein Umdenken. So sagte Frans van der Avert, Chef von Amsterdam Marketing, im Frühsommer dieses Jahres, die Stadt versuche, die Zahl der »qualitativen Besucher« zu steigern.

Eine Kampfansage an Touristen sind die beschlossenen Maßnahmen freilich nicht: »Touristen sind sehr willkommen. Aber wir wollen den Massentourismus in Amsterdam über ganze Straßenzüge und Stadtteile vermeiden«, so Ollongren.

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